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Thema: Protonenpumpenhemmer ohne magensaftresistenten Überzug

  1. #1
    Administrator Avatar von ooonja
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    Protonenpumpenhemmer ohne magensaftresistenten Überzug

    Protonenpumpenhemmer werden ja immer als magensaftresistenten Zubereitung eingenommen. Mir ist auch klar, wie sie dann aufgenommen werden (über Darm, ins Blut und dann zu Belegzellen).Von dort gelangen sie in Canaliculuslumen und werden dann protoniert, Umwandlung zum Sulfen bzw. Sulfenamid... Daraus erschließt sich mir noch nicht die Notwenigkeit der Magensaftresistenz. Hat das etwas mit der Schleimschicht des Magens zu tun - als eine Diffusionsbarriere? Was würde denn konkret passieren, wenn man keinen magensaftresistenten Überzug verwendet?

    Danke

  2. #2
    Als Hauptgrund sehe ich die Säurelabilität der gesamten Substanz-Gruppe an, deshalb der Umweg über den Dünndarm.

    Die Umwandlung zum Sulfenamid im Sauren des Magens würde meines erachtens dort nichts bringen, da eine Difussion durch die durch hohe Viskosität gekennzeichnete Mucinschicht wahrscheinlich schlecht möglich wäre. Dort wäre auch nicht lange Stabilität gewährleistet.(Im sehr sauren Bereich wohl nur einige Minuten) Der Weg zu den Parietalzellen muss deshalb durch Resorption aus dem Dünndarm über den Blutkreislauf erfolgen. Es handelt sich ja um eine Target-selektive Aktivierung von Prodrugs, die erst am Wirkort erwünscht ist...so denke ich es mir jedenfalls.
    Geändert von Kreuzapo (05.05.2011 um 23:19 Uhr)

  3. #3
    Administrator Avatar von ooonja
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    Welche weiteren Reaktionen (abgesehen von der Aktivierung) finden noch im sauren statt, die dann zur Inaktivierung des Wirkstoffs führen?

    Ich denke ich habe noch einen Knackpunkt gefunden: die Canaliculi sind intrazellulär!
    "Die Aktivierung der Belegzelle führt innerhalb von 10min schon zu ersten morphologischen Veränderungen: zytoplasmatische Tubulovesikel fusionieren mit der Membran der intrazellulären Canaliculi und integrieren so die H+/K+-ATPase in die Zellmembran." (http://www.medicoconsult.de/wiki/Fun...genschleimhaut)

    Damit bringt ein Angriff von extrazellulär nicht viel. Und nachdem es zur Fusion der Vesikel mit den Canaliculi gekommen ist, wird Salzsäure produziert - was ja eher verhindert werden soll. Außerdem würde immer noch der Schleim als Diffusionsbarriere wirken.

  4. #4
    Ja wichtig ist hier wirklich die erst intrazelluläre Verstoffwechselung in die aktiven Verbindungen einerseits und die Säureinstbilität (bei Magen-pH extrem schnell) da ja reichlich Barrieren zu den Belegzellen (Difussionsgradient/Viskosität der Mucinschicht) bestehen.
    Eine anschließende Resorption aus dem Dünndarm wäre auch nicht möglich, da es sich ja dann um ein nicht mehr membrangängiges zyklisches Sulfenamid handelt!

  5. #5
    Erfahrener Benutzer Avatar von Robert
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    Die Resorption im Magen ist viel schlechter als im Darm. Also ist der Umweg über den Darm schon fast unumgänglich. Würde die Aktivierung schon im Magen erfolgen, würde wahrscheinlich am eigentlichen Wirkort nicht mehr viel PPH ankommen, da es schon an viele andere Cysteinreste gebunden wär (Albumin etc?) und nicht dem der Protonenpumpe

    Wäre meine Idee.

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