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Thema: Später Einstieg möglich? 29 Jahre alt - ungewöhnlicher Lebenslauf

  1. #1
    Neuer Benutzer Avatar von Felix1986
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    Später Einstieg möglich? 29 Jahre alt - ungewöhnlicher Lebenslauf

    Hallo.

    Zuerst will ich mich vorstellen: Ich bin 29 Jahre alt und werde im Januar 2016 schon 30 sein.
    Nach vielen Jahren enormer zwischenmenschlicher Schwierigkeiten ist mein Lebenslauf alles andere als "gerade".
    Ich bin in einer Familie groß geworden in der durchgehend Streit und enorme psychische Belastungen an der Tagesordnung standen. Meine Interessen lagen schon sehr früh (Kindesalter) im Bereich der Medizin und Philosophie.

    Im Gymnasium bin ich rundweg angeeckt und habe irgendwann eine komplette Verweigerungshaltung an den Tag gelegt bzw. auf eigene Faust studiert. Mein Notendurchnitt fiel in den Keller. Ich sah mich gezwungen auf die Realschule zu wechseln. Dort sah ich mich völlig unterfordert und habe gar nicht mehr mitgearbeitet und mir stattdessen nur noch das beigebracht was in meinem Interessensgebiet lag und mir im harten Alltag weiterhalf.


    Daraufhin folgte bald eine familiäre und zwischenmenschliche Katastrophe. Mein Elternhaus zerbrach auf dramatische Weise und es fiel mir außerordentlich schwer das alles auszuhalten - zudem versuchte ich der Familie zu helfen und scheiterte kläglich (Verlust der körperlichen, geistigen und finanziellen Kapazitäten: Wiedererlangung selbiger nach der Flucht aufs Land wo ich als einfacher Arbeiter lebte. siehe weiter unten)

    Ich sah mich neben ungeheuerlichen Vorwürfen und häufigen Attacken (nächtliche Besuche, Anschreien, Verleumdung) auch noch den detailliert geschilderten Suizidplänen eines nahen Verwandten ausgesetzt, der aber gleichzeitig permanent um meine Zuneigung gebuhlt hat (Nicht mein kleiner Bruder der dann tatsächlich starb - dazu gleich mehr).

    Nach wenigen Jahren hatte ich eine veritable Macke und wurde ernsthaft depressiv. Liebesbeziehungen führe ich keine mehr da ich meine Kräfte zusammenhalten muss um nicht abzusaufen und ich eine wahrhaft liebe Frau nicht getroffen habe. Irgendwann zog ich auf's Land und arbeite dort unter großen körperlichen Anstrengungen für einen Hungerlohn (im wahrsten Sinne des Wortes).

    Während meine kleine Schwester den Absprung irgendwie geschafft hat und nun Medizin studiert, landete mein kleiner Bruder erst auf der Straße, dann in der Psychiatrie und dann auf den Bahngleisen. Ich bin seitdem nicht mehr der gleiche. All das, dass meine intellektuellen Kapazitäten nicht Anwedung finden, (kein Abschluss, Ausbildung...) dass man andere Bewerber vorzieht und ich selbst in den einfachsten Jobs (Stallbursche z.B.) immer wieder um mein Geld gebracht werde will ich nicht mehr hinnehmen. Permanent vor der Obdachlosigkeit zu stehen und gezwungen zu sein für Andere den Kopf hinzuhalten.

    ----------------

    NUN ZUM EIGENTLICHEN THEMA (Aussprache mit dem Vater): Seit einigen Jahren habe ich, wie schon angedeutet, leidenschaftliches Interesse an Pharmazie, Medizin, Galenik, Botanik und ähnlichen Fachbereichen. Fast jede freie Minute nutze ich zum autodidaktischen Studium derselben. Aufgrund meiner Vergangenheit sind jedoch meine Noten im Realschulabschluss weder in Mathe, noch Chemie oder Bio besonders gut. Ich bin aber durchaus in der Lage und fähig dort hervorragende Leistungen zu erbringen, damals war an den Noten nicht interessiert. Zudem bin ich bald 30.

    Innerhalb des letzten Jahres gelang es mir mit mir selbst ins Reine zu kommen und das Verhältnis zwischen meinem Vater und mir hat sich auch erheblich verbessert. Mein Vater hat mir nun mehrfach zugesagt und auch selbst wiederholt vorgeschlagen mir die Ausbildung zum PTA zu finanzieren.

    Ist es in meiner Position realistisch? Ist die Aufnahme an einer entsprechenden Schule möglich, trotz meines Alters und des ungewöhnlichen Lebenslaufes? Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir davon berichten? Am Montag will ich bei der Schule direkt anfragen.

    Liebe Grüße, Felix

  2. #2
    Hallo Felix,
    wo möchtest Du Dich denn bewerben?Privat oder staatlich?
    Privatschulen nehmen meines Erachtensjeden, der zahlen kann und einen Realschulabschluss hat. Staatlichelegen wohl schon noch Wert auf die Noten, sagt man. Wobei es dasicher auch auf den Standort ankommt. Manche haben Probleme, ihreKlassen voll zu kriegen, soweit ich weiß. Fragen kostet aber nichtsund sich direkt an die Schule Deines Interesses zu wenden istsicherlich eine gute Idee. Vielleicht besteht auch die Möglichkeiteines Einstufungstests o.ä., sollte an Deinen Fähigkeitengezweifelt werden.
    Im Alter sehe ich da kein Problem.PTA-Klassen sind dafür bekannt, alterstechnisch eher heterogen zusein. Sogar gut möglich, dass Du nicht der älteste in der Klassewärst. (Bezieht sich auf Privatschulen, für staatliche weiß ichsnicht.)
    Darf ich noch fragen, warum PTA? Möchtest Du danach in einer Apotheke arbeiten?


    Liebe Grüße
    Melilotus

    Achso und: Herzlich willkommen!
    Geändert von Melilotus (16.08.2015 um 12:58 Uhr)

  3. #3
    Neuer Benutzer Avatar von Felix1986
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    Hallo Melilotus.

    Ich ziehe beides in Betracht: staatlich aufgrund des Kostenfaktors und Privat wegen der Zulassung.

    Danke für die Antwort!

    Dieser Zulassungstest beunruhigt mich etwas. Ich werde mich wohl in die Fachbereiche (vermutlich Chemie, Mathe, Bio, etc.) einlernen müssen.

    Warum PTA? Die Interaktion von Substanzen und Organismen und allgemeines Interesse an der Forschung würde ich sagen. Um ganz Ehrlich zu sein: Ich fühle mich wohl wenn ich Lernen und Forschen kann und mag es für das was ich tu anerkannt zu werden. In den vergangenen Jahren hab ich mich jedoch gerade so "durchgeboxt". In den letzten Jahren habe ich aber auch bemerkt dass mir das Lernen sehr leicht fällt in Pharmakologie. Chemie und andere Bereiche lerne ich wenn es zur Handhabung des eigentlichen Themas notwendig ist, dies ist dann schwieriger

    Ich halte die Möglichkeiten zur Berufswahl nach einem Abschluss für ungleich vielfältiger als aus meiner jetzigen Position heraus. Apotheker...naja am liebsten wär mir ein Uni-Studium. Das liest sich vielleicht jetzt blöd, aber: der Gedanke Medikamente herzustellen und zu vertreiben, dabei geht es mir um eine bestimmte, vergleichsweise kleine Produktpalette (nicht wie etwa Sandoz oder Merck) ist im Endeffekt eine der Triebkräfte meines Handelns. Das ist Vage und etwas weit gegriffen, doch in erster Linie geht es mir um die Ausbildung zum PTA. Ich arbeite zur Zeit als (ungelernter aber fähiger) Pferdepfleger und lebe von einer Lohnauszahlung zur nächsten (erhalte nicht den Mindestlohn). Es wäre also an sich schon ein großer Fortschritt! LG, Felix
    Geändert von Felix1986 (16.08.2015 um 13:50 Uhr)

  4. #4
    Ok, also ich weiß nicht, ob es so einen Test an der von Dir präferierten Schule überhaupt gibt. Falls doch würde ich mir da keine Sorgen machen. Was an einer PTA-Schule in Chemie verlangt wird ist nicht gerade weltbewegend und ein solcher Test würde sich ja auf Grundkenntnisse beziehen, denke ich.
    Falls Dich das noch interessiert: Chemie steht selten im leeren Raum, sondern das Wissen kann meistens mit Galenik verknüpft werden oder ist zu deren Verständnis hilfreich.
    Bio an sich gibt es nicht, Bio-Wissen ist an verschiedenen Stellen natürlich sinnvoll, wird aber entweder mitvermittelt oder Du kannst es Dir dann gezielt selbst aneignen, wenn es Dich weitergehend interessiert.
    Mathe hängt von der Schule und dem Lehrer ab, würde ich sagen. Bei manchen gibts erstmal Grundrechenarten, bei anderen nur stöchiometrisches Rechnen (falls Dus nicht kennst: das klingt fies, aber es ist etwas, was man gut verstehen kann, finde ich).
    Dass eine Berufsausbildung ein Fortschritt wäre bezweifle ich sicher nicht. Wollte nur wissen, was Du damit vorhast Kenne nämlich einige PTA, die seehr falsche Vorstellungen ihrer beruflichen Zukunft haben und früher oder später böse auf die Nase fliegen. Apropos Zukunft: Liegt wohl noch in weiter Ferne und Du hast erstmal anderes zu tun, aber solltest Du dann mal fertig sein und noch Lust/ Energie haben, schau Dich mal nach Angewandter Pharmazie als Studium um. Das könnte Dir gefallen
    Falls Du was brauchst, Infos, Klausurfragen (um mal nen Eindruck zu bekommen) oder sowas, gibst Bescheid.

    Liebe Grüße
    Melilotus

  5. #5
    Neuer Benutzer Avatar von Felix1986
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    Ja, danke! Klausurfragen wären echt toll. Ich würde mir gerne ein Bild davon machen was mich erwartet. Sollte ich dann werde ich nach der angewandten P. sehen (nachlesen im i-net.).

    Achja: und das stöchiometrische Rechnen klingt tatsächlich fies! Was für ein interessantes wort, wow.

    Ich weiß gar nicht was ich damit Vorhabe. Ich weiß dass ich es Vorhabe....klingt wieder seltsam aber es ist so. Mein Leben ist viel zu viel Lüge und Schmerz um es nicht zu tun (was für eine Motivation ... aber was soll's ich bin ja schließlich kein guru). Ich weiß nichtz was ich sonst kann. Pferde hüten, doch der letzte Mensch, der große Stücke auf mich hielt, ist nicht mehr mein Arbeitgeber (es erfolgte ein Bruch unter uns) und doch war dort der einzige Ort an dem ich hätte bleiben wollen. Ich kenne keinen Anderen. Diese Reitställe an denen z.B. auch Turniere veranstaltet werden, sagen mir nicht zu. Wir haben zuvor mit den Tieren gelebt und verhältnismäßig nah an der Natur, es schmerzt mich zu sehr als dass ich wieder langfristig in einem "normalen" Reitverein oder ähnlichem Arbeiten will. Medizin hingegen fesselt mich an meine Aufgaben, manchmal mehr als gesund für mich ist vermute ich. LG, Felix

  6. #6
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    Hallo Felix,

    ich bin 32 und werde ab September die Ausbildung zur PTA wagen. Werde dann auf eine staatliche Schule gehen wo ich mit einem einfachen Realschulabschluss angenommen wurde. Ich bin gelernte Pka, was mir aber nicht mehr ausreicht. Ich wünsche dir viel Erfolg bei dem was du machen wirst!
    LG

  7. #7
    Neuer Benutzer Avatar von Felix1986
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    Hallo Danke. Das freut mich zu hören. Ich habe auch mehr interesse an pta als an pka (daran: keines). LG un d alles Gute
    Geändert von Felix1986 (16.08.2015 um 21:31 Uhr)

  8. #8
    Studi Avatar von Nachi
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    Viele PTA-Schulen bieten übrigens auch die Möglichkeit an, dass du neben der Ausbildung auch dein Fachabi machen kannst. Ich selbst hatte schon mein Abi, als ich die Ausbildung zur PTA angefangen habe. Mir fiel die Ausbildung nicht schwer und in Fächern wie Englisch tauchte dann auch das von dir benannte Phänomen auf: Verweigerung von Mitarbeit. Ich hatte mich aber auch von der Lehrerin verarscht gefühlt. Ich kann zwar als ehemalige Englisch LK'lerin nicht erwarten, dass das Niveau genauso hoch ist wie in meinem LK (weil die Ausbildung ja auch für Realschüler zugeschnitten ist), aber das Niveau war nicht mal Realschulniveau. Es ist nett, wenn man pharmazeutische Vokabeln kennenlernt, aber die Zeit, die wir da verschwendet haben, hätte ich gerne mit mehr Arzneimittelkunde verbracht. Dort habe ich oft Fragen gestellt und es hieß "das geht zu tief in die Thematik". Unterfordert gefühlt habe ich mich sonst nicht. Es gib viel zu tun und die Arbeit im Labor macht Spaß. Wenn du aber selber in der Apotheke Medikamente herstellen willst, dann such dir auch am besten eine aus, die bei einem Arzt liegt. Vielleicht fragst du da vorher nochmal nach. Ich habe da eher keinen Spaß dran und...berate 'lieber'. Ja ich muss schon zugeben, dass ich nicht in die öffentliche Apotheke will. Man sagt mir zwar immer wieder, dass ich gut erklären und gut mit Menschen umgehen kann, aber so richtig Spaß macht es mir nicht. Magst du nochmal klar formulieren, was du dir vorstellst oder was deine Ziele sind? Anfangs wollte ich einfach nur Menschen helfen. Mittlerweile hat sich das wieder mehr meinem ehemaligem Berufswunsch zugewandt, bei dem man eher weniger berät ^^°.
    Geändert von Nachi (17.08.2015 um 15:50 Uhr)

  9. #9
    Neuer Benutzer Avatar von Felix1986
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    Hm, danke für die vielen Einsichten erstmal. Ich bin gerade wach geworden und suche meine sieben Sachen für die Schule zusammen. (guten morgen)

    Hallo Nachi. Das klingt wie eine vertraute Geschichte. Schon seltsam als wie aus meinem Leben
    Ja solche Dinge ändern sich. Es ist so erstaunlich, jedenfalls hier sehr ähnliche Erfahrung.

    Jedenfalls habe ich gestern noch einen Film gemeinsam mit meinem Vater angesehen, jetzt muss ich also noch ein paar Dinge erledigen die eigentlich schon dran gewesen wären. Gerne schreibe ich wenn ich wieder vom Schulbesuch zurück bin. Ich bin überwältigt (was für eine Übertreibung....mann mann ich schelte mich gerade selber) nein ehrlich ich bin sehr erfreut über die freundlichen Antworten und Hilfen, danke nochmal!

    jetzt muss ich aber an die Arbeit, bin sogar früher aufgestanden (ihr wisst ja wie das ist...guten morgen...)

  10. #10
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    Ich fühle mich müde und erschöpft und denke nach..lasse mir deshalb Zeit mit dem Schreiben. Familienangelegenheit (ich war an schule nr 1. und habe mit meinem Vater gesprochen)

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