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Thema: Warum sind Medikamente mit dem Wirkstoff Fluconazol so teuer?

  1. #1
    Unregistriert
    Gast

    Warum sind Medikamente mit dem Wirkstoff Fluconazol so teuer?

    Hallo liebe Fachleute,

    kann mir von Euch einer die Frage beantworten, warum Medikamente mit dem Wirkstoff Fluconazol (z.B. Diflucan) so teuer sind? Das Patent ist nach meinen Nachforschungen bereits abgelaufen.

    Vielen Dank!

  2. #2
    Foren-Guru Avatar von Christin
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    Was ist denn für dich "teuer"? Worauf beziehst du diese Aussage?

    Den Preis eines Arzneimittels bestimmt ja nicht nur ein Patentschutz, sondern auch der Preis für Wirk- und Hilfsstoffe, die Qualität, die Fertigung, die Analytik, die Verpackung und vieles vieles mehr. Außerdem kommt natürlich der Wettbewerb dazu: Wenn ein Patent ausläuft, heißt es ja nicht unbedingt, dass sich alle Generikafirmen darauf stürzen und dieses Medikament unbedingt produzieren wollen - da spielt die Nachfrage ja die größte Rolle. Ich denke nicht, dass man pauschal sagen kann, warum ein Medikament "teuer" ist, denn das ist immer eine Frage des Standpunktes.
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  3. #3
    Unregistriert
    Gast
    Dank Dir für deine Antwort Christin.

    Teuer bedeutet für mich, dass 50 Stk mit mittlerer Dosierung (200mg) bei apotheke.de 404,25€ kosten.
    Es handelt sich nicht um ein selten verschriebenes Medikament, sondern um den Standard-Wirkstoff bei Pilzerkrankungen. Die Produktionsmengen sollten insofern nicht gering sein.
    Wenn mir jemand erklären könnte, dass die Herstellung sehr aufwendig ist oder ähnliches, könnte ich es vielleicht nachvollziehen. Aber meine Vermutung geht eher in die Richtung, dass es nicht wirklich einen Wettbewerb bzgl. des Medikamentes gibt, was mich eigentlich verwundert, weil es ja unzählige Generika-Hersteller gibt.

  4. #4
    Administrator Avatar von ooonja
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    Eine genaue Erklärung für den Preis kann ich dir nicht geben. Was man generell bei AM-Preisen jedoch bedenken sollte: mit dem Preis dieses Arzneimittels müssen auch die Forschungs- und Entwicklungskosten von Substanzen bezahlt werden, die es nicht zur Zulassung geschafft haben. Auch wenn Pilzinfektionen nicht selten sind, wird es sich dabei wohl nicht um Blockbuster handeln, sodass das Interesse der Pharmaindustrie auch eher verhalten ist.

    lg Anja

  5. #5
    Foren-Guru Avatar von Christin
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    Wenn ich in die Rote Liste, also das Arzneimittelverzeichnis, schaue, dann sehe ich, dass es sehr wohl günstigere Varianten des von dir genannten Medikamentes gibt, z.T. ca. 300 €. Außerdem ist Fluconazol in einer Festbetragsgruppe gelistet (422,45 € für 50 Kapseln 200 mg) Von daher würde ich denken, dass diese oberste Preisgrenze schon einen Grund hat.
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  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Thomas
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    Zitat Zitat von Unregistriert Beitrag anzeigen
    Dank Dir für deine Antwort Christin.

    Teuer bedeutet für mich, dass 50 Stk mit mittlerer Dosierung (200mg) bei apotheke.de 404,25€ kosten.
    Es handelt sich nicht um ein selten verschriebenes Medikament, sondern um den Standard-Wirkstoff bei Pilzerkrankungen. Die Produktionsmengen sollten insofern nicht gering sein.
    Wenn mir jemand erklären könnte, dass die Herstellung sehr aufwendig ist oder ähnliches, könnte ich es vielleicht nachvollziehen. Aber meine Vermutung geht eher in die Richtung, dass es nicht wirklich einen Wettbewerb bzgl. des Medikamentes gibt, was mich eigentlich verwundert, weil es ja unzählige Generika-Hersteller gibt.
    1. 200 mg ist die Höchstdosis die momentan meines Wissens nach im Handel ist. Also ist das schon der Preis für die "Höchstdosis"

    2. Ich bin mal gerade die anderen Triazol-Derivate durchgegangen und da ist Fluconazol noch im mitteleren Preissegment. Bis auf Itraconazol was mit 70€ für 28 Einheiten 100 mg auch nicht gerade sehr günstig ist. Spontan fällt mir aber auch kein super Syntheseweg für Triazolderivate ein, der eine vernünftige Ausbeute bringen würde. Deswegen ist meine bescheidene Vermutung einfach, dass der Syntheseweg der betroffenden Triazolderivate mit enormen Kosten einher geht. Und die Produktionsmenge kann ja auch nicht alles ausgleichen und vor allem musst du sie auch noch auf die ganzen Generika-Firmen aufteilen. Ist ja nicht so das es ein Werk gibt, wo alle Fluconazol-Präperate hergestellt werden und die Hersteller versorgen sich dann damit. Also mein Tipp: Hohe Produktionskosten und der Markt ist nicht der größte für alle Hersteller gleichzeitig

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