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Thema: PTA-Ausbildung modernisieren?

  1. #1
    Trex
    Gast

    PTA-Ausbildung modernisieren?

    Hallo,
    gerade habe ich etwas zur Modernisierung bzw. Weiterentwicklung der PTA-Ausbildung gelesen (PTA brauchen mehr Möglichkeiten): http://www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Apothekenpraxis/12841.html (auch mit Video wer es multimedial mag)

    Ich finde diese Forderungen eigentlich sehr gut, auch mit der Fachhochschulreife durch 3 Jahre Ausbildung. In das zusätzliche halbe Jahr könnte man Dinge wie klinische Pharmazie unterbringen (spätere Weiterbildungen in diesem Bereich gibt es ja bereits für PTAs). Und die Chance einen Bachelor anzuschließen (ohne lange Berufserfahrung, weil derzeit die PTA-Ausbildung für einen Hochschulzugang nicht ausreicht (in anderen Ausbildungen gehts ja auch wunderbar...)) und damit die Lücke der Pharmazieingenieure zu schließen.
    Mal Hand aufs Herz, welcher PTA hat nicht schon mal stundenweise(!) einen Apotheker vertreten, obwohl dies offiziell ja nicht sein dürfte...
    Mit einem Pharmazie-Bachelor, der dann evtl. die selben Befugnisse hätten wie ein Pharmazieingenieur wäre dies auch offiziell möglich!

    Ich weiß natürlich nicht, ob sich in den letzten 40 Jahren viel bei der PTA-Ausbildung geändert hat (klar, Kenntnisse/Wissen auf den gelehrten Gebieten wird natürlich an den aktuellen Stand angepasst), aber viele Dinge fehlen halt irgendwie.

    Wie seht ihr diese Forderungen? Würdet ihr die Ausbildung ein halbes Jahr länger machen, um automatisch die Fachhhochschulreife zu erlangen? Meint ihr auch die Inhalte der Ausbildung müssten mehr an aktuelle pharmazeutische Bereiche angepasst werden?

  2. #2
    Neuer Benutzer Avatar von Twinky
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    Pharmaziestudentin
    Also ich bin PTA und Pharmaziestudentin.
    Definitiv ist es in der Ausbildung, wie auch im Studium so, dass der WIRKLICHE Praxisbezug einfach zu kurz kommt. Es ist in beiden Fällen ein learning-by-doing. Man kommt in die Apotheke und hat das Gefühl: Hoffentlich fragt der Kunde mich nix komisches, hoffentlich weiß ich alles.
    Und auf Kritik(die hoft heftig ist) ist man überhaupt nicht gefasst und vorbereitet.

    Ich gestehen, dass ich Denke, dass eine Verlängerung der Ausbildung auf 3 Jahre kein Schaden ist; wie groß der Nutzen effektiv ist würde sich zeigen.

    Allerdings frage ich mich, warum ich dann noch Pharmazie studieren soll, wenn Aufgaben der Apotheker durch PTAs übernommen werden.
    Ich befürchte halt ein wenig, dass sich dann kein Apo-Besitzer mehr einen Apotheker für irgendwas einstellt, wenns ne günstigere Möglichkeit gibt. Also wo genau besteht noch die Daseinsberechtigung des Apothekers in der Apo, da ein großer Teil des Wissens durch die längere Ausbildung in der Apo einfach keine Anwendung findet.

    Und ich hoffe es ist klar, dass ich damit nicht die Fähigkeiten einer PTA anzweifeln will, denn eine gute PTA mit Erfahrung ist nicht zu ersetzen schon gar nicht durch nen schlechten Apotheker.

  3. #3
    Administrator Avatar von ooonja
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    Zitat Zitat von Trex Beitrag anzeigen
    Und die Chance einen Bachelor anzuschließen (ohne lange Berufserfahrung, weil derzeit die PTA-Ausbildung für einen Hochschulzugang nicht ausreicht (in anderen Ausbildungen gehts ja auch wunderbar...)) und damit die Lücke der Pharmazieingenieure zu schließen.
    Es gibt ja generell Diskussionen zum Thema Bachelor in der Pharmazie. Die Plätze die zur Zeit an Universitäten wie München oder Freiburg als Bachelor angeboten werden, sind meines Wissens nach vor allem auf die Industrie ausgerichtet. In dem System kann man eigentlich auch keine Approbation erlangen, was ja eigentlich der nächste logische Schritt für die Apotheke wäre.
    Eine Unterteilung in Ausbildungsberuf und Studium (mit Staatsexamen) finde ich eigentlich ganz nützlich. Daher fänge ich es auch berechtigt nach der Ausbildung die Möglichkeit zu einem sich direkt anschließenden Studium zu haben - eben ganz "normal" als Pharmaziestudium mit Staatsexamen und Approbation. Ein Bachelor mit den Möglichkeiten eines kurzfristigen Vertretung des Apothekers kann sicher hilfreich sein, aber es ist eben nur kurzfristig. Das wird den Apothekermangel kaum kompensieren können. Auch gerade unter diesem Gesichtspunkt wäre es gut den Zugang zum Studium für PTAs zu erleichtern. Wobei der begrenzende Faktor weiterhin die Studienplätze sind.

    Noch etwas zu dem Interview: Die Formulierung "unter Verantwortung des Apothekers" finde ich auch gelungener als "unter Aufsicht das Apothekers". Die Argumentation, dass keine Apothekerassistenten und Pharmazieingenieure mehr ausgebildet werden, ist logisch. Betrachtet man mal die Zahlen von 2009 waren laut ABDA 8000 Apothekerassistenten und Pharmazieingenieure in öffentlichen Apotheken beschäftigt. Hingegen waren es im gleichen Zeitraum 48.000 Apotheker und 54.000 PTAs. Somit sind es nur ca. 8%. Außerdem ist das ganze eher ein Problem in den ostdeutschen Bundesländern möchte ich behaupten.

    lg

  4. #4
    Studi Avatar von Nachi
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    Ad hoc wüsste ich jetzt nicht, wo man in der Pharmazie seinen bachelor machen sollte, da Pharmazie Staatsexamen ist. Zu dem Punkt "Daseinsberechtigung für Apotheker"...also bitte. Apotheker sind die einzigen, die eine Apotheke leiten dürfen. Wer also mehrere Apotheken besitzt braucht also zwangsweise einen weiteren Apotheker. Und wo/wann dürfen Pharmazieingenieure denn bitte vertreten? Habe ich so in der PTA-Schule nicht gelernt, dass ein Ingi vertreten darf. Weder tags noch nachts. Also verstehe ich den Punkt der Diskussion nicht so ganz.
    Eine Verlängerung der PTA-Ausbildung selber erachte ich persönlich schon als Vorteilhaft, da man nicht zu sehr stopfen muss. Manche Themen wurden einfach nur schnell durchgenommen und man musste einiges einfach so hinnehmen. Das finde ich immer sehr unschön; Hintergrundwissen wäre da einfach teilweise sehr angebracht gewesen. An unserer Schule wurde die Fachhochschulreife sowieso schon angeboten. 1x in der Woche gab es für diejenigen dann extra Stunden. Soweit ich weiß ist es ja so, dass man dann nach 5 Jahren Arbeit als PTA auch Pharmazie studieren könnte. Allerdings finde ich das auch unsinnig. Ich kenne niemanden, der dann nach 5 Jahren nochmal studieren möchte. Von daher weiß ich auch nicht, warum das dann so angeboten wird (siehe auch oben, wo ich erwähnte, dass ich keinen Bachelor-Studiengang im bereich Pharmazie kenne).
    Geändert von Nachi (08.12.2010 um 13:24 Uhr)

  5. #5
    Benutzer Avatar von Gaia
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    Zitat Zitat von Nachi Beitrag anzeigen
    Ad hoc wüsste ich jetzt nicht, wo man in der Pharmazie seinen bachelor machen sollte, da Pharmazie Staatsexamen ist.
    In München und Freiburg: https://www.pharmaboard.de/showthread.php?798-Bachelor-bzw-Master-Studiengang-Pharmazie (findest auch schöne Erfahrungsberichte dort)

  6. #6
    Studi Avatar von Nachi
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    Danke für die Info. Wie gesagt wusste ich noch gar nicht, dass es soetwas im Bereich Pharmazie gibt.

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