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Thema: Pharmazie oder Medizin?

  1. #1
    Mimi
    Gast

    Pharmazie oder Medizin?

    Hallo liebe Pharmaboard-Community!

    Ich stehe kurz vor der Entscheidung, die mein ganzes Leben beeinflussen wird, und zwar die Entscheidung zu einem Studiengang. Letzterer sollte auf jeden Fall im medizinischen Bereich liegen, da bin ich mir ganz sicher. Im Moment stehe ich im Zwiespalt zwischen Humanmedizin und Pharamazie, und deshalb wollte ich euch, Pharmazeuten der Pharamboard-Community, um Rat fragen!

    In meinem Abitur habe ich mich hauptsächlich auf Naturwissenschaften spezialisiert, d.h. Biologie, Chemie, Mathe und Physik im Komplettpaket. Deshalb habe ich schon eine leise Ahnung was bei beiden Studiengänge auf mich zukommen wird.

    Pharmazie basiert sich ja essentiel auf Chemie, und genau da sehe ich ein Problem... Denn Chemie gehört nicht unbedingt zu meinen Lieblingsfächer. Da müsste man sich die Frage stellen ob man unsere "Schul-Chemie" so direkt mit der der Pharmazie vergleichen kann? Ich habe gehört, dass viele Schulfächer auf der Uni anders sind und, dass man beide nicht vergleichen kann, stimmt das? Ansonsten wäre Pharmazie für mich der perfekte Studiengang, zumal der spätere Beruf als Apothekerin ist ideal! Vor allem aber gefallen mir die medizinischen Anlehnungen und der Umgang mit Menschen. Und genau da habe ich meine Zweifel, ob ich dann nicht einfach gleich Medizin studieren soll... Das Studium finde ich sehr interessant und der spätere Beruf als Ärztin stelle ich mir auch schön vor, aber ich denke, dass mir der Apotheker-Beruf mehr zusagen würde.

    Sollte ich wirklich die Pharmazie in Frage stellen nur wegen meiner schlechten Erfahrungen in Chemie? Ich wäre dankbar, wenn ihr mir Ratschläge oder Meinungen mitteilen würdet, damit ich mit meinen Gedanken wieder ins Klare komme

    DANKE, Mimi

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
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    Apothekerin
    Hallo,

    ich würde es nicht von Chemie abhängig machen.
    Ich bin absolut kein Chemie-Genie. Hatte es in der Schule nur bis zur 10. Klasse bei grottig-schlechten Lehrern und hab erst 7 Jahre nach dem Abi mein Studium begonnen, ich wusste also gar nichts mehr. Trotzdem bin ich jetzt fast mit dem Studium durch. Musste ein Semester trocknen wegen instrumenteller Analytik, aber das betraf 50 % des Semesters. Ich liebe Chemie immer nocdh nicht, aber es war deutlich interessanter als in der Schule.

  3. #3
    Unregistriert
    Gast
    Wenn du den Schnitt hast, und dich für Medizin / Arbeit mit Menschen interessierst, dann studier auch Medizin!
    Pharmazie vermittelt nicht ansatzweise so viel und fundiertes Wissen über Medizin, und das würdest du dann auch ganz schnell feststellen ... Mal davon ab ist das Studium auch wesentlich angenehmer.

    Ich verstehe nicht ganz woher dein Zwiespalt kommt?! - Wie gesagt, wenn man sich für Medizin interessiert, dann gibt es auch nur Medizin als Antwort. Alles andere ist nicht mal eine light-Version.

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von mia
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    Apothekerin
    Wenn dir der Beruf der Apothekerin mehr zusagt, würde ich auch Pharmazie studieren. Hast du denn schon mal ein Praktikum gemacht, um dir ein genaueres Bild vom Berufsalltag zu bilden?
    Das Studium ist grade in den ersten zwei Jahren schon sehr Chemie-lastig, mit Naturwissenschaftlichem Interesse ist das aber machbar. Wer Chemie abgrundtief hasst wird allerdings wohl Probleme bekommen. Wie du selber schon richtig angemerkt hast ist das Schul-Chemie nicht mit der Uni Vergleichbar. In der Schule ist es viel mehr vom Lehrer abhängig, ob man ein Fach mag oder nicht.

    Die Bemerkung, Pharmazie sei Medizin-light halte ich für überaus unqualifiziert. Es sind zwei Studienfächer, die zwar viele Überschneidungen haben, aber dennoch verschiedene Schwerpunkte setzten.

    Ich habe auch zwischen beiden Fächern hin und her überlegt. Da ich mich selber allerdings mehr als Naturwissenschaftler gesehen habe, ist Medizin letzlich ausgeschieden.

  5. #5
    Unregistriert
    Gast
    Vielen Dank für eure Antworten!

  6. #6
    Mimi
    Gast
    Vielen Dank für eure Antworten!

    @ Snaky_Millie : Oh da bin ich aber erleichtert, dass ich nicht die einzige Pharmazie-Interessierte bin, die Chemie gar nicht mag... Heißt das, dass Chemie im Pharmaziestudium interessanter und besser dargestellt wird als in der Schule? Denn bei uns ist Chemie einfach nur todlangweilig! Der Lehrer hält im Grunde nur Selbstgespräche und wir müssen dann für die Prüfung alles auswendig wissen. Es ist ja jetzt nicht so, dass Chemie uninteressant ist, aber es interessiert mich nicht so sehr wie andere Fächer.

    @ Unregistriert : Mein Zwiespalt besteht darin, dass ich mich einfach nicht entscheiden kann und, dass ich letzlich nicht weiß welcher Studiengang für mich persönlich der geeigneste ist. Beide Studiengänge interessieren mich gleich viel, wobei ich in der Medizin die Fächer und in der Pharmazie den Apotheker-Beruf sehr schätze. Ich habe auch schon etliche Interessen-Teste für Medizin und Pharmazie gemacht, ich war bei Studienberatungen und Studentenmessen, und komme überall zum gleichen Resultat, und zwar, dass ich für beide Fächer geeignet wäre und die Zulassung bei beiden kein Problem wäre.
    Ich sehe Pharmazie überhaupt nicht als "light-Version" der Medizin, denn beide sind sehr anspruchsvolle Studiengänge, und ich würde beide ehrgeizig und ernst durchziehen. Ich kann mich halt nicht endscheiden...

    @ mia : Ja ich in den letzten drei Sommerferien jeweils einen 2-wöchigen Ferienjob in einer Apotheke gemacht und es hat mir super gut gefallen. Dieses Jahr werde ich wieder dahin arbeiten gehen. Diese 2 Wochen haben mir die Möglichkeit gegeben, in den Apotheker-Beruf, und vor allem hinter die Kulissen zu sehen. Ich habe sehr viele Aspekte und die Vielfältigkeit des Berufes bewundert, weshalb er mir vollkommen zusagen würde.
    Das Problem ist es, dass ich bisher keine Möglichkeit hatte in die reale Berufswelt des Arztes reinzuschauen, deshalb weiß ich es einfach nicht, ob mir dieser Beruf auch gefallen würde...

  7. #7
    Erfahrener Benutzer
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    Apothekerin
    h da bin ich aber erleichtert, dass ich nicht die einzige Pharmazie-Interessierte bin, die Chemie gar nicht mag... Heißt das, dass Chemie im Pharmaziestudium interessanter und besser dargestellt wird als in der Schule? Denn bei uns ist Chemie einfach nur todlangweilig! Der Lehrer hält im Grunde nur Selbstgespräche und wir müssen dann für die Prüfung alles auswendig wissen. Es ist ja jetzt nicht so, dass Chemie uninteressant ist, aber es interessiert mich nicht so sehr wie andere Fächer.
    Es ist alleine dadurch, dass du jedes Semester einen Großteil der Zeit aktiv im Labor verbringst, um einiges interessanter als in der Schule.
    Und die Medizinische Chemie im Hauptstudium ist auch sehr spannend.
    Auswendig lernen musst du im Pharmaziestudium allerdings auch sehr viel. :-)

  8. #8
    Atavar
    Gast
    Hallo Mimi,

    persönlich würde ich es nicht so sehr vom Studium an sich abhängig machen, sondern vom späteren Beruf.
    Das Studium ist in ca. 5 Jahren abgehandelt, im Beruf steht man aber bis zur Rente (idealerweise...).
    Grundsätzlich sind beides verschiedene Fächer, die sich auf andere Aspekte beziehen. Der Mediziner hat mehr den Patienten und die Krankheit im Blick,
    der Apotheker mehr das Arzneimittel und dessen Qualität.
    Ich empfehle dir, mache in beiden Berufen ein unverbindliches Praktikum und wäge sie gegeneinander ab. So kannst den geeigneten Beruf für dich herausfinden.
    Was die Chemie im Studium betrifft, mach dir keinen Kopf! Sie hat zwar einen großen Anteil, bleibt aber stets machbar. Ich persönlich empfand es als nicht besonders schwer, nur sehr viel. (Anekdote am Rande: Habe mal an meiner alten Schule das Pharmazie-Studium vorgestellt. Hatte dazu meine Abi-Lernunterlagen LK-Chemie (1 A4 Heft) und meine Lernunterlagen für die erste Mündliche Prüfung in Chemie im Studium nach 8 Wochen (1 dicker LEITZ-Ordner voll!) mitgebracht um den Mengenunterschied zu zeigen. Da haben einige sehr große Augen gemacht ;-)).

  9. #9
    Unregistriert
    Gast
    Ich gehöre zu den wenigen Leuten die Pharmazie und aktuell Medizin studiert haben / studieren, deswegen versuche ich dir mal so neutral wie möglich darzulegen, warum du eher über Medizin nachdenken solltest:

    1) Der vielleicht wichtigste Punkt zu erst: Wenn du ein abgeschlossenes Studium hast, dann wirst du dich über ein Verfahren für Zweitstudenten bewerben müssen, für den Fall das du (wie ich) noch mal studieren möchtest. Dann zählt dein Uni-Abschluss und deine Begründung - auf mehr als 4-5 Punkte kommste da als Pharmazeut nicht (sofern keine wissenschaftlichen Gründe vorliegen). Ergo bekommst du (momentan) garantiert keinen Zweitstudienplatz. Andersrum wäre das aber kein Problem, da Pharmazie als Zweitstudienplatz nicht allzu begehrt ist ... Ich würde allein über diesen Fakt an deiner Stelle einmal sehr gut nachdenken, denn etwaige Interessenskonflikte wirst du nach abgeschlossenem Studium dann nicht mehr lösen können!

    2) Das ist jetzt mehr eine Frage: Was schätzt du am Apothekenberuf?

    3) Du kannst in der Medizin während (!) des Studiums promovieren - und zwar auch durchaus anspruchsvoll, sofern man will. Allein das ist schon ein Vorteil der mit vielen 10.000€ zu Buche schlägt.

    4) Du hast in der Medizin wesentlich mehr Möglichkeiten. Ja, Pharmazie ist vielseitig, aber Medizin ist wesentlich vielseitiger. Es gibt ca. 20-30 Fachärzte ... von hoch theoretisch, über Lehre, Forschung, Patienten etc pp. Da ist garantiert für jeden was dabei.

    5) Und das Thema Geld sollte man auch nicht vergessen. In der Apo steigst du als Angestellter laut Adexa (Gewerkschaft) bei ca 3200€ ein und hörst nach 11 Jahren bei 3900€ auf. Ein Arzt steigt bei ca. 4200€ ein (Uniklinik) und hört nach 6 Jahren bei ca 5400€ auf. Ich vergleiche jetzt mal nur die gewöhnlichen Tarife im einfachsten Beschäftigungsverhältnis ... Geld ist nicht alles was zählt, aber mehr ist meistens doch besser als weniger.

    6) Das ist jetzt eher eine persönliche Ansicht, aber vielleicht verstehst du was ich meine: Ich finde Medizin wesentlich erfüllender als ich Pharmazie je fand und finden könnte. Du lernst nicht alles oberflächlich sondern vieles halt richtig in die Tiefe. Wie oft hab ich mich in Pharmazie gefragt "warum ist das so?" ... aber für solche Fragen hatte man keine Zeit oder das Lehrmaterial (auch Bücher) waren ungeeignet. Wenn man auch studieren möchte um des Studieren willens, dann wird man in Pharmazie recht schnell gefrustet sein, da du in den meisten Fächern (außer Pharmakologie) nur an der Oberfläche kratzt.

    7) ... Zeit: Kannste dich im Semester gleich von verabschieden! Selbst wenn du neben der Uni wohnst, ist es im Winter die Regel, im Dunkeln hinzugehen und im Dunkeln heimzugehen. Du hast 5/5 Tagen Programm in aller Regel und am Ende maximal ne Woche Zeit für die jeweilige Klausur zu lernen .... unmöglich fundiertes Wissen aufzubauen, außer man ist bereit in den Ferien zu lernen. Das ist in der Medizin (auch wenn einige es hartnäckig behaupten) nicht so!

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