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Thema: Zu viele Medikamente?

  1. #1

    Zu viele Medikamente?

    Ich habe neulich diesen spannenden Artikel in der New York Times gelesen: https://www.nytimes.com/2018/01/27/o...y-vicodin.html

    Die Autorin beschreibt, dass sie nach einer kleinen Operation in München von ihrem Arzt Vicodin verschrieben haben wollte, dieser verwies sie aber darauf, dass es besser wäre auf die Signale des Körpers zu hören, statt diese abzuschalten. Gerade in den USA werden Opioide wohl sehr leichtfertig verschrieben. Wobei ich auch in Deutschland regelmäßig erstaunt bin, wie schnell Schmerzmittel verschrieben werden bzw. wie schnell dazu gegriffen wird.

    Wie seht ihr das? Wird generell eher eine Übermedikation betrieben? Oder gehen die Leute zu selten zum Arzt oder in die Apotheke? Oder wo liegen eurer Meinung nach die größten Schwachstellen diesbezüglich?

    Bin gespannt was ihr so zu berichten habt!

  2. #2
    Unregistriert
    Gast
    Ist eine schwere Frage, die man kaum allgemeingültig beantworten kann.

    1. Dazu vielleicht ein paar Gedanken: Schmerzen sind praktisch nicht messbar. Schmerzen sind eine individuelle Wahrnehmung, welche einer circadianen Rhythmik unterliegen sowie auch abhängig sind von Umweltfaktoren u.v.m.
    > Was folgt daraus? Das ich nicht sagen kann, ob ein Mensch wirklich Schmerzmittel braucht oder nicht, denn man kann die Empfindung nicht apparativ abbilden.

    2. Wann beginnt man mit Schmerztherapie? Ich hatte früher selbst öfter Kopfschmerzen. Es gibt jetzt solche die meinen "erstmal abwarten" und solche die gleich "was nehmen". Wenn ich abgewartet habe, dann konnte ich hinterher die 2- bis 3-fache Dosis nehmen um noch schmerzfrei zu werden. Das ist halt auch wieder so ein individuelle Sache.

    3. Morbidität vs. Mortalität: Auch wieder eine individuelle Sache: Es gibt Leute die schränken sich ihr Leben lang ein und leben dann vllt. 10 Jahre länger bei guter Gesundheit und solche denen ihre Gesundheit weniger wichtig ist und dafür das Leben "mehr genießen". Das muss jeder selber wissen, wenn ich Schmerzen nicht toleriere und sofort NSAID einschmeiße und langfristig meine Niere aberschieße, dafür aber gut durch den Tag komme - warum nicht?

    Somit kann man eigentlich nur sagen, dass es keine richtige und keine falsche Antwort auf die Frage gibt. Es ist somit auch egal welchen Standpunkt man vertritt (Krankenkasse, Pharmaunternehmen, Arzt ....), weil es letztlich mit dem gut informieren Patienten entschieden werden muss, was dieser will und was nicht - um diesen geht es ja schließlich.

  3. #3
    Ja, dass Problem aus den USA ist bekannt. Aber auch hierzulande werden oft und leichtfertig zu viele Medikamente verschrieben und auch selbstständig eingenommen, hier ein Bericht im Focus dazu. Wenn ich überlege, was manche Leute sich regelmäßig an Aspirin reinpfeifen, oder Ibuprofen, bei den kleinsten Ahnungen von Schmerzen, da wird mir ganz anders.

    Gerade Opioide sollten nicht unterschätzt werden. Insbesondere bei chronischen Schmerzen könnte man doch beispielsweise vermehrt auf medizinisches Cannabis zurückgreifen. Statt starke Schmerzmittel hat sich Cannabis als Medizin in dem Bereich doch relativ gut bewährt, hat keine so krasse Toleranzbildung. Aber die Kassen tun alles ihnen mögliche, um das zu verhindern, schließlich ist Cannabis hierzulande wesentlich teurer, als die opioiden Alternativen. Eigentlich irre, da müsste die Gesetzgebung ran. Hier gibt es eine gute Übersicht und einen Vergleich zwischen Opioiden und Cannabis als Schmerzmittel.

    Aber ich denke mal, da wird sich nicht viel tun, dafür ist auch die Pharmalobby zu mächtig und es besteht zu wenig Interesse daran, das zu ändern. Immerhin wird jetzt endlich die notwendige Forschung in Bezug auf Cannabis betrieben.

  4. #4
    Ich muss ehrlich sein, ich kann es selbst nicht verstehen.
    Persönlich bin ich der Meinung, dass Leute zu viel den Arzt und die Apotheke besuchen, wenn man Probleme hat und Medikamente braucht. Wenn man schon dabei ist, dann sollte man auf jeden Fall das Web benutzten, weil man so am besten vorankommen kann. Hab es auch so gemacht und konnte bisher wirklich gute Erfahrungen sammeln, weil ich mich so über die Gesundheit besser schlaumachen kann. Was die Medikamente angeht, da konnte ich mit https://www.keytonature.eu/ wirklich gut vorankommen.
    Vollkommen empfehlenswert.

    MfG

  5. #5
    Der Übergang in eine Sucht ist oftmals schleichend und nicht zu bemerken. Das gilt für Medikamente genauso wie für Kokain, was man ja im entferntesten Sinne auch als Medizin bezeichnen kann. Ist allerdings die Sucht erreicht, ist der Weg zurück sehr beschwerlich. Ich konnte das mehr oder weniger am eigenen Leib nachvollziehen, da ich die cocaine side effects am eigenen Leib während meines Studiums in UK gespürt habe und ohne Hilfe von Rehab Guide nicht wieder in de Spur gekommen wäre

  6. #6
    Hallo zusammen,

    ein guter Arzt verschreibt Schlafmittel und Co. nicht so als wären es Kaubonbons, aber das ein oder andere schwarze Schaf tut es sicher.
    Ein Teil der Verantwortung liegt auch beim Patienten, der sich im Zweifel noch mal eine Zweitmeinung einholen sollte.
    Ansonsten besteht halt die Gefahr, dass leichtfertig Medikamente eingenommen werden, die nicht dringend benötigt werden.
    Eine dauerhafte Medikamenteneinnahme kann den Organen lebenslangen Schaden zufügen.
    Diese Folgen bemerkt man aber erst, wenn es schon längst zu spät ist und daher kann auch niemand sicher sein, ob der eigene Körper das mitmacht.
    Ich versuche nur in dringenden Fällen starke Medikamente einzunehmen und trotzdem konnte man einen Beweis für meine Beschwerden erst bei meiner Darmspiegelung Nürnberg erkennen.
    Mein Darm war durch die verlängerte Einnahme eines Medikaments in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Arzt hatte mir damals dazu geraten, dass ich die Einnahme weiter fortsetzen sollte.
    Ob das nun so sinnvoll war, würde ich jetzt bezweifeln. Daher hole ich mir mittlerweile lieber Zweitmeinungen ein um auf Nummer sicher zu gehen.

    MfG



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