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Thema: Ist der Beruf des Apothekers eigtl. sehr sinnvoll?

  1. #1

    Ist der Beruf des Apothekers eigtl. sehr sinnvoll?

    Ich meine damit zumindest den Apotheker, der in der Apotheke steht und den ganzen Tag recht stupide Medikamente verkauft- und dabei berät. Da fängts schon an. Wofür ist die Beratung so wichtig, wenn es Beipackzettel gibt?
    Was unterscheidet einen Apotheker von einer PTA, die kann doch genauso gut beraten. Das Detailwissen ist für den Patienten doch unerheblich? Und wie gesagt, alles Wichtige steht doch bereits in der Packungsbeilage!
    Wofür wird der Apotheker dann überhaupt in einer öffentlichen Apotheke gebraucht? Ist seine Tätigkeit nich irgendwie sinnlos?

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von mia
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    Apothekerin
    Ich befürchte, dass dies keine ausgeglichene Diskussion wird, in einem Pharmaforum, aber nunja. los gehts.

    Ich finde den Beruf des Apothekers natürlich nicht sinnlos, sonst würde ich wohl kaum ein so hartes Studium über mich ergehen lassen. Wo wir auch schon beim 1. Argument wären: Der Apotheker weiß viel, und oft weiß er mehr als in der Packungsbeilage steht, bzw kann das wichtige hervorheben/herausfiltern. beispielsweise: Nehme ich die Tablette besser vor oder nach dem Essen?
    Insbesondere wenn jemand viele verschiedene Medikamente nimmt ist ein gutes 'medikations-management' wichtig. Manche Tabletten sollte man beispielsweise nicht gleichzeitig einnehmen, da sie gegenseitig ihre Wirkung verstärken oder abschwächen können. Da viele Patienten die Packungsbeilage nicht lesen, ist der kleine Hinweis beim Kauf oft die einzige möglichkeit sie darüber aufzuklären. Hier ist dann eben wieder Detailwissen gefragt. Natürlich muss der Kunde nicht genau wissen was jetzt passiert wenn er seine Medikamente falsch einnimmt, der beratende sollte dies aber wissen, um eben einschätzen zu können wie wichtig diese Information in diesem Fall ist.

    Aber wieso jetzt Apotheker und PTA's? Was eine PTA so alles gelernt hat weiß ich leider nicht. Ich stelle mir jedoch vor, das insbesondere bei der Pharmakologie die Apotheker umfassenderes Wissen haben. Und dann wäre da noch die Sache mit der Verantwortung. Ein Fehler in der Apotheke endet im allerschlimmsten Fall mit dem Tod des Patienten. Daher ist es sicherlich ganz gut, wenn man im zweifelsfall nochmal den Apotheker fragen kann.

  3. #3
    Ich studiere auch Pharmazie, meine Kritik galt auch nicht den Pharmazeuten allgemein, lediglich dem beratenden Apotheker..momentan sehe ich noch weit mehr Sinn in der Industrie, einer Krankenhausapotheke oder der Forschung..lasse mich aber auch gern davon überzeugen, dass auch die Tätigkeit in der öffentlichen Apotheke durchaus viel Sinn macht...viele Apotheken verkommen meiner Meinung nach zu sehr zu Körperpflegesalons und Medikamentenabholstationen..
    und nochmal die Sache mit der PTA..die kann dem Patienten auch mitteilen, ob die Tablette vor oder nach dem Essen eingenommen werden muss, da ist doch kein pharmakologisches Detailwissen gefragt? oder hast Du ein Beispiel für mich, wo dieses Detailwissen in der öffentlichen Apotheke gefragt sein könnte?

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von mia
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    229
    Apothekerin
    Zu vor oder nach dem Essen fallen mir Schmerztabletten ein. Manchen Leuten schlagen die auf den Magen, das wird durch die Einnahme mit einer Mahlzeit abgeschwächt. Dadurch dauert es aber auch länger bis zum Wirkungseintritt.
    Die Plausibilitätsprüfung von Rezepturen erfordert doch auch Apothekerwissen oder? Die PTA in 'meiner' Apotheke war immer froh dass sie sich damit nich herumzuschlagen brauchte.
    Während meiner Famulaturen fiel mir auf, das PTA's meine Fragen oft eher mit: 'das ist halt so' beantworteten, die Apotheker dazu eine aushohlendere Erklärung parat hatten.
    Fertige Apotheker können da sicherlich mehr zu sagen.
    Interessant fände ich auch, was PTA zum Sinn und Unsinn des Apothekerberufs zu sagen haben.

  5. #5
    Unregistriert
    Gast

    re

    Hmm.. Wozu wird die Apotheke ansich denn dann überhaupt nocht gebraucht?
    Wieso nicht gleich alle Medikamente in der Drogerie verkaufen. Auch die Verkäufer können den Einkaufszettel lesen und Beraten?
    ...

  6. #6
    Apothekerin Avatar von 1981engelchen
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    Na das ist ja mal n niedlicher Post ;-). Also, es steht längst nicht alles so gut und v.a. verständlich in Packungsbeilagen, Packungsbeilagen üben auch nicht den Umgang mit deinem Inhalationsgerät, erklären dir nicht, wie du dein Blutzuckermessgerät richtig einsetzt und überprüfen nicht, ob deine medis auch alles zusammenpassen (wer weiss schon, ob er n Calciumantagonisten oder n Sartan einnimmt?!).... klar muss einem das Spaß machen, wenn man die Arbeit in der Apotheke nur als "stupides Medikamente verkaufen" ansieht, ist man hier sicher an der falschen Adresse, was die eigene Berufwahl angeht.
    Das Wissen von Apotheker und PTA unterscheidet sich schon mitunter beträchtlich, was nicht heissen soll das jeder Apotheker grundsätzlich einer berufserfahrenen, engagierten PTA das Wasser reichen könnte. Aber es gibt schon einige Dinge, für die man in der Ausbildung gar keine Zeit hat und die man einfach im Studium intensiver angeht. Habe schon öfter Situationen gehabt, wo mich meine PTAs hinzugezogen haben, weil sie selber nicht weiter wussten und dann ganz erstaunt waren, was ich allles weiss, obwohl es für mich ganz "normal" war das zu wissen, weil ich eben Pharmazie studiert hab...
    Also, nix mit sinnlos der Beruf, aber wahrscheinlich weiss man das auch eher zu schätzen, wenn man krank ist oder ein gewisses Alter erreicht hat ;-)!

  7. #7
    Apothekerin Avatar von 1981engelchen
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    Oftmals braucht man auch einfach das Verständiss der Wirkmechanismen der Arzneistoffe um Nebenwirkungen oder IA zu verstehen und das lernt ne PTA oft einfach nicht....

  8. #8
    Eben, da stimme ich voll und ganz meiner Vorrednerin zu, in allen Punkten!!

    Kurz zu meiner Person: ich bin PTA, habe ca. 1 Jahr in dem Beruf gearbeitet und werde jetzt ein Pharmaziestudium aufnehmen.
    Ich kann nur bestätigen, dass ich, gerade bei etwas komplexeren Fragestellungen oft einen Apotheker hinzugezogen habe, da diese ein viel größeres Fachwissen hatten, gerade im Bereich von Interaktionen, bzw. medikationsmenagement.
    Und zu dem argument, dass unsere Arbeit auch von Drogeien oder Internetapotheken übernommen werden könnte, sage ich nur: Schwachsinn!! Wir sind pharmazeutisches personal, und keine besseren verkäufer im weißen Kittel, auch wenn wir leider nur zu oft als solche wahrgenommen werden-.-
    Unsere aufgabe ist es die Patienten mit Arzneimitteln zu versorgen und deren therapie zu managen und zu überprüfen, bzw. für die Therapietreue zu sorgen.
    Wir stellen somit nochmal eine Kontrollinstanz dar, auch für den arzt!!Diesen Punkt sollte man sich immer vor augen führen!!
    LG

  9. #9
    Habe schon öfter Situationen gehabt, wo mich meine PTAs hinzugezogen haben, weil sie selber nicht weiter wussten und dann ganz erstaunt waren, was ich allles weiss, obwohl es für mich ganz "normal" war das zu wissen, weil ich eben Pharmazie studiert hab...
    Also, nix mit sinnlos der Beruf
    Na dann bin ich ja beruhigt und auch wieder etwas motivierter beim Lernen ;-)

    Oftmals braucht man auch einfach das Verständiss der Wirkmechanismen der Arzneistoffe um Nebenwirkungen oder IA zu verstehen und das lernt ne PTA oft einfach nicht....
    Zumindest nicht so detailliert..aber wozu muss man in seiner Tätigkeit als beratender Apotheker den Wirkmechanismus verstanden haben? Es reicht doch, wenn man weiß, welche NW und KI bestehen können..wieso, weshalb, warum ist dann zwar vllt interessant aber doch für die praktische Tätigkeit irrelevant..

  10. #10
    Unregistriert
    Gast
    Also, ich finde die frage des threaderstellers keineswegs so abwegig.

    Alles, was hier so an argumenten kam, bildet ja eher den theoretischen zustand, seien wir ehrlich. In wirklichkeit ist es glückssache, sich in einer apotheke beraten zu lassen, man kann an die dollsten antworten geraten von PTAS und leider auch approbierten, bei denen man glaubt, sie hätten noch nie eine schule bzw uni von innen gesehen.
    mit evidenzbasierter, sinnvoller beratung hat das leider oft nicht viel zu tun.

    Fragt doch mal einen beliebigen apotheker nach wechselwirkungen. Aufgrund der stundenlangen stupiden krankenkassenerfüllungshilfsarbeit ist den meisten doch sämtliches wissen nach ein paar jahren abhanden gekommen, weil es nie gefragt ist.
    Also, leider, leider......mit pharmazie braucht man nicht unbedingt kommen.


    Zur info, ich bin ebenfalls apothekerin, endlos frustriert und der galoppierenden verdummung demnächst entfliehend durch ein medizinstudium. ;-)

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