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Thema: Pharmazie studieren mit Kind

  1. #1
    Samantha
    Gast

    Pharmazie studieren mit Kind

    Hallo,

    ich lege gleich mal los: Ich (27 Jahre) möchte nächstes Jahr ein Pharmaziestudium beginnen. Ich habe bereits eine PTA-Ausbildung hinter mir, merke aber, dass ich trotz diverser Weiterbildungen, Seminaren und Zertifikaten (Fach-PTA) nur eingeschränkte berufliche Chancen habe. Daher meine Überlegungen und der Plan des Studiums.

    Ich habe einen 2 Jahre alten Sohn und wollte fragen, ob und wie sich ein Kind mit dem Pharmaziestudium "vereinbaren" lässt? Ich habe Bedenken zwecks Finanzierung und evtl. auftretender "Ausfälle" (z.B. wenn mein Sohn mal krank ist etc.). Die Sache mit dem Studium habe ich schon länger im Kopf und deshalb einiges an Geld angespart und arbeite momentan halbtags. Die Aufteilung meiner Finanzen lässt sich sehr einfach beschreiben: 1. Versorgung von meinem Kind und mir und 2. Sparen fürs Studium (also kein Luxus etc - hätte ich auch momentan keine Zeit für ). Wie ist das mit Bafög? Da sehe ich wirklich Probleme. Selbst mit dem Höchstsatz kann ich nicht mein Kind, mich und eine Wohnung (und Studiengebühren) unterhalten und wenn ich zuviel Geld angespart habe bekomme ich sowieso nichts... Gibt es vielleicht Extra-Zuschüsse wegen Kind oder wenn man allgemein nicht von dem Geld leben kann?!?!

    Der zweite Punkt den ich angeschrieben habe, sind mögliche Ausfälle. Kann man eine Vorlesung oder ein Praktika bei einem 'Notfall' verlassen?

    Habt ihr Erfahrungen was Pharmazie studieren mit Kind angeht oder haben einige von euch selbst ein Kind? Gibt es Unis, welche besonders kinderfreundlich strukturiert sind bzw. wie ist das an eurer Uni? Ich freue mich über jede Antwort, Tipps und Erfahrungsberichte.

    Sam

  2. #2
    Neuer Benutzer Avatar von _Julia_
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    Beiträge
    4
    Apothekerin seit 2003
    Hallo Samantha,
    meine Freundin hat mit einem Kind studiert. Sie hat aber Hilfe von ihren Mann und Mutter gekriegt. Sie hatte natürlich länger gemacht und ist jetzt im Praktischem Jahr.
    Bestimmte Seminare muss man besuchen, da ist eine Anwesenheitspflicht. Ich habe manchmal für sie unterschrieben.:blush: Praktikum darf man auch nicht verpassen, da man begrenze Zeit für seine Aufgaben hat. Man muss auch beachten, dass man den ganzen Tag in der Uni ist. Da muss auch einer da sein, der deinen Sohn vom Kindergarten abholt etc.
    Also ich würde mir so was nicht trauen, habe deswegen eine großen Respekt gegenüber meiner Freundin und habe sie immer unterstützt und wie ich konnte geholfen.
    Julia
    Ein Student ist ein Zustand mit ungewisser Erfüllung.©

  3. #3
    Foren-Guru Avatar von Christin
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    542
    Apothekerin seit 2013
    Hi,

    ich selbst habe kein Kind, aber ein paar Anmerkungen zu den angesprochenen Bedingungen.

    Ich weiß ja nicht, wie flexibel du bist, aber es gibt ja mittlerweile wieder ein paar mehr Bundesländer ohne Studiengebühren, da fallen zumindest ein paar finanzielle Sorgen weg.

    Zu Kinderfreundlichkeit in Leipzig:
    viele Infos findest du unter http://www.studentenwerk-leipzig.de/, dann bei Beratung und Studieren mit Kind.
    Die Mensen sind immer mit Hochstühlen und oft auch mit Krabbel/Spielecke ausgestattet, es gibt ein extra Wohnheim für Mütter mit Kind, in dem die Kinder auch betreut werden und auch einen Unikindergarten (Kinderladen), außerdem gibt es gerade viele neue Initiativen von studentischen Eltern für studentische Eltern. Eine besondere finanzielle Förderung gibt es auch, beim Bafög kenne ich mich leider nicht so gut aus. Das nimmt erstmal ein paar Sorgen und bei tatsächlichen Ausfällen ist das schon zu regeln, wenn es nicht jede Woche ist. Wichtig sind immer die Praktika, aber vielleicht kann man da auch in Absprache was nachholen, da sind die Praktikumsleiter bestimmt nicht so streng.

    You shoot me down, but I don't fall - I'm Titanium!

  4. #4
    Gast 0210
    Gast
    Einfach ist es sicher nicht. Aber wenn es alleinerziehende Frauen gibt, die ein Kind mit einem Vollzeitjob vereinbaren können, dann geht das auch bei einem Vollzeitstudium
    Sollte allerdings vom Kindsvater, deinen oder den Schwiegereltern bzw. sonstigen Verwandten/Bekannten keine Hilfe zu erwarten sein, stelle ich es mir extrem schwierig vor. Bezahlte Betreuung fällt dann wohl weg, da für Studenten rel. unbezahlbar. Kindergarten ist bald in Sicht, aber der geht ja soweit ich weiß nur den halben Tag?
    Gerade am Nachmittag hat man aber meistens die ganzen Praktika etc., wo man nicht fehlen kann. Ausnahmen, falls das Kind mal krank ist, hängen wohl sehr vom Wohlwollen des jeweiligen Betreuers ab. Generell gilt, dass Studenten bei "normaler" , eigener Krankheit kaum auf Kulanz hoffen können; allerdings darf man meist 1 oder 2x fehlen (was im Semester allerdings nicht gerade viel ist). In Seminaren braucht man eben zumindest Freunde, die sich Unterschriften gut merken können.:angel:

    Mit Bafög kenne ich mich nicht so aus. Unter der Höchstaltersgrenze bist du ja wahrscheinlich noch. Bafög reicht aber im Normalfall keinem Studierenden allein zum Leben, die meisten bekommen dann ja zumindest noch das Kindergeld oder jobben ein bisschen. Das wird bei dir vermutlich beides wegfallen, mit 27 ist meines Wissens Schluss und Pharmazie UND Kind ist nicht unbedingt die optimale Voraussetzung für den Nebenjob. Können dich deine Eltern evtl. noch unterstützten?
    Wohngeld wäre auch noch eine überlegenswerte Möglichkeit.

  5. #5
    Zitat Zitat von Gast 0210 Beitrag anzeigen
    Bafög reicht aber im Normalfall keinem Studierenden allein zum Leben, die meisten bekommen dann ja zumindest noch das Kindergeld oder jobben ein bisschen. Das wird bei dir vermutlich beides wegfallen, mit 27 ist meines Wissens Schluss
    Du bekommst doch aber sicher Kindergeld für dein Kind oder? Das hilft dir dann ja auch schon ein wenig weiter^^

    Ich selbst sehe das nur bei einer Komillitonin, die noch ein sehr kleines Kind hat (ich glaub der ist grad 1 oder so). Sie bekommt das irgendwie alles ziemlich gut hin, hat aber auch viel Unterstützung von ihrer Familie und dem Kindsvater.
    Eine andere hat auch einmal ein etwas älteres Kind (ich glaub 8 war er) mit in eine Vorlesung genommen. Das ist meistens nicht gern gesehen, aber der Prof hatte Verständnis und hats zugelassen.
    Für mich ist das Studium so schon sehr schwer und ich frag mich jeden Tag, wie diese Frauen das so gut hinbekommen. Es ist also sehr wohl möglich mit Kind zu studieren, nur auch sehr stressig und wirklich Zeit für sein Kind hat man da höchstens am Wochenende.

    Give me all your poison and give me all your pills
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  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von mia
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    Apothekerin
    Zum studium kann ich leider noch nichts sagen, aber mit dem bafög-antrag muss ich mich zurzeit auch rumkämpfen.
    soweit ich weiß fallen die studiengebühren weg wenn man bafög bekommt, es giebt zumindest mehrere wege sich davon befreien zu lassen. Bei normalerweise 500€ im semester hättest du dann immerhin fast 100€ im monat gespart.

  7. #7
    also ich bin bafög empfänger (sogar höchstsatz) und muss halt trotzdem studiengebühren und beiträge bezahlen. es gibt unis, bei denen man das nich muss (unabhängig vom bafög), kommt aber teilweise auch auf das bundesland an.
    was du aber machen kannst, was ich auch tue, ist das nrw-darlehen aufnehmen. dann übernimmt die nrw bank jedes semester die studiengebühren für dich. eigentlich muss man das halt zurückzahlen (mit 3,irgendwas % zinsen), aber als bafög empfänger wird das halt verrechnet. du darfst dich insgesamt, also nrw-darlehen + bafög nicht über 10.000 euro verschulden. ich bekomm jeden monat so viel bafög, dass ich locker über diese grenze komme. das bedeutet, dass ich das nrw-darlehen komplett umsonst beziehen kann, also nichts zurück zahlen muss. du kannst dir das hier mal anschauen und durchkalkulieren. es lohnt sich eigentlich für alle bafög-bezieher. ich weiß halt nur nicht, ob das wirklich nur für nrw-bürger gilt, oder obs für die anderen bundesländer was vergleichbares gibt.
    die antragsstellung für bafög ist echt mühsam, aber ohne diese unterstützung kommt man ja meist nicht weit, vor allem nicht mit kind. du kannst dich auch in dem jeweiligen studentenwerk beraten lassen.
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  8. #8
    Gast 0210
    Gast
    Zitat Zitat von st.jessi Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Gast 0210 Beitrag anzeigen
    Bafög reicht aber im Normalfall keinem Studierenden allein zum Leben, die meisten bekommen dann ja zumindest noch das Kindergeld oder jobben ein bisschen. Das wird bei dir vermutlich beides wegfallen, mit 27 ist meines Wissens Schluss
    Du bekommst doch aber sicher Kindergeld für dein Kind oder? Das hilft dir dann ja auch schon ein wenig weiter^
    Kar bekommt sie Kindergeld fürs Kind, aber so ein Kind kostet ja auch meist deutlich mehr als man an Geld bekommt.

  9. #9
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    07.10.2010
    Beiträge
    7
    Pharmaziestudent seit 2010
    Hallo!

    Ich selbst studiere an der TU-Braunschweig Pharmazie und weiß, dass unsere Uni spezielle Angebote für Studierende mit Kind hat: http://www.tu-braunschweig.de/studium/beratung/lebenslagen/mitkind

    Zur finanziellen Seite:
    Über die Landesbanken kann man in kooperation mit der KfW Bank einen Kredit für die Studiengebühren (in Niedersachsen z.B. 500,-) abschließen, die halbjährlich fällig werden. In Braunschweig wird dann nochmal etwas über 230,- für Sem Gebühren fällig, doch sind die ja bei jeder Uni anders.

    Da die Bafögerhöhung endlich beschlossene Sache ist, liegt der Höchstsatz bei 670 Euro. Hinzu kommt die Möglichkeit einen KfW Studienkredit (optimalerweise über das Studentenwerk der jeweiligen Uni) abzuschließen.
    So könntest du je nach Kreditvereinbarung auf 1000,- und mehr im Monat kommen, was allerdings auch langfristig eine große Schuldenlast nach dem Studium bedeutet.
    Auf jeden Fall sollte ein Studium geldtechnisch für dich zu realisieren sein.

    Manche Unis bieten auch Wohnheimplätze für Familien an, also "vernünftige" Wohnungen im Wohnheim. So könnte man zusätzlich Miet-, Heiz-, Wasser- und Stromkosten sparen.

    Viel Glück dir!

    LG
    Thelendris
    Geändert von Thelendris (07.10.2010 um 20:41 Uhr)

  10. #10
    Giftmischerin79
    Gast
    Hallo Sam,

    ich selber bin alleinerziehend (Kind: 7 Jahre) und studiere Pharmazie in Leipzig. Nächstes Jahr mache ich meine P2. Es ist nicht leicht mit Kind. Und was die Kinderfreundlichkeit hier angeht... naja, lässt sich irgendwie mit Pharmazie nicht so vereinbaren. Viele Prof´s lassen mit sich reden, dass man eher gehen darf. Trotz allem wird einem nichts geschenkt und man muss sein Pensum, wie alle Anderen auch erfüllen.
    Bisher hatte ich viel Glück, dass mein Kind selten krank war ("nur" 1 Mal pro Semester). Die Kinderkrankenscheine wurden als Entschuldigung anerkannt bei mir.
    Was die Finanzierung angeht... wir kommen ganz gut über die Runden. Im Studentenwerk gibt es eine Mitarbeiterin, die auf Studieren mit Kind spezialisiert ist. Von ihr habe ich damals sehr viele und gute Tipps bekommen. Seit geraumer Zeit enthält das elternunabhängige Bafög auch einen Kinderbetreuungszuschlag. Damit bekommst Du mehr als den Höchstsatz. Auch gibt es hier in Leipzig ein Wohnheim speziell für Student mit Kind und integrierter KiTa. Das Studentenwerk selber bietet auch eine KiTa an als stundenweise Unterbringung. Der Stundenplan von mir war aber so, dass ich ihn nie in Anspruch genommen habe. Wenn die Kita nur bis 18 Uhr auf hat, hilft es mir wenig, wenn die Vorlesung bis 18.30 Uhr oder länger geht. Derzeit wird für Erststudierende keine Studiengebühren fällig, nur der übliche Semesterbeitrag bei Einschreibung/ Rückmeldung. Musst Dich halt kundig machen, was alles die Uni deiner Wahl anbietet.
    Habe es bis jetzt nicht bereut, diesen Schritt gegangen zu sein. War bis jetzt eine stressige, aber auch schöne Zeit. Freu mich aber trotzdem ein "Licht am Ende des Tunnels" zu sehen und endlich wieder in der Apotheke zu sein ;-)

    Alles Gute für Dich
    LG aus Leipzig

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