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Thema: Apotheke eröffnen oder übernehmen - Kosten ??!

  1. #1
    Gast0210
    Gast

    Apotheke eröffnen oder übernehmen - Kosten ??!

    Hallo,
    ich schätze die meisten Pharmazeuten mit dem Berufsziel Apotheker träumen auch davon, irgendwann ihre "eigene" Apotheke zu besitzen und da gibt es ja 2 Möglichkeiten: Neueröffnung oder Übernahme.
    Mich würde mal interessieren, mit welchen Kosten/Investitionen man da jeweils ungefähr rechnen muss. Also klar, dass eine Center-Apotheke was anderes ist als ein kleiner Dorfladen, aber nur so ein grober Bereich - auch so im Vergleich Übernahme/Neueröffnung.
    Also wenn man ein Haus bauen will, weiß man ja auch, dass man je nach Ausstattung mindestens einige 100.000 Euro einrechnen muss, natürlich nach oben hin offen. Aber wie das mit einer Apothekeneröffnung oder Übernahme ist, da fehlen mir im Moment noch jegliche Richtwerte - sogar ob das im 5-stelligen, 6-stelligen oder gar 7-stelligen Bereich ist?

    Vielleicht hat ja schon mal jemand was mitbekommen und kann Beispiele bringen? Wäre echt interessiert das zu hören.

  2. #2
    api
    Gast
    Mich würde außerdem interessieren, ob es sich lohnt, seine eigene Apotheke zu haben, verdient man dann deutlich mehr im Monat oder hat man nur mehr Arbeit? Lohnen sich die Ausgaben für eine eigene Apotheke also oder eher nicht?

  3. #3
    Gast0210
    Gast
    Hallo,
    ich vermute mal, das hängt davon ab, wie gut die Apotheke läuft, kann man also wahrscheinlich nicht allgemein sagen. Aber insgesamt nehme ich schon an, dass man im "Normalfall" als Unternehmer am Ende mehr verdient denn als Angestellter. Durchaus interessante Frage.

  4. #4
    ApoBerater
    Gast
    Kosten für die Neugründung einer Apotheke:

    Der Innenausbau (Böden, Wände, Decken, Elektrik, Beleuchtung usw.)
    sollte so weit wie möglich vom Vermieter übernommen werden,
    ansonsten entstehen - z.B. bei Übergabe eines Rohbaus - zusätzliche
    Kosten in Höhe von durchschnittlich ca. € 60 bis € 90 pro qm
    Auch die Kosten für die Automatiktür(en) sollten vom Vermieter
    getragen werden, eine Tür kostet je nach Größe und Ausführung
    ca. € 15.000 bis € 20.000.

    Die Außenwerbung kostet ca. € 10.000 bis € 15.000

    Für die Einrichtung müssen durchschnittlich ca. € 800 - € 1.000
    pro qm veranschlagt werden

    Das Labor (inkl. der Literatur) schlägt mit durchschnittlich ca.
    € 25.000 bis € 35.000 zu Buche. Hier sollten die technischen und
    rechtlichen Voraussetzungen gemäß der Apothekenbetriebsordnung
    frühzeitig mit dem Vermieter geklärt werden

    Die ggf. erforderlichen Planungskosten und Umbauten kosten je
    nach Art und Umfang durchschnittlich ca. € 15.000 bis € 30.000

    Die erforderliche EDV sollte möglichst geleast werden, ansonsten
    ist mit zusätzlichen Kosten in Höhe von durchschnittlich ca.
    € 35.000 bis € 50.000 zu rechnen.

    Des weiteren entstehen Kosten für Löhne und Gehälter vor der
    Eröffnung, z.B. fürs Einräumen usw. (ca. € 5.000), für die Werbung
    zur geplanten Eröffnung, z.B. Flyer usw. (ca. € 10.000) und für die
    Eröffnungsfeier (ca. € 5.000)

    Das Warenlager richtet sich selbstverständlich nach dem zu
    erwartenden Umsatz, der Apotheken-Lage und der umliegenden
    Ärzte.
    Als ungefähre Größenordnung sollte man für den Start mit ca.
    € 70.000 bis € 100.000 rechnen

    Zuletzt sollte stets noch eine Reserve für Unvorhergesehenes
    eingerechnet werden in Höhe von ca. € 20.000 bis € 30.000

    Bei einer Apothekengröße von ca. 200 qm und einem zu
    erwartenden Umsatz in Höhe von ca. € 1.500.000 ergäbe
    sich somit eine durchschnittliche Gesamtsumme in Höhe
    von ca. € 300.000 (ohne EDV-Kosten) zzgl. des Warenlagers


    Ein Innenausbau inkl. einer Automatiktür würde dann noch
    weitere € 30.000 kosten

    Für eine detailliertere und exaktere Berechnung benötigt man
    weitere Informationen über das geplante Projekt, z.B. Lage und
    Größe der Apotheke, Ärztestruktur usw.

    Der Kauf einer bestehenden Apotheke in der Umsatzklasse
    zwischen € 1,5 Mio. und € 1,7 Mio. mit einem Rohertrag von
    ca. 26% - 27% und einem Gewinn vor Steuern von ca. 7%
    schlägt aktuell mit ca. € 300.000 zu Buche (zzgl. des Warenlagers)


    Es besteht also kein großer Unterschied zwischen Neugründung
    und Kauf einer bestehenden Apotheke.
    Man sollte es sich jedoch sehr gut überlegen, ob man das Wagnis
    einer Neugründung wirklich eingehen sollte.

    Schlauer wäre es in jedem Fall eine gute bestehende Apotheke
    zu suchen und nach eingehender Prüfung diese zu kaufen.

    Man sollte sich auf jeden Fall kompetent beraten lassen!

  5. #5
    Administrator Avatar von ooonja
    Registriert seit
    17.11.2007
    Ort
    Tübingen
    Beiträge
    629
    Apothekerin seit 2013
    Wow - das ist wirklich detailiert, danke für die Informationen!

  6. #6
    Gast0210
    Gast
    Danke, Apoberater. Wahnsinn, so detailliert hatte ich gar nicht gehofft, hier eine Antwort zu bekommen, super!!
    Ist doch weniger als ich vermutet hätte, zumindest die Neugründung. Meine Vermutung war, dass dies wesentlich teurer ist als eine Übernahme.

    Wer berät einen in so einem Fall? Gibt es da spezialisierte Berater für Apothekenneugründung oder auch für die Übernahme?

    Habe in dem Beispiel der Übernahme mal etwas gerechnet. Der Gewinn vor Steuern der Apotheke ist in dem Beispiel also 7% ; von 1,5-1,7 Mio also an die 110.000 Euro. Jetzt mal dumm gefragt, ist das ein üblicher Wert? Wäre ja kein schlechter Jahresverdienst, zumindest im Vergleich mit dem, was man als Angestellter verdient. Gibts da auch irgendwo "Vergleichswerte"??

  7. #7
    api
    Gast
    weiß hier niemand was man in etwa mit einer eigenen apotheke verdienst? oder möchte es nur niemand sagen?

  8. #8
    Gast0210
    Gast
    Zitat Zitat von api Beitrag anzeigen
    weiß hier niemand was man in etwa mit einer eigenen apotheke verdienst? oder möchte es nur niemand sagen?
    In dem Beispiel oben wäre der Gewinn ja an die 110.000 Euro im Jahr - das ist dann auch sozusagen der Verdienst (vor Steuern). Ob das jetzt ein häufiger Wert ist oder zu hoch oder niedrig gegriffen- keine Ahnung. Schätze jedenfalls, dass man als Angestellter schon Manager in der Pharmaindustrie sein müsste, um in den Bereich zu kommen.

    Vielleicht kann sich ja wirklich mal jemand dazu äußern, mit welchem Verdienst man so als Apothekeninhaber (nach Abzahlung der Schulden für Kauf/Aufbau) ungefähr rechnen kann?


  9. #9
    Neuer Benutzer
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    26.10.2010
    Beiträge
    1
    Apotheker seit 1995
    Leider lässt sich das nicht mehr eindeutig sagen. in der Regel ist die Neueröffnung preiswerter, aber mit schwieriger Prognose was Umsatz- und Ertragserwartung betrifft (allerdings gilt die Regel, dass es kaum noch Super-Standorte gibt).

    Bei Übernahmen muss ein (ideller) Geschäftswert bezahlt werden. Der lag lange Zeit "um" die 25 % vom Nettoumsatz. Jetzt gibt es zwischen 0 (schlechte Lage, schlechte Prognose) und < 30 (Spitzenlage und -ertrag, gute Prognose) alles.

    Ich habe vor 7 Jahren übernommen und kann beide Weg empfehlen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Bevor man diesen Schritt wagt: grüdlich überlegen, sich von kompetenten und seriösen Leuten beraten lassen und entscheiden, ob die Möglichkeit zur freien Berufsausübung das Risiko von Darlehen usw. wert ist. Der Gewinn aus der eigenen Apotheke sollte natürlich höher liegen als das Angestellten-Gehalt, genauere Zahlen gibt es bspw. bei der Treuhand Hannover oder der ABDA.

  10. #10
    Gast0210
    Gast
    Danke für diesen sehr interessanten Beitrag
    Zitat Zitat von Göran Beitrag anzeigen
    Bei Übernahmen muss ein (ideller) Geschäftswert bezahlt werden. Der lag lange Zeit "um" die 25 % vom Nettoumsatz. Jetzt gibt es zwischen 0 (schlechte Lage, schlechte Prognose) und < 30 (Spitzenlage und -ertrag, gute Prognose) alles.
    Verstehe ich das richtig, im Zweifel bekommt man sie geschenkt?

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