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Thema: Pharmaziestudium: Einige Fragen

  1. #1

    Pharmaziestudium: Einige Fragen

    Hallo zusammen,
    Da ich nun mein Abitur (fast) hinter mich gebracht habe, suche ich nun nach einem geeigneten Studiengang. Pharmazie würde mich schon interessieren, ich habe auch schon einige Bücher über "Naturgifte" etc. gelesen und überlege auch ein Praktikum in einer Apotheke zu machen.
    Allerdings habe ich Chemie in der Oberstufe abgewählt und sehe mich auch eher als Bioaffiner (Biologie in Reinform will ich trotzdem nicht studieren).
    Kommt man bei einem Pharmaziestudium in Sachen Biologie überhaupt auf seine Kosten, oder wird das Studium sehr stark von der Chemie dominiert? Ist ein Pharmaziestudium überhaupt sinnvoll bzw. zu schaffen, wenn man kein Chemie in der Oberstufe hatte, oder sind die Vorkenntnisse schnell aufgebraucht? Darüber hinaus würde mich interessieren, ob sich das Pharmaziestudium in Österreich von dem in Deutschland unterscheidet. Durch Aussagen in diversen Foren habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Pharmaziestudenten in Österreich nicht ganz so gestresst sind, wie in Deutschland. Könnte da was dran sein?
    Über Antworten auf meine Fragen würde ich mich sehr freuen.
    Gruß, Stoiker

  2. #2
    1,3,7-Trimethyl-2,6(1H,3H)-purindion Avatar von Willi
    Registriert seit
    15.11.2009
    Beiträge
    234
    Pharmazeut
    Hallo Stoiker,
    am Anfang des Pharmaziestudiums geht es i.d.R. ordentlich mit Chemie los, welche einen auch nicht mehr loslassen wird. Aber später kommt eigentlich genausoviel Biologie dazu. Chemiekenntnisse aus der Oberstufe sind nicht zwingend erforderlich - man kann Pharmazie auch ohne meistern. Ein wenig nach- (oder vor-)arbeiten von Chemiestoff vor Studienbeginn ist dann aber nicht verkehrt. Schau einfach mal hier rein: Pharmaziestudium ohne Chemie im Abi?
    Zu Österreich kann ich persönlich leider überhaupt nichts sagen. Zumindest mit der Approbation und deren Anerkennung in Deutschland gibt es wohl keine größeren Probleme.

    Weiß du denn, wo/als was du später arbeiten willst?

    MfG Willi

  3. #3
    Hi Willi, Danke für die Antwort! Dass der Bioanteil anscheinend doch nicht so klein ist, überrascht mich in einem positiven Sinn. Also, wo ich später arbeiten will, weiß ich selber noch nicht so genau. Eine Forschungskarriere könnte ich mir durchaus vorstellen, allerdings wäre es möglich, dass ich eine leicht verklärte Vorstellung von dem Leben eines Forschers habe...Auch könnte ich mir vorstellen in der Umweltanalytik oder Industrie zu arbeiten, außerdem in der Apotheke, wobei ich hier lieber nochmal ein Praktikum machen sollte, weil ich mir nicht viel unter der Arbeit in einer Apotheke vorstellen kann^^
    Wie sieht es denn mit den Arbeitsmöglichkeiten für Pharmazeuten außerhalb der Apotheke z.B. in der medizinischen Forschung aus? Mit was beschäftigen Pharmazeuten sich in der Forschung und sind beispielsweise Biochemiker o.ä. nicht geeigneter, weil ihr Studium darauf abziehlt und den Pharmazeuten entsprechende molekularbiologische Skills fehlen?
    Mir würde es beispielsweise riesigen Spaß machen nach neuen Wirkstoffen in der Natur (Regenwald u.a.) zu suchen. Gibt es für solche Leute überhaupt Stellen? Außerdem würde mich noch interessieren, wie groß der Arbeitsaufwand ist. Ist es wahr, dass man als Pharmaziestudent quasi keine Freizeit hat?

  4. #4
    Benutzer Avatar von Gaia
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    Pharmaziestudent
    Hey, also ich kann dir zumindest eines versichern: Viel Freizeit hat man während des Studium nicht. Da kann man nichts schönreden: Dieses typische "Studentenleben" ist bei Pharmazie nicht der Fall. Von Semester zu Semester gibt es irgendwie immer weniger wirkliche freie Zeit...

    Deine Zukunftvorstellungen hören sich so nach den tollen Forscher/Wissenschaftler an, welcher irgendwo auf der Welt neue Dinge (Arzneistoffe?) entdeckt und damit die Welt rettet.

    Die Chancen auf einen guten Job sehen nach einem Pharmaziestudium aber ganz allgemein doch gut aus. Auch in der pharmazeutischen Industrie, wobei da eine Promotion extrem von Vorteil sein kann.

  5. #5
    Benutzer
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    Pharmaziestudent
    Hallo Stoiker,

    ich möchte nun mal auf die Tätigkeit von Pharmazeuten in der Industrie eingehen:
    Sie werden meistens in der Qualitätssicherung pharmazeutischer Unternehmen eingesetzt, weiterhin auch in der Pharmazeutischen Technologie, wo es also darum geht, Maschinen zu entwickeln, die dann die spezielle Arzneiform mit den geforderten Qualitätsstandards produzieren kann.
    Ich hatte auch so ein verklärtes Forschungsbild, aber das hat sich nach einem 4-wöchigen Praktikum in der pharmazeutischen Industrie relativiert.
    Wichtig ist, dass du ohne Promotion schlechte Karten hast. Weiterhin wirst du als Promovierter dann größtenteils nur Schreibtischarbeit machen dürfen und koordinieren, das deine chemisch technischen Assistenten fleißig arbeiten.
    Direkt in die Arzneimittelforschung hineinkommen, ist wohl recht schwierig. Außerdem wirst du da als Konkurrenz Mediziner, Chemiker, Veterinärmediziner, Biochemiker und Biologen haben werden. Und auch das ist nur noch in einem sehr geringen Umfang wirklich praktische Arbeit, sondern eher ein Schreibtischjob.

    Liebe Grüße
    Geändert von Miriam (10.05.2010 um 08:39 Uhr)

  6. #6
    Danke nochmal für die Antworten. Qualitätssicherung ist ehrlich gesagt nicht das, was ich mir vorstellen könnte dreizigjahre zu machen. Da würde ich schon lieber in der Apotheke stehen, mit Kundenkontakt und so.^^
    Hierzu habe ich aber auch noch eine Frage: Mixt man als fertiger Pharmazeut in der (eigenen) Apotheke selber Salben etc. zusammen, oder übernimmt man hauptsächlich Verwaltungs und Beratungstätigkeiten?
    Achja, was mich auch interessieren würde, ist es möglich nebenher zu arbeiten, oder lässt der Lernaufwand dies nicht zu?
    Geändert von stoiker (10.05.2010 um 13:33 Uhr)

  7. #7
    Benutzer
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    Pharmaziestudent
    Klar, da bietet eine Apotheke sicherlich Vorteile.
    Als fertiger Pharmazeut kannst du natürlich selber Salben etc. zubereiten, aber das wird wohl eher ein Pharmazieingenieur oder PTA machen. Aber du als Apotheker bzw. Chef musst dann dafür gerade stehen. Also Kontrolle ist wohl besser :-)
    Ansonsten muss der Apotheker die Eingangskontrolle von Grundstoffen machen und dafür unterschreiben. Es ist eigentlich nicht üblich, sowas einen Pharmazieingenieur oder PTA machen zu lassen.
    Ansonsten wird man als Apotheker wohl eher Verwaltungs- und Beratungstätigkeiten machen, und Firmenkontakte halten.

    Es ist schwierig das einzuschätzen, ob man nebenher arbeiten kann, oder nicht. Du wirst viele Praktika, Seminare und Vorlesungen haben, die du vorbereiten und nacharbeiten musst. Jedoch ist der Aufwand von Semester zu Semester unterschiedlich. Ich würde pauschal erstmal sagen, nebenher arbeiten könnte schwierig werden, vor allem, da du ja kein Chemie in der Oberstufe hattest.

    Liebe Grüße

  8. #8
    ok, danke nochmal für die Antwort. Ein Problem hätte ich allerdings noch. Ich würde mich nicht gerade als manuel geschickt (eher sehr ungeschickt )bezeichnen. Könnte dies zu einem großen Problem werden, gerade weil ich keine Laborerfahrung habe, oder kann ich mit Verständnis rechnen. Außerdem würde mich noch interessieren, was ihr an Pharmazie so toll findet und wieso ihr es damals gewählt habt.
    Über weitere Antworten würde ich mich freuen.
    Geändert von stoiker (10.05.2010 um 19:31 Uhr)

  9. #9
    Benutzer
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    Pharmaziestudent
    wir hatten das Arzneiformenlehrepraktikum erst im 3. Semester. Da du ja auch eine Famulatur machen musst, kannst du in die Herstellung von Salben etc. während deiner Arbeit in der Apotheke sicher schonmal reinschnuppern.
    Ansonsten lernt man das recht schnell. ... Wenn du gerne kochst, dann dürfte das kein Problem sein. Aber auch sonst schafft man das schon. Nur die praktische Prüfung könnte nochmal anstrengend werden.

    Ansonsten lernst du auch in den anderen Praktika die Fertigkeiten, die du brauchst, um sie erfolgreich abzuschließen. Ich denke da nur an die Chemiepraktika.

    Pharmazie ist ein sehr naturwissenschaftlicher Studiengang, der aber alle Teilbereiche der Naturwissenschaften verbindet. Das hat mich gereizt. Natürlich hat mich auch die medizinische Seite gereizt, denn zumindest Grundlagen dürfen wir lernen. Außerdem fand ich Chemie immer schon fantastisch, weswegen ich dann Pharmazie und nicht Biomechatronik begonnen habe, zu studieren :-)

  10. #10
    Benutzer Avatar von freaky_babyshi
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    Pharmaziestudentin seit 2008
    hey stoiker!

    wie miriam schon erwähnt hat, sollten solche praktika wie zum beispiel arzneiformenlehre kein problem darstellen, wenn du kuchenbacktechnisch begabt bist, meistens muss da nämlich einfach zusammengemixt und vermischt werden^^

    bei dem chemischen praktikum zur quantitativen analyse ist allerdings schon mehr fingerspitzengefühl gefragt, manch einer war bei der massenbestimmung mittels titration mehrfach knapp am ziel vorbeigerauscht, obwohl vorsichtig und behutsam titriert wurde... wenn du mit ungeschickt auch unkoordiniertheit meinst sollte dies ebenfalls wenig probleme machen, da schaut man dann einfach in der praxis mal links und rechts zum nachbar

    chemie begleitet dich das ganze studium, bio quält einen allerdings viiiiel mehr(das ist rein subjektiv, aber doch ganz positiv für dich, du magst bio ja ).
    zum thema freizeit: die stundenpläne für die semester sind von uni zu uni verschieden, ich kann mich dabei nur auf leipzig beziehen und meine, dass man doch freizeit hat! es ist zum großen teil vom lerntyp abhängig. bist du eher ein aufschieber oder erledigst du aufgaben zeitnah und lernst schon mehrere wochen vor der klausur? ich bin letzteres und muss dann im endspurt vollgas geben, habe also dementsprechend weniger freizeit je näher die prüfung rückt. mit einer ordentlichen organisation der anstehenden aufgaben und lernerei kann man aber schon relativ viel freizeit haben. einen dauerhaften job, bei dem von dir flexibilität verlangt wird, würde ich dir nicht empfehlen... dann vielleicht eher kurzfristige sachen innerhalb der semesterferien...

    pharmazie ist ein sehr vielfältiger studiengang und ermöglicht dir so, in alle gebiete der naturwissenschaften hineinzuschnuppern. das macht das ganze wahnsinnig interessant! außerdem hast du gute jobchancen und bekommst später ein recht gutes gehalt.

    ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiterhelfen!

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