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Thema: Zu Pharmazie wechseln oder doch bei Chemie bleiben?

  1. #1

    Zu Pharmazie wechseln oder doch bei Chemie bleiben?

    Hallo zusammen,

    zu meinem nächsten Anliegen
    ich studiere Chemie im 1.Semester, wie ich ja bereits in einem anderen Thread erwähnt hatte, weil ich eigentlich vor hatte Pharmazie zu studieren und dafür keine Zulassung erhalten habe. Mir ist übrigens auch bewusst, dass man als Ersti weniger aussagekräftig ist als jemand der länger dabei ist, dennoch ist das mein Empfinden bis hierher. Kurz zum Background damit niemand den älteren Thread rauskramen muss, ich habe eine Ausbildung als CBTA gemacht und sowohl in der Ausbildung als auch jetzt im Chemiestudium komme ich mit viel Verständnis und moderatem Einsatz gut zurecht was sich dann auch in den Leistungen wiederspiegelt, da mir chemisches Grundverständnis liegt. Allerdings hatte ich vor Pharmazie zu studieren und würde gerne wissen inwieweit man dort auch mit gutem Chemieverständnis weit kommt. Mir geht es vorrangig darum sich die Dinge selbst zu erschließen herzuleiten und nicht auswendig lernen, was ja der Pharmazie von Außenstehenden nachgesagt wird.

    Mir ist es bewusst, dass man sich auch mal hinsetzen muss und lernen muss.Allerdings bin ich noch etwas besorgt darüber, dass die Inhalte auf Reproduktion(Auswendiglernen) und nicht auf Anwendung(Verständnis) abzielen und der Umfang des Auswendiglernens einfach zu groß ist.



    Ist es wirklich möglich mit gutem Chemieverständnis ein auf die Freizeit betrachtet normales Leben neben dem Pharmaziestudium zu führen, so wie ich es jetzt im Chemiestudium habe? Man hört über das Pharmaziestudium immer nur Horrorgeschichten aber selten etwas Positives hinsichtlich der Freizeit.VG
    Geändert von nnd (22.10.2018 um 20:53 Uhr)

  2. #2
    Unregistriert
    Gast
    Was den Aufwand angeht: Unter dem Semester hat man sehr wenig Freizeit, da man morgens in irgendwelchen Pflichtseminaren und Vorlesungen hockt und nachmittags in irgendwelchen Laboren, die durchaus bis 18 Uhr gehen können. Dann muss man auch noch hin- und zurück fahren ... da hatte ich in manchen Semester praktisch keine Freizeit unter der Woche. Dazu muss man ja noch sagen, dass man noch keine Minute gelernt hat.
    Mag sein, dass dies von Uni zu Uni verschieden ist, glauben tue ich das aber nicht, da es ja nach Approbationsordnung gewisse Mindeststunden für Labor usw gibt.
    Was das Verstehen angeht: Pharmazie ist tatsächlich viel Auswendiglernen und relativ gesehen wenig verstehen. Man kann nicht verstehen warum eine Strukturformel aussieht wie sie aussieht, dies muss man halt auswendig lernen. kA ob man an vielen Fakultäten immer noch diesem totalen Irrsinn aufsitzt und von Studenten verlangt z.T. > 100 Strukturen (teils durchaus komplexe Wirkstoffe) auswendig zu lernen ... aber wie du dir als Chemiker nach einem Semester vllt schon denken kannst, ist dies totaler Schwachsinn, gerade im Informationszeitalter.
    Wir hatten zeitweise auch 2 Chemiker im Semester, einer sogar promoviert, und ich hatte jetzt nicht den Eindruck das die besser klar kommen.

    Man muss ja auch immer mal wieder betonen, dass verstehen etwas ist, was man nicht nur mit Fleiß erzwingen kann. Man muss auch Zeit haben Gelerntes zu reflektieren und (nicht nur sprichwörtlich sondern auch lernphysiologisch) darüber zu schlafen ... ist halt auch nur begrenzt geben in der Pharmazie. Du hast sehr wenig Zeit und der Lehrplan ist halt teilweise maximal überfrachtet (auch mit sehr viel veraltetem Wissen).

  3. #3
    Unregistriert
    Gast
    Heul doch...

  4. #4
    Unregistriert
    Gast
    Zitat Zitat von nnd Beitrag anzeigen
    Mir ist es bewusst, dass man sich auch mal hinsetzen muss und lernen muss.Allerdings bin ich noch etwas besorgt darüber, dass die Inhalte auf Reproduktion(Auswendiglernen) und nicht auf Anwendung(Verständnis) abzielen und der Umfang des Auswendiglernens einfach zu groß ist.

    Dann musst du Physiker, Mathematiker, Informatiker oder Ingenieur werden, wenn du nicht auswendig lernen willst. Aber das ist auch nicht jedermanns Sache.

    Chemie steht der Pharmazie nicht viel nach, was das Auswendiglernen betrifft. Das hast du vermutlich im 1. Semester noch nicht so richtig realisiert. Periodensystem, Anorganische Stoffchemie, Namensreaktionen in der OC, Stoffwechselwege in der Biochemie usw. Das ist quasi reines Auswendiglernen. Das alles hast du in der Pharmazie auch, nur bisschen abgespeckt, dafür aber noch jede Menge anderes zum Auswendiglernen wie Botanik und später Pharmakologie...




  5. #5
    Unregistriert
    Gast

    Struktur-Wirkungsbeziehungen und so?

    Sorry, wenn du nur auswendig gelernt hast dann mein Beileid. Grade in P.Chemie ist sehr viel Verstehen dabei, mal "Medizinische Chemie" aufgeschlagen oder was ähnliches? Man kann sich bei den meisten Sachen über Struktur-Wirkungsbeziehungen schon herleiten, wieso der Stoff so aussieht und nicht anders, nimm mal die Antimetaboliten beim Folsäurestoffwechsel, oder Penicilline, gibt hunderte Beispiele die man über den Wirkmechanismus herleiten kann. Das Pharmakophor zählt, Haftgruppen etc. aufs Atom genau verlangt doch keiner. Wenn bei dir nur 100 Formeln gefragt wurden frag ich mich auch was es da zu meckern gibt, bin sicher dass niemand Rifampicin oder Ciclosporin und dann noch am besten die Aminosäuresequenz von Oxytocin auswendig wollte. Das ewige rumgeheule, du willst Pharmazeut sein, meine Güte.. Wissenschaftler und so. Wenns nicht passt macht lieber eine PTA Ausbildung, aber so genügsam ist man dann doch nicht!

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