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Thema: Aussichten nach dem Pharmaziestudium

  1. #1

    Aussichten nach dem Pharmaziestudium

    Hallo,
    ich bin neu hier im Forum und möchte wenn alles klappt nächstes Semester mit Pharmazie anfangen.
    Dazu habe ich mehrere Fragen, die vor allem die Zeit nach dem Studium betreffen. Ich möchte nach dem Studium in die Industrie oder Forschung, aber auch eine Ausbildung zum Patentanwalt fände ich sehr Interessant. Nach dem Studium in einer öffentlichen Apotheke zu arbeiten wäre für mich kein Problem, aber auch nicht erste Wahl. Das führt mich auch schon zu meiner ersten Frage: Ist es schwer in die Forschung oder Industrie zu kommen? Ein befreundeter Pharmazeut meinte, dass einem mit einem 1,x Abschluss und/oder Promotion in der Regel alle Türen offenstehen. Ist das wirklich so oder sind die Stellen außerhalb der öffentlichen Apotheken hart umkämpft?

    Meine zweite Frage ist: Wie seht Ihr denn die Zukunft der öffentlichen Apotheken, gerade im Hinblick auf die Online-Apotheken? Muss man sich Sorgen machen in Zukunft arbeitslos zu werden?

    Bis circa 2020 soll etwa jeder dritte Apothekeninhaber im Rentenalter sein. Ist das eine Chance für Absolventen oder führt das zu einer Welle von Apothekenschließungen?

    Was glaubt ihr wie sich die Gehälter in den öffentlichen Apotheken entwickeln werden? Der Tariflohn ist nicht wenig, aber auf jedem Studientag heist es immer das man mit einem Bachelor in BWL schon mit 40.000€ im Jahr einsteigt. Ich finde es schon schade, wenn man mit einem so fordernden Studiengang schlechter als jemand mit einem Bachelor in BWL da steht... Bitte nicht falsch verstehen.

    Und Abschließend: Ist es möglich nach dem Pharmaziestudium im Ausland in der Industrie oder so zu arbeiten? Ich würde gern ein oder zwei Jahre in Asien Leben und Arbeiten, da mich der Kontinent sehr fasziniert.

  2. #2
    Unregistriert
    Gast
    Ist es schwer in die Forschung oder Industrie zu kommen? Ein befreundeter Pharmazeut meinte, dass einem mit einem 1,x Abschluss und/oder Promotion in der Regel alle Türen offenstehen. Ist das wirklich so oder sind die Stellen außerhalb der öffentlichen Apotheken hart umkämpft?

    --> Die Abschlussnote ist lediglich der Türöffner für eine Promotion, sollte also nicht schlechter 2,5 sein. Wichtiger ist sicherlich die Wahl des Faches. Technologen haben meines Wissens nach einen Job sicher (gutbezahlt). Bei allen anderen Disziplinen sieht es sicherlich ähnlich aus, bei den pharm. Biologen bin ich mir aber nicht so sicher (wer braucht Biologen?)


    Meine zweite Frage ist: Wie seht Ihr denn die Zukunft der öffentlichen Apotheken, gerade im Hinblick auf die Online-Apotheken? Muss man sich Sorgen machen in Zukunft arbeitslos zu werden?

    --> Es wird sicher ausgedünnt werden (12.000 - 15.000 Apotheken am Ende des Prozesses), dies ist zum einen politisch gewollt und zum anderen macht es auch Sinn (höhere Mobilität - auch im Alter, bessere Logistik, effizientere Abläufe etc). Sorgen machen muss man sich vermutlich nicht, da vermutlich der Bedarf an Approbierten steigen wird, da die Arbeit in Zukunft vermutlich mehr "Gedankenarbeit" benötigt. Außerdem fallen ja auch immer mehr alte und morbirde Menschen an.
    --> Man muss auch bedenken, dass irgendwann wahrscheinlich Ketten kommen werden. Es würde mich wundern wenn nicht, denn die Bestrebungen die hinter Ketten stehen sind milliardenschwer und haben Geschick sowie Einfluss. Ich nehme mal an, dass Ketten eher weniger als mehr Apotheker einstellen werden, da PTA´s im Grunde das Gleiche können - letztlich dürfte das am Apothekermangel, den wir real ja schon länger haben, nichts ändern.

    Bis circa 2020 soll etwa jeder dritte Apothekeninhaber im Rentenalter sein. Ist das eine Chance für Absolventen oder führt das zu einer Welle von Apothekenschließungen?

    --> Sowohl als auch. Solltest du dich mit dem Gedanken tragen eine Apotheke übernehmen zu wollen (würde ich lieber lassen, siehe oben), ist es wohl eine Chance, ferner müssen diese Stellen (ob Eigentümer oder nicht ja auch nachbesetzt werden). Es wird sicher aber auch Schließungen geben, von den Apotheken die nicht verkäuflich sind - im Sinne fehlender Interessenten.


    Was glaubt ihr wie sich die Gehälter in den öffentlichen Apotheken entwickeln werden? Der Tariflohn ist nicht wenig, aber auf jedem Studientag heist es immer das man mit einem Bachelor in BWL schon mit 40.000€ im Jahr einsteigt. Ich finde es schon schade, wenn man mit einem so fordernden Studiengang schlechter als jemand mit einem Bachelor in BWL da steht... Bitte nicht falsch verstehen.

    --> Ich denke nicht, dass die Löhne über einen Inflationsausgleich hinaus steigen werden. Dies ist aus mehreren Gründen nicht zu erwarten und macht auch keinen Sinn:
    a) Ist die Verantwortung/Belastung jetzt nicht sooo groß, dass es ein Gehalt rechtfertigt, welches sich beispielsweise auf dem Niveau eines Arztes bewegt.
    b) Müssen die Löhne im (öffentlich alimentierten Bereich) eher beim pflegenden Personal angepasst werden, um hier genug Nachwuchs zu gewinnen - gerade in Zeiten in der jeder und alles meint studieren zu müssen.
    c) Gibt die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken keine große Lohnerhöhung her - in Filialverbünden und gutlaufenden Buden mag das anders sein.

    Und Abschließend: Ist es möglich nach dem Pharmaziestudium im Ausland in der Industrie oder so zu arbeiten? Ich würde gern ein oder zwei Jahre in Asien Leben und Arbeiten, da mich der Kontinent sehr fasziniert.

    --> Da müsste ich jetzt recherchieren wie das mit der Anerkennung ist. Ich glaube es aber nicht. In den USA wird der Abschluss definitiv nicht anerkannt, und da ist es auch NICHT mit 1-2 Prüfungen und nem Sprachzertifikat getan (jahrelanger Prozess - quasi 1/2 Studium).
    Du musst dir in der Hinsicht halt vor Augen halten, dass wir im Grunde wie im finstersten Mittelalter ausgebildet werden. So werden 4 Semester nur Schwachsinn im Grundstudium gelehrt, den man weder in Forschung noch Praxis wirklich braucht ... in dieser Zeit wird in anderen Längern (und das sind zT sogar dritte Welt-Länder) Physiologie, Pharmakologie und klinische Pharmazie gelehrt - und auch auf wesentlich höherem Niveau!.
    In der Industrie oder so, also quasi außerhalb staatlicher Regulation (von Qualitätssicherung und so mal abgesehen), gehts ja letztlich eh nur um Skill - von daher dürfte das kein Problem sein.

  3. #3
    Vielen Dank für ausführliche Antwort!

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