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Thema: Pharmazie als Zweitstudium - Wunschtraum oder echte Alternative?

  1. #1
    asdfjklö
    Gast

    Pharmazie als Zweitstudium - Wunschtraum oder echte Alternative?

    Ich bin 29, habe ein abgeschlossenes Biostudium und vor ca. 1 Jahr meine Promotion angefangen.......... und überlege, diese abzubrechen und Pharmazie zu studieren, um Apothekerin zu werden! Ich hoffe sehr, hier ein paar zusätzliche Argumente oder Ratschläge dafür oder dagegen zu bekommen, da ich natürlich sehr unsicher bin, ob es das "wert" ist.

    Der Grund, warum ich mit meinem bisherigen Studium unzufrieden bin:
    Ich bin im Grunde gar nicht mit dem Bio-Studium unzufrieden. Es war nicht immer leicht, oft sogar ziemlich anstrengend (war so ein Spezial Bachelor-Master....), aber ich habe das Studium aus Interesse am Fach gewählt und deswegen hat es mir im Grunde meines Herzens doch (ab und zu) Spaß gemacht. Sogar mit einem recht guten Abschluss. Aber das ist gleichzeitig das Problem, dass ich das Studium nämlich aus Interesse am FACH gewählt hatte, nicht im Hinblick auf den späteren BERUF an sich. Was mich deprimiert ist die Ausbeutung der Doktoranden und Postdocs, ohne dass man großartig verdienen würde. Im Grunde geht es nur darum, möglichst schnell Ergebnisse zu bekommen, die man publizieren kann, damit man nach 3 Jahren den nächsten befristeten Vertrag bekommt und wieder umziehen muss(oder schon nach 2). 50 Stunden die Woche und extrem ungeregelte Arbeitszeiten sind in heißen Phasen keine Seltenheit, man traut sich noch nicht mal mehr als 2 Wochen Urlaub im Jahr zu nehmen, weil dann ja die Experimente/Ergebnisse leiden! Ständiger Stress, da man ja immer einen Prof als Chef hat, der oftmals sehr ehrgeizig ist. Vereinbarkeit von Beruf und Familie, sprich Halbtagstätigkeit, ist nicht gegeben, und feste Stellen gibt es in Deutschland praktisch nicht, es sei denn man gehört zu den 5%, die sich glücklich schätzen, als Professor zu enden. Als Alternative bleiben eigentlich nur Pharmavertreter (nichts für mich) oder sehr rare Stellen in der Industrie, die von der Arbeitsbelastung auch nicht besser sind.
    Also zusammengefasst die wichtigsten Punkte sind für mich: Ich weiß nicht, ob ich das mein Leben lang machen möchte/kann (was mache ich wenn ich 40 bin, Postdoc und immer noch von 3-Jahres-Verträgen leben muss :huh: ), ich möchte irgendwann auch Kinder haben und das mit einem Beruf vereinbaren können, und nicht zuletzt hasse ich den ganzen Stress und Frust, den man im Labor immer hat und immer haben wird (Experimente klappen nie beim 1. Mal)! Desweiteren sehe ich mit meinem bisherigen Studium aber auch keine andere sinnvolle berufliche Möglichkeit.

    Was ich mir erhoffe:
    Ich fand den Beruf der Apothekerin schon immer sehr interessant, habe es mir eigentlich mehr auf die Bemerkung einer Verwandten hin aus dem Kopf geschlagen, da sei man doch "nur ein besserer Verkäufer". Mit meinem super Abi-Abschluss wollte ich natürlich was "Besseres" sein Also im Grunde stelle ich mir den Beruf sehr schön vor, nicht das Studium wie im Falle meines Erststudiums! Ich weiß, dass man ohne Probleme halbtags arbeiten kann, und außerdem denke ich, dass man sicher geregeltere Arbeitszeiten hat - wenn die Apotheke schließt, kann man eben auch nach Hause gehen, und muss daheim nicht noch über Experimenten oder Publikationen brüten. Gelegentliche Nachtdienste sehe ich jetzt nicht als so großes Problem. Außerdem denke ich, dass es spätestens nach ein paar Berufsjahren keine größeren Frustsituationen oder Gefühle der Überforderung mehr gibt, weil man ja doch mehr oder weniger jeden Tag ähnliche Sachen macht :huh:. Gleichzeitig ist es eine Tätigkeit, bei der man Menschen begegnet, und bei der man sogar meistens der "Chef" ist, wenn man als Apotheker arbeitet (wie es als Angestellter ist, weiß ich nicht, aber schätze auch da hat man nicht ständig den Apothekenbesitzer am Hals oder wird zumindest als Kollege behandelt).

    Was ich befürchte:
    Oh ja auch diese Liste ist lang.... sonst hätte ich es wohl schon längst gemacht. Hier die wichtigsten Stichpunkte:
    - Bin ich zu alt, mit 29? Ist es evtl. deprimierend, wenn ich dann mit lauter 18jährigen zusammen im Labor und in den Vorlesungen bin? Werde ich unter den Leuten Freunde finden, wenn ich 6-7 Jahre älter als sie bin?
    - naja dass ich das Studium nicht packe, halte ich nach abgeschlossenem Erststudium für unwahrscheinlich, aber trotzdem frage ich mich, ob ich mir den Stress noch mal antun will, schließlich war ich doch froh, die letzte Prüfung hinter mir zu haben
    - wie soll ich das meinen Eltern, Verwandten, Freunden erklären? (ich weiß, der Punkt hört sich kindisch an, aber das ist tatsächlich ein großes Problem für mich)
    - werden mir meine Eltern überhaupt ein Zweitstudium mitfinanzieren, was mache ich wenn nicht :huh: (habe gehört dass Arbeit neben Pharmazie gelinde gesagt schwierig sein soll, und möchte auch zumindest ein bisschen Freizeit haben)
    - male ich mir die berufliche Situation als Apotheker womöglich zu rosig aus? das wäre natürlich extremst sch...ade, wenn ich dann nach 4 Jahren Studium feststelle, dass es doch nicht so toll ist wie ich mir das vorgestellt hatte!!!
    - ist das also nur wieder ein typischer Fall von "andere habens immer besser, ich will immer das was ich nicht haben kann" :huh:

    Schlussendlich die Frage: Lohnt es sich? Ist es das wirklich wert, nochmal 4-5 Jahre des Lebens mit lernen zuzubringen, Zeit, in der ich nichts verdiene und auf die Gutmütigkeit meiner Eltern angewiesen bin? Zweitstudium - ja oder nein? Bitte helft mir! Vielleicht könnt ihr einige meiner Befürchtungen entkräften - vielleicht aber auch bestätigen oder aufzeigen, dass ich mir womöglich doch nur was vorträume. Danke schonmal im Voraus fürs Lesen und Antworten

  2. #2
    Also deine Befürchtungen, dass du keinen Anschluss kriegst, kann ich entkräftigen. Mit mir haben auch ein paar angefangen, die 5 Jahre (und mehr) älter sind als ich. Da war ich mit damals 21 noch eine der jüngsten (Beginn im SoSe). Dadurch, dass ich das erste Semester wiederholen musste, fand ich mich dann auch unter 18-19 Jährigen wieder und bin dort jetzt eine der ältesten . Hatte beide Male keine Probleme mit den Leuten. Ich denke, allein dadurch, dass man in der selben Situation ist findet man schnell Kontakt zu den anderen.
    Ansonsten: ich hab auch schon gehört, dass manche Apotheker nur als "bessere" Verkäufer sehen. Tatsächlich ist es so, dass man vieles von dem Studium später nicht mehr braucht. Allerdings muss ein Apotheker sich auch in seinem Gebiet gut auskennen, da er ja auch eine gewisse Verantwortung trägt. Dementsprechend ist man dann nicht nur einfach Verkäufer. Es gibt aber auch andere Beschäftigungsmöglichkeiten als die öffentliche Apotheke.
    Die Zukunftsaussichten sind, denke ich, wirklich vergleichsweise gut. Es wird auf jeden Fall immer berichtet, dass es kaum arbeitslose Pharmazeuten gibt und das händeringend nach Nachwuchs gesucht wird.
    Hier gibts auch noch ein paar weiterführende Infos:
    http://ranking.zeit.de/che2010/de/fachinfo?esb=19

  3. #3
    asdfjklö
    Gast
    hallo,
    danke für den Beitrag, hast du denn schon mal ein praktikum in einer Apotheke / Krankenhausapotheke gemacht und kannst was über den Berufsalltag schildern?

    Hoffe, du hast das nicht falsch verstanden, mich würde es noch nicht mal stören, einfach nur "Verkäuferin" mit Hochschulabschluss zu sein. Ich will ja gar keinen Beruf, bei dem man immer nur rumgestresst und gefordert wird. Das war nur damals nach dem Abi, wenn man sich halt mit gutem Abschluss irgendwie als "Elite" fühlt, so dumm es auch ist, und denkt man sei was besseres oder müsste zumindest was besseres machen Aber ich denke nicht, dass man sich als Apotheker wie ein Regaleinräumer fühlt und deswegen Minderwertigkeitskomplexe entwickeln müsste

    Dass du meine Ängste über mein Alter entkräften kannst, ist schon mal sehr schön zu hören. Manchen Leuten sieht man es ja auch nicht auf den ersten Blick an, mir ist z.B. erst gestern gesagt worden, dass ich ja von der Körpergröße her bald meine Mutter überhole Aber dennoch, gerade wenn man noch Single ist, macht man sich schon so seine Gedanken, ob man sich nicht lieber mit Leuten der eigenen Altersklasse umgeben sollte und immer so akzeptiert wird.

    Blieben noch die anderen angesprochenen Punkte...

  4. #4
    Administrator Avatar von ooonja
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    Ort
    Tübingen
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    Hallo,

    also mit 29 bist du meiner Meinung nach überhaupt nicht zu alt zum Studieren und ein bisschen Lebens-, Studienerfahrung schadet sicher nicht.
    Wie du es deinen Freunden und Verwandten erklären sollst - einfach so, wie du es hier auch geschrieben hast: dass du deine beruflichen Aussichten verbessern willst und einen guten, sicheren Job haben möchtest. Die Situation, die du schilderst, klingt alles andere als paradiesisch, ich denke das versteht fast jeder.
    Ich weiß nicht, ob dir deine Eltern das Zweitstudium finanzieren können/wollen. Neben dem Studium zu arbeiten ist wirklich nicht einfach, in den Semesterferien ist das allerdings kein Problem. Du hast natürlich auch die Möglichkeit einen Studienkredit aufzunehmen.
    Die berufliche Situation ist wirklich nicht schlecht, ob und wie lange dies so bleibt, kann man leider nicht sicher abschätzen.
    Ob es sich für dich lohnt, kannst nur du selbst entscheiden. Und ich würde dir raten mal ein Praktikum in der Apotheke zu machen (das muss man zwar auch während des Studiums), aber vielleicht hilft es dir bei der Entscheidungsfindung.

    Alles Gute!

  5. #5
    Also, ich hab schon zwei Mal ein Praktikum in einer öffentlichen Apotheke gemacht und einmal in einer Krankenhausapotheke. Nach meinen Beobachtungen in den öffentlichen Apotheken kümmern sich die Apotheker vor allem um das Bedienen und Beraten von Kunden sowie um betriebswirtschaftliche Dinge. Regale einräumen machen vor allem PKAs . Es kommt halt darauf an, ob es eine große Apotheke mit mehreren Apothekern oder eher kleinere mit vielleicht nur einem ist und ob die auf dem Land oder in der Stadt ist . Je nach dem hat der Apotheker auch Aufgaben in der Rezeptur, sprich irgendwas anrühren, Substanzen prüfen etc..
    Eine Krankenhausapotheke kann man fast gar nicht mit einer öffentlichen vergleichen. Mir persönlich fehlt dort vor allem der direkte Kontakt zum Patienten. Dafür gibt es dort Bereiche, die es in öffentlichen Apotheken nicht gibt, z.B. Zytostatikaherstellung. Du musst aber wahrscheinlich während dem Grundstudium eh insgesamt 8 Wochen Famulatur machen, da kannst du dir ja auch noch was anderes wie ne öffentliche Apotheke ansehen. Wenn du aber jetzt irgendwann mal 2 Wochen oder so Zeit hast, kannst du dir auch jetzt schon Mal den Apotheken Alltag angucken.
    Aber dennoch, gerade wenn man noch Single ist,...
    Du weißt ja, das der Studiengang sehr Frauen lastig ist? In meinem Semester sind gerade mal 3 Männer

  6. #6
    asdfjklö
    Gast
    Hallo, danke für eure Meinungen! Das hört sich doch ganz gut an, hatte eigentlich fast erwartet, dass jetzt eher Beiträge ala "bei uns ists auch nicht besser" oder so ähnlich kommen.

    Ein Praktikum in einer Apotheke zu machen wäre natürlich schon sehr sinnvoll.... dummerweise geht das aus verzwickten Gründen nicht. Denn das Praktikum sollte ich ja wenn dann möglichst machen, bevor ich mich endgültig für das Zweitstudium entschieden habe. Allerdings habe ich während der Doktorarbeit wohl kaum Zeit, einfach mal so einen Monat zu verschwinden... Gründe dürften ja im 1. Beitrag schon klar geworden sein
    Das geht also eigentlich erst, wenn ich die Promotion schon abgebrochen habe. Also hoffe ich sehr auf die Schilderungen des Berufsalltags von euch hier im Forum, und vielleicht kriege ich ja ein paar Pharmazeuten in meinem Umfeld zu fassen. Insbesondere negative (aber auch positive) Punkte möchte ich natürlich schon ehrlich wissen, auch um zu sehen, ob ich damit leben kann und ob auch in Anbetracht dieser Punkte der Beruf noch wie der Traumberuf für mich wirkt.

    Meine Eltern könnten mir das Zweitstudium wohl rein theoretisch schon finanzieren.... zumindest jetzt, wo auch mein Geschwisterlein bald finanziell unabhängig ist. Ob sie das machen WERDEN, ist allerdings eine andere Frage. Das kann ich überhaupt nicht einschätzen. Sie haben beide nicht studiert...
    Ansonsten bleibt wahrscheinlich tatsächlich nur Studienkredit, und mich wieder deutlich einschränken (während der Promotion mit 1. eigenem Gehalt hatte ich es mir doch erlaubt, meinen Lebensstandard geringfügig anzuheben). Na gut, insgesamt glaube ich nicht, dass es am Geld scheitern wird.

    Aber ich möchte einfach 100% sicher sein, dass es diesmal die richtige Entscheidung ist und ich es nicht in einem Jahr oder nach Studienende plötzlich wieder bereue. Andererseits hat man als approbierter Pharmazeut deutlich mehr berufliche Perspektiven als jetzt als Biowissenschaftler, da wird doch dann wohl was dabei sein :huh: Aber wer weiß schon, was mir in 5 Jahren wichtig ist. Andererseits habe ich bis jetzt alles mehr oder weniger geradlinig durchgezogen, trotz immer wieder aufkeimender Zweifel, und ich schätze, dass diese Zweifel in den nächsten Jahren nicht weniger werden! Jetzt würde es vielleicht noch machbar sein umzuschwenken... aber irgendwann ist es eben dann auch wirklich zu spät für den Absprung.

    @AlterEgo: Schöne Beschreibung, danke. Aus deinem Text höre ich eigentlich nichts negatives über den Berufsalltag heraus. Könnte es tatsächlich der Traumberuf sein, so wie ich ihn mir vorgestellt hatte? Es ist so seltsam, eigentlich jammert jeder immer über alles (naja vielleicht vor allem von meinen Kollegen geprägter Eindruck ), aber in Bezug auf Pharmazie habe ich eigentlich bisher nur Leute über das harte Studium, aber nie über den Beruf an sich jammern hören.

  7. #7
    Hallo,

    Hier ist noch wer viel Älteres, die mit dem Gedanken spielt im nächsten Jahr ein Pharmaziestudium zu beginnen. ;-)
    Das Alter ist und sollte nie ein Grund sein, sich von etwas, was man wirklich will, abhalten zu lassen. ;-)
    Man ist zudem immer nur so alt, wie man sich fühlt.
    Ich würde dir raten, zunächst deine Promotion zu Ende zu führen. Finde Wege und Kraft dafür, aber lass es nicht aus einer Laune, aus einem Gefühl heraus, hinten unter kippen. Bring es zu Ende. Womöglich wirst du dich sonst darüber tierisch in den Allerwertesten beissen.
    Dann lass dir, von mir Berufserfahrene, sagen, jeder Job stresst! Das ist unsere Zeit, unsere Gesellschaft. Du musst mitrudern oder du landest bei den "Schwachen". Es ist leider so. Auch mir fehlt manchmal die Kraft und ich könnte alles hinschmeißen. Natürlich kann man das auch tun. No risk, no fun! ABER, wer sagt einem, dass es besser wird? Niemand. Man ist für sich und seine Entscheidungen selbst verantwortlich.
    Ich habe in sehr vielen, unterschiedlichen Bereichen gearbeitet, bis ich gefunden habe, was mir Spass macht. Aber auch da kam die Zeit, wo ich, gelinde gesagt, die Schnauze mal voll hatte. Einige Zeit Abstand und Arbeitsmarktforschung (also Umschauen, Fragen und Erkundigen) haben mir aufgezeigt, wie sehr ich meinen Job doch liebe und kein anderer das Positive daran auf aufwiegen kann. Wie gesagt, Unangenehmes, Negatives, Stress und auch doofe Kollegen oder gar Chefs wird es immer und überall geben. Ich könnte dazu jetzt noch Ausführungen zu
    Menschenkenntnis und Umgang bringen, aber da weiche ich für heute zu sehr von Thema ab.
    Wo war ich? Ach ja, Stress findest zu heutzutage überall. Ich wette, es gibt keinen Apotheker, der nichts zu klagen fände. *in einen anderen thread schiel* ;-)

    Wichtig für dich, finde heraus, was dir wirklich Spass macht...dann ist der Stress
    leichter zu ertragen....sogenannter positiver Stress. Und auch da gibt es ein zutreffendes Sprichwort: Probieren geht über Studieren!
    In diesem Sinne schließe ich mich meinen Vorrednern an und rate dir zu einem Probetag oder -Tagen in einer Apotheke. Starte mit einem Tag. Gönn dir einen Samstag dafür oder "opfere" eine Urlaubstag. Ist ja für dich allein und niemanden anders...also ist es kein wirkliches Opfer. Ich hab dieses Job shadowing auch gemacht. Tolle Sache. Man erfährt dadurch sehr genau, dass manche Berufe dann doch nur halb so schön sind, als wenn man nur den Blick von "außen" drauf wirft. Manches sieht so super aus...wenn ich da nur an die Musikbranche denke...lach!
    Frage in Apotheken in deiner Umgebung nach deren positive Seiten für ihren Job, aber auch nach negativen Aspekten, der Sorgen, Nöte und Ängste. Wie beurteilen sie die Zukunft des Gesundheitsmarktes und der Apotheken? Frag dich schlau und probier dich aus. Du hast noch alle Zeit deines Lebens vor dir.
    Ich versteh immer die Einstellung nicht, man muss sich mit 29 oder jünger schon festgelegt haben, was man und wohin man will. Woher soll man denn das wissen, wenn man noch von nix ne Ahnung hat? Also lasst euch/ dich davon nicht beirren.
    Ich kenn Menschen, die haben mit 38 und 40 ihr Leben nochmal grundauf geändert.
    Das Leben ist ein Kampf....und kämpfen musst du für dich allein. ;-)

    Einen Vorschlag hätte ich noch für dich: Biowissenschaftler werden gern von Staat
    bzw Bund gesucht (also nicht Bundeswehr, sondern www.bund.de).
    Die haben meist geregelte Arbeitzeiten, Tarifgehälter und bieten Teilzeitmöglichkeiten.

    Und ja, diese blöden Zweifel gehen nie weg....vor allem wenn man jemand ist, der sich gern um solche Dinge einen Kopf macht. Ich kenn das.
    Außerdem tendiert unsere Gesellschaft und unser Arbeitsmarkt derzeit stark zu Kurzzeitverträgen und Kurzlebigkeit. Die andere Seite ist, die ständig geforderte Höchstleistung und die damit verbundenen Versagens- und Sozialängste.
    So wie einst unsere Großeltern, einen Job mit Sicherheit und Bestand wirst du kaum noch finden. Ich Ärger mich darüber auch mehr als oft. Dennoch ist es bei uns noch besser, als z.B in England. Den Arbeitsmarkt zu erforschen und zu beobachten war für mich mehr als interessant und ich bin froh wieder hier zu sein. Was ich sagen will, es geht auch noch schlimmer.

    In Sache Finanzierung habe ich leider keine Rat für dich.

    Also mache das Beste aus dem, was du hast. Finde vor allem heraus, was dich an einem Job reizt und was dich abschreckt. Wo sind deine Stärken und wo deine Schwächen. Dann suche nach diesen Kriterien den entsprechenden Job.
    Und ja, das Unbekannte ist immer reizvoller. Cave!!! Deshalb rate ich dir ja, mach es dir bekannt!
    Ich kenn das Gefühl nur zu gut, wenn man glaubt, etwas unbedingt zu wollen... trügerisch, sehr trügerisch... ;-)
    lg
    Mena
    Geändert von Mena Troirrat (20.09.2010 um 16:57 Uhr)
    Vor Gebrauch, bitte schütteln!

    Nach Schütteln nicht mehr zu gebrauchen!

  8. #8
    Ich kann deine Bedenken absolut verstehen. Aber du musst es mal so sehen: Du wirst nie ne Garantie dafür haben, dass das was du jetzt gut findest und dich interessiert du auch noch in 5 oder 10 Jahren gerne machst. Da ist es egal ob Apotheker, Biologe oder sonst irgendwas. Ich finde es auf jeden Fall super, dass du dir im vorraus diese Gedanken machst und nicht (wie manche andere) wenns zu spät ist. Und es gehört auch schon ein Stück Mut dazu, trotz allem sich Gedanken über ein Zweitstudium zu machen. Hatte mir selbst auch überlegt gehabt Bio zu studieren, falls es mit dem Pharmazie Studium nicht geklappt hätte. Das was mich daran schon von Anfang an gestört hat, war, dass ich nicht genau wusste, was ich damit dann anstellen soll, wenn ich mal fertig bin. Aber ich hätte mir wahrscheinlich gesagt, dass ich mir erst darüber Gedanken machen sollte, wenn ich dann fertig bin. Nach deinen Schilderungen bin ich heilfroh, dass ich Pharmazie und nicht Bio studiere .
    Klar, es sagt ja wirklich fast jeder, dass das Studium sehr anstrengend ist. Allerdings würd es ja auch keiner machen, wenn der Apotheker Beruf nicht so interessant wär . Und ich glaube, man hat echt vergleichsweise super Berufsaussichten.
    Wenn du noch ein bisschen mehr über Apotheker lesen willst: www.abda.de.
    Das ist die Seite der "ABDA- Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände".

  9. #9
    asdfjklö
    Gast
    danke nochmal für die weiteren Beiträge. Es ist auf jeden Fall richtig, man sollte sich Gedanken machen, ob man in 5, 10 Jahren möglicherweise bereut, was man heute macht.Von wegen "Lebe jeden Tag so, als ob er dein letzter wäre!" Das ist ein schönes Motto, aber die meisten Menschen, die gerade ihr Abi machen, leben eben doch noch deutlich länger als ein paar Tage, zum Glück

    Meine erste Studienentscheidung war in der Hinsicht ein wenig kurzsichtig. Ich wollte vor allem ein schönes, interessantes Studium machen - was ich danach tatsächlich mit dem Abschluss anfangen kann, war mir nur sehr undeutlich klar. Wozu man auch klar sagen muss, dass der damalige Hype um das Fach und die schwammigen Formulierungen in Infobroschüren und Berufsinformationsseiten auch beigetragen hat. Und trotz aufkommender Zweifel in den ersten Semstern "wollte" ich dann die problematischen Aspekte auch gar nicht mehr sehen, weil ich mich schon zu sehr in das Studium, die Stadt, die Leute verliebt hatte Das sind ja nie rationale Überlegungen, es spielen immer Emotionen mit.

    Bis zur nächsten Studienmöglichkeit habe ich ja noch etwas Zeit, mich eingehender zu informieren. Das Schreiben hier ist ein erster Schritt - denke ich doch, dass man anonym im Internet meist sogar "ehrlichere" Informationen erhält, als wenn man einen Apotheker einfach so fragt.

    In Bezug auf Doktorarbeit fertig machen: Also angenommen ich möchte auf jeden Fall Pharmazie studieren - ob nach Abbruch oder nach Fertigstellung der Diss. Hmm, ich weiß nicht. Im Prinzip würde ich das lieber heute als morgen hinter mir lassen. Mir liegt nichts am Titel, die Stelle wird zwar eine nette Geldquelle bis zum Studienbeginn sein, aber wenn ich wirklich Apothekerin werden will, bringt es mir doch nichts, noch weitere 2 Jahre zu verschwenden?
    Habe ausgerechnet, wenn ich jetzt im nächsten Sommersemester mit dem Studium anfangen würde, hätte ich (bei 8 Semestern) am Ende bis zum Berufsstart nur etwa 2 Jahre "verloren" im Vergleich mit Promotion fertig machen. Wenn meine Doktorarbeit 5 Jahre gedauert hätte statt 3 sogar gar nichts! Gut, natürlich verdiene ich auch jetzt während der Doktoararbeit schone meine eigenen Brötchen, während ich fürs Studium aller Wahrscheinlichkeit nichts bekommen werde .
    Hat man denn als Apotheker mit Dr.-Titel soviel größere (Verdienst)Chancen? Ich will ja gar nicht in die Pharmaindustrie. Und noch dazu - was bringt mir der Titel, wenn ich diesen gar nicht in einem berufsrelevanten Bereich, sondern halt in der biologischen Forschung (die ja doch nochmal deutlich anders ist) erworben hätte. Und die Vorstellung, mit 27-28 und einem Titel vor dem Namen neben all den Erstis zu sitzen behagt mir noch viel weniger als jetzt mit meinem Bio-Abschluss, den man ja wenigstens noch kleinreden kann...

  10. #10
    Ich persönlich kenne keinen Apotheker mit Doktortitel. Der ist vor allem dann wichtig, wenn man in die Lehre, Forschung und Industrie will. Und was man dann mit nem Dr. in Bio machen kann, keine Ahnung :huh: .
    Ich hatte mal so ein Gespräch mit einem älteren Herrn (nicht vom Fach), dem hab ich halt irgenwie erzählt, dass ich Pharmazie studiere und später meinte ich halt, dass man an meiner Uni darin auch ein Diplom machen kann, was ich aber nicht machen will (sehe da keine Notwendigkeit). Der hat versucht auf mich einzureden, dass ich einen großen Fehler mache, wenn ich das nicht machen würde usw.. Hab mich später auch nochmal mit meinem Hausapotheker darüber unterhalten, der meinte auch, dass das für jemanden, der "nur" in ne normale Apotheke will, nicht unbedingt erforderlich wäre. Ich weiß allerdings nicht, ob das in irgendeiner Form vielleicht für Kunden interessant ist. Die meisten lassen sich ja doch recht schnell von nem Diplom oder gar nem Doktortitel beeindrucken .
    Wenn du deine Promotion bald abgeschlossen haben würdest, dann würde ich sie noch zu Ende machen, aber was ich so bei dir herausgelesen hab, dauert das noch ne Weile. Dann würd ich mir das auch stark überlegen. Man will ja auch irgendwann mal fertig werden

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