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Thema: Ist Pharmazie für mich geeignet?

  1. #1

    Ist Pharmazie für mich geeignet?

    Hallo liebe Pharmazeuten und PharmaStudenten,
    ich bin hier neu und überlege Pharmazie zu studieren. Medizin steht zwar auch zur Auswahl, aber hier bin ich um zu fragen oder besser gesagt herauszufinden, ob Pharmazie für mich geeignet ist.
    Also ich habe noch zwei Jahre vor mir, dann wird entschieden mit welchen Beruf ich meine Zukunft verbringen möchte. Kurz zu meiner Person: Ich bin sportlich, habe eine Aufmerksamkeitsgabe (also bin sehr aufmerksam, ein guter Zuhörer, nehme meine Umwelt sehr gut wahr, etc.), bin wirklich sehr ambitioniert (sowohl beim Leistungssport als auch in der Schule. Manchmal kann dies auch zur Schwäche werden, denn wenn ich mit meiner erbrachten Leistung nicht zufrieden bin, suche ich die Schuld an mir) und habe ein wirklich großes Interesse an Naturwissenschaften. Ich habe Bio LK und liebe dieses Fach. Doch mein Sorgenkind ist eigentlich die Chemie. Ich liebe die Organische Chemie (Biochemie), hasse und finde die anorganische Chemie langweilig. Deshalb mache ich mir Gedanken ob ich das wirklich schaffen sollte. In Chemie stand ich früher 1, dann bekam ich einen neuen Chemie Lehrer und bekam eine 5, dann 4 und habe mich dann zuletzt auf eine 3 hochgekämpft. Dann bekam ich ein neues Fach und zwar Biochemie. Dort stand ich direkt 2 und zuletzt 1. Habe auch erst in Biochemie, also Jahre später eigentlich verstanden worum es in Chemie geht. Ich habe verstanden, wie Atome aufgebaut sind und wie Reaktionen ablaufen. Dennoch fürchte ich, dass ich es nicht schaffe der Chemie wegen.
    Interessen tue ich mich am meisten für Pharmakologie, wie z. B. Medikamente auf den Körper wirken. Aber auch die Wirkung von Arzneipflanzen interessiert mich wahnsinnig. Zuletzt noch Toxikologie und wenn es in diese Richtung gehen sollte, dann auf jeden Fall mit Forensik verbinden.
    Was denkt ihr? Ich bin ein wenig am fürchten, wenn ich mir durchlese wie viel Chemie man lernen muss. Ist das Studium für mich geeignet? Klar das kann nur ich selber wissen, aber kann man von den Infos her sehen, ob ich der richtige dafür bin? Ich finde übrings erschließen einfacher als auswendig lernen. Ich kann aber auch hervorragend auswendig lernen und auch sehr schnell.

    Mit freundlichen Grüßen
    Phenylalanin17

  2. #2
    Unregistriert
    Gast
    Hi, ich kann jetzt nur für die Semester 1 bis 4 sprechen:
    * Das Studium ist sehr verschult.
    * Der Laboranteil ist hoch (z.B. mindestens jeweils 168 Stunden im 1. + 2. Semester)
    * Man muss sehr viel auswendig lernen, es gibt richtige Paukfächer.
    * Verständnis für Chemie erleichtert einem vieles, weil man erst dann versteht, was man im Labor macht.
    * Die Arbeit im Labor muss einem Spaß machen.
    * Im Wintersemster geht man im Dunklen in die Uni und kommt auch im Dunklen wieder raus.
    * Die Semesterferien muss man für Famulaturen, ggf. für WH-Prüfungen und für Lernen für das 1. Stex nutzen.
    * Selbst Medizinstudenten werden von unserem vollen Stundenplan in eine Sinnkrise gestürzt.
    * Durchhaltewillen schadet nicht.
    * Aber: Immerhin können wir nach 8. Semestern mit der Uni fertig sein.

    Ich habe mich gegen Medizin entschieden, weil ich aus der Familie heraus die schwierigen Arbeitsbedingungen von Ärzten kenne. Sonst ein toller Job, und das Wissen ist beneidenswert! Aber man muss es nach dem Studium auch richtig treffen!

    Ob deine Auffassungabe ausreichend ist, kann ich nicht sagen. Fleiß ist unverzichtbar und man muss sehr diszipliniert studieren. Zumindestens im in den 14 Wochen Vorlesungszeit des Semesters muss manches hinten anstehen, was besonders "Sportskanonen" schwer fällt.

  3. #3
    Direkt nach dem Chemie Studium hat das Pharmaziestudium tatsächlich dann den höchsten "Chemie Anteil" im Lehrplan.
    Anorganische Chemie fand ich in der Schule ebenfalls langweilig und hatte mal in der 10 und 11 Klasse sogar ab und zu mal eine 5 in den Schulaufgaben. Organische Chemie plus Biochemie haben dann in der Kollegstufe so richtig Spass gemacht, so dass ich dann tatsächlich wegen OC Chemie und wegen Medikamenten Pharmazie studiert habe. Hätten es die Lehrer in der Schule gewusst, hätten sie mich wahrscheinlich ausgelacht. Und erst in der Uni habe ich dank den guten Uni Lehrbüchern auch viele Sachen verstanden, die ich damals in der Schule nicht verstanden hatte. Also würde ich mir jetzt nicht so den Stress machen, wenn man in der Schule dazu etwas nicht versteht.
    Insbesondere Anorganische Chemie ist eigentlich nur in den ersten beiden Pharmazie Semestern (1+2) relevant und da findest ja auch schnell ohne grossen Zeitverlust raus, ob es machbar für dich ist. Organische Chemie (und Biochemie) sind im Pharmaziestudium weitaus wichtiger und begleiten dich ab dem 3 Semester bis zum Ende deines Studiums. Da ist es wirklich empfohlen, die Sachen zu verstehen....wobei es da auch viele Ahnungslose gibt, die das Studium dann trotzdem schaffen
    In der Forensik sind sowohl Mediziner als auch Pharmazeuten tätig. Und du musst als Mediziner kein Arzt werden, sondern kannst auch in die universitäre Forschung wechseln. Also ist es dir überlassen, was du von den beiden Sachen machen willst. Als Alternative würde ich dir aber noch Molekulare Biotechnologie (München und Heidelberg), sowie vielleicht Biochemie ans Herz legen.

  4. #4
    Okay das freut mich zu hören
    Wie wird man denn Mediziner ohne Arzt zu sein? Medizin muss man jedoch schon studieren, oder?
    Ich habe gelesen, dass man mit allen Studienfächern, die Bio-X heißen null Berufschancen vermitteln. Also das man damit arbeitslos wird.
    Ich muss noch mal schauen, ob ich mir den Chemieanteil antue

  5. #5
    Ja klar muss man Medizin studieren, aber ohne dass ich im Detail deren Studiengang kenne, denke ich, kann man an einem bestimmten Punkt aufhören und in die Forschung wechseln, ohne die ganzen Geschichten mit der Assistenzarztausbildung etc. Ist halt nur vielleicht nicht die beste Wahl, Medizin zu studieren, wenn man ehe schon weiss, dass man kein Arzt werden sondern eher wissenschaftlich arbeiten will. Ja bei Biologie soll es ganz schlecht mit Jobaussichten ausschauen.
    Generelle Tendenz ist: Pharmazie als breit gefächerter Studiengang deckt gut die meisten Teile der industriellen Arbeit ab von Herstellung & Produktion, Büroarbeit bei der Arzneimittelzulassung oder Marketing, sonstige Qualified Person Geschichten, Qualitätssicherung und zig andere Bereiche ab. ABER in der biochemischer und chemischer Grundlagenforschung werden meistens die Chemiker und Biochemiker mit Biotechnologen vorgezogen. Das muss dir halt bewusst sein. Es ist immer wieder zu beobachten, dass Leute dann Pharmazie studieren und später sich wundern, warum sie dann in der Industrie keinen Job in der Grundlagenforschung kriegen. In der Uni kannst du natürlich auch als Pharmazeut in beliebiger Forschung arbeiten.

  6. #6
    Was die Pharmazeuten bekommen keinen Job in der Industrie in der Grundlagenforschung?
    Ich dachte immer die Berufschancen sind prächtig bei Pharmazeuten.
    Fakt ist aber, dass man verdammt schlechte Chancen auf einen Arbeitsplatz hat, wenn man Biologische Fächer studiert. Ich finde das echt schade, denn Biologie interessiert mich sehr und ich liebe zudem Naturwissenschaften (Mathe aber nicht. Warum das eigentlich eine Naturwissenschaft ist, weiß ich nicht, aber das ist ja ein anderes Thema). Da frage ich mich manchmal: Warum interessierst du dich immer für Berufe, die schlechte Chancen und Gehälter haben.
    Ein anderer Beruf der mich auch sehr interessiert ist die Physiotherapie. Problem: Das Gehalt ist vergleichbar mit einem Busfahrer. Lokführer verdienen schon mehr. Nichts gegen Lokführer, sondern es geht darum, dass die Leistungen, die man erbringt, nicht dem Gehalt entsprechen.
    Bei Biologischen Studienfächer dasselbe. Dazu kommt, wie oben schon erwähnt, die schlechten Chancen.
    Medizin lehne ich ab. Das war mal ein Traum. War, weil die Menschen immer wieder schlechte Erfahrungen mit ihnen machen. Man arbeitet im 3 Minuten Takt Menschen ab. Manche zocken ihre Patienten auch noch ab. Egal. das driftet jetzt vom Thema ab, aber beschreibt meine aktuelle Lage.
    Ich habe mir mal im Internet den Studiengang molekulare Biotechnologie angeschaut. Finde ich auch recht interessant. Ich denke aber, dass eine tiefgründigere Recherche über mehrere Tage einen besseren Eindruck über den Studiengang macht.
    Bist du eigentlich Pharma-Student?

  7. #7
    Ja, ich habe Chemie Bachelor, Biochemie Master und Pharmazie Staatsexamen (1+2) und hab auch in der Pharmaindustrie genau da in der Grundlagenforschung (Antikörperdesign und -analytik) ein halbjähriges Praktikum gemacht, wo es übrigens im ganzen Forschungsgebäude keinen Pharmazeuten gab, sondern alles nur Chemiker und Biotechnologen.

    Sieh es doch mal so: ein Pharmazeut muss in 8 Semestern ganze 4 Hauptbereiche abdecken: Chemie, pharmazeutische Technologie, Pharmakologie plus die ganze pharmazeutische Biologie (davon in Bio zu 70% für die Industrie unnötige Pflanzen). Ein Chemiker macht 6 Semester im Bachelor und 4 Semester im Master so gut wie nur Chemie, also ganze 10 Semester. Ein Biochemiker oder Biotechnologie macht im Bachelor / Master 10 Semester lang sehr stark methodenorientiert die für die Forschung relevante Biotechnologie. Mal davon abgesehen, dass im Bachelor / Master System zahlreiche Forschungspraktika und Bachelor plus Masterarbeit vorgesehen isind, wo man praktisch relevante Sachen lernt. Ich habe in meiner Bachelor / Masterzeit über alle möglichen Sommerferien zusammengerechnet etwa 1,5 Jahre Vollzeit in unterschiedlichen Forschungslaboren verbracht, natürlich zusätzlich zu den im Semester laufenden Saalpraktika. Das gibt es in Pharmazie Staatsexamen nicht, da gibt es nur unbetreute Saalpraktika im Semester und zusätzlich müssen Pharmazeuten in ihren Ferien nicht ins Labor. Nun dann ist es dann doch zu erwarten, dass ein Chemiker in Chemie als auch ein Biochemiker / Biotechnologe in biochemischen biotechnologischer Fragestellungen einem Pharmazeuten jeweils sowohl in praktischer als auch theoretischer Hinsicht weit voraus sind zumindest direkt nach dem Studium. Und eben Chemie und Biotechnologie sind die beiden für die pharmazeutische Grundlagenforschung relevanten Bereiche.

    Nun kommen wir aber zu dem Punkt, dass mittlerweile ein Chemiker, Biotechnologe oder Pharmazeut ohne Doktortitel in einem grösseren Pharmaunternehmen nur etwas mehr wert ist als ein Technischer Assistent. Also müssen sie mittlerweile alle promovieren um in der Pharmaindustrie einigermassen weit zu kommen. Jetzt könnte ein Pharmazeut durch z.B. eine 3-4 jährige Promotion in Chemie "richtige" Chemiker aufholen, aber es bleibt trotzdem tendenziell so, dass man in der Industrie für die chemische Grundlagenforschung dann einen "richtigen" Chemiker vorziehen wird. Analog läufts bei biotechnologischer Grundlagenforschung. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber das sind eben Ausnahmen.

    Und jetzt zu der Jobaussichten Geschichte: Grundlagenforschungsbereiche machen in der Industrie proportional den kleineren Teil aus, da kommen meist nur die Besten rein, es ist ein hart umkämpfter Bereich, da konkurriert man eben als Pharmazeut mit in diesem Bereich besser ausgebildeten Chemikern und Biotechnologen, die auch noch in deutlicher Überzahl sind. Also ist es schon mal schwer bis unmöglich, auch als Chemiker / Biotechnologie in den Bereich überhaupt erst reinzukommen geschweige denn als Pharmazeut. Nun hat man aber als Pharmazeut den Vorteil durch vielseitige Ausbildung, dass man auch andere Sachen gelernt hat, die mit Produktion, Technologie, (spezieller pharm. Analytik) sowie irgendwelchen Arzneimittelzulassungsgeschichten zu tun haben, die sonst keiner kann. Und wenn man eben all diese Bereiche ausserhalb der Grundlagenforschung zusammenzählt sowie die vergleichweise geringe Anzahl an Pharmaziestudenten in ganz DE, kommt es eben zu deutlich besseren Berufsaussichten bei Pharmazeuten als bei allen anderen naturwiss. Hochschulabsolventen

    Wenn du dir sicher bist, dass du nur in der Grundlagenforschung in der Industrie arbeiten willst, dir auch sicher bist, dass du einer der besten Absolventen in deinem Studium sein wirst um auch nur eine Chance zu haben, in den Bereich später reinzukommen und dann noch bei stressigen und traurigerweise mittelmässig bezahlten Bedingungen arbeiten willst / kannst, mach KEIN Pharmazie sondern entweder gleich Chemie oder Mol. Biotechnologie, je nach Präferenz.

    Wenn es dir aber darum geht, später mehr oder weniger leicht einen Job (auch deutlich besser bezahlten als den in der Grundlagenfoschung) finden zu können in allen möglichen Bereichen (ausserhalb der Grundlagenforschung) und immer die Möglichkeit zu haben auf die Apotheke auszuweichen, mach Pharmazie.

    Zu Molekularer Biotechnologie: ich kenne da die Studienordnung sehr gut, hatte auch in meinem Master viele Vorlesungen und Praktika aus dem Studiengang gemacht, in meinen Augen das mit Abstand am besten aufgestellte Studium für einen auf biologische Forschung aus orientierten Studenten.

  8. #8
    Aber gerade die Wirkung von Pflanzen auf den menschlichen Körper interessiert mich am meisten. Ich finde den pharmakologischen Aspekt der Pflanzen also sehr interessant.

  9. #9
    Unregistriert
    Gast
    Studier lieber Medizin. Wie Wirkstoffe wirken lernst du da auch (inklusive der relevanten pflanzlichen Stoffe). Weitergehendes Interesse müsste man dann eh privat nachgehen. Wenn du gerne Leistungssport machst, dann biste in der Pharmazie sowieso falsch. Ich würde wagen zu behaupten, dass es fast unmöglich ist nebenher großartig Sport zu machen - außer alle anderen Bedingungen (Wohnort, Geld ...) sind optimal. In der Medizin haste relativ viel Freizeit - jedes Semester. Und soweit ich das verstehe, werden deine Interessen auch besser abgedeckt; So wird zB in der Medizin wesentlich mehr Biochemie gelehrt.

  10. #10
    Dafür schaffe ich den Schnitt nicht. Außerdem habe ich keine Lust 6 Jahre zu warten.

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