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Thema: Schleimlöser und Hustenstiller gleichzeitig

  1. #1
    Unregistriert
    Gast

    Frage Schleimlöser und Hustenstiller gleichzeitig

    Hallo,

    mir ist heute in der Apotheke was passiert, das mir keine Ruhe lässt. Vorweg muss ich sagen: Ich bin eine recht frische PTA mit gerade mal 1 Jahr Berufserfahrung.
    Ein 23 jähriger Mann hatte 2 Rezepte.
    Rezept 1: Paracodin Tropfen. Einnahme: 3x täglich 30 Tropfen
    Rezept 2: Gelomyrtol Kapseln. Einnahme: 3x täglich 1

    Zuerst stutze ich, da ich gelernt habe: Nie Löser und Blocker zusammen. Murmelte vor mich hin, ob die Rezepte vom selben Arzt seien und stellte fest, das sind sie. Der Kunde fragte, was er denn bekäme und ob etwas nicht stimmen würde. Ich erklärte ihm, dass er ein Präparat zum Lösen von Schleim bekommen soll und ein Präparat, das den Husten unterdrücke und das es nicht üblich sei, beides zusammen einzunehmen. Dies verstand der Kunde und fragte mich dann, was ich machen würde, wenn es mir verordnet würde. Ich sagte, dass ICH immer nur Löser nehme, niemals Blocker, aber sein behandelnder Arzt habe sich sicher etwas dabei gedacht. Der Kunde betonte allerdings immer wieder, dass er EIGENTLICH gar keinen Husten habe. Nach seiner Aussage huste er "3-4x am Tag kurz und dann abends einmal richtig", es könne aber sein, dass doch etwas schleimiges festsitze. Er wollte das Paracodin nicht kaufen, auch meinen Rat, dies doch zu tun, um es wenigstens zur Nacht einzunehmen, lehnte er ab: Er huste nachts doch gar nicht.
    Irgendwie lässt mich dieser Fall nun nicht los. Ich habe lediglich versucht, zu beraten, wollte mich auf keinen Fall gegen die Verschreibung des Arztes stellen! Aber irgendwie habe ich ihm das Paracodin ja nun doch ausgeredet...
    Nun meine Frage: Habe ich vielleicht doch etwas übersehen? Vielleicht hat sich der Arzt ja was ganz anderes dabei gedacht.

    Ich danke jetzt schon für Antworten...

    Grüße
    Lucie

  2. #2
    Administrator Avatar von ooonja
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    Hallo,

    vielleicht war das Gelomyrtol auch zum Schleimlösen z.B. für die Nasennebenhöhlen gedacht?! Und evtl. sollte das Paracodin auch schlafunterstützend wirken? (sind natürlich nur Spekulationen)

    Die Frage des Patienten was du machen würdest, ist gar nicht so unproblematisch. Man könnte seine Symptome noch mal genauer hinterfragen bzw. warum er überhaupt beim Arzt war. Im Zweifelsfall hätte ich versucht den Arzt zu erreichen und die Verschreibung hinterfragt.

  3. #3
    Apothekerin Avatar von 1981engelchen
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    Eigentlich ist das doch der klassische Fall - tagsüber soll der Patient den eventuell noch festsitzenden Schleim lösen und damit er nachts ruhig schlafen kann, gibt es dann das Paracodin. Beide Medikamente dürfen nicht direkt gleichzeitig genommen werden, aber 3 x täglich Gelomyrtol zu schlucken und nachts dann Paracodin ist absolut in Ordnung! Ich hingegen habe hier ne HNO-Ärztin in der Nähe, die fortwährend Ambrodoxy und Codein-Tropfen parallel verordnet und dann auch noch dazu sagt / auf´s rezept schreibt, dass beides 3 x täglich genommen werden soll! Das finde ich schon echt bedenklich und frage mich jedes Mal, was ich dem Patienten dazu sagen soll. Man darf und will sich ja auch nicht in die Therapie des Arztes einmischen oder den Patienten verunsichern - schon schwierig...

  4. #4
    PhiP
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    Zu der Ambrodoxy-Sache: Was meint denn die Ärztin, wenn man Sie mal darauf anspricht. Das würde mich mal interessieren

  5. #5
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    Rezept 1: Paracodin Tropfen. Einnahme: 3x täglich 30 Tropfen
    Rezept 2: Gelomyrtol Kapseln. Einnahme: 3x täglich 1
    Das klingt für mich aber nicht nach dem klassischen Fall der nächtlichen Einnahme der Paracodin-Tropfen.

  6. #6
    Apothekerin Avatar von 1981engelchen
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    ...haben einmal angerufen und da hiess es, das hat seine Richtigekeit und fertig!

    zum 1.Fall: die Dosierung hab ich überlesen, sorry...

  7. #7
    Unregistriert
    Gast
    Ich würde in einem solchen Fall erst mal ganz ruhig bleiben, nichts sagen und wenn ich nach hinten gehe kurz eine Kollegin um Rat fragen. Vielleicht kennt sie den Arzt ja und hat Erfahrung mit der Verordnung? Vielleicht handelt es sich einfach nur um einen Schreibfehler? Wir hatten z.B einen Arzt, bei dem die Dosierungen fest in seinem System hinterlegt waren und wenn er das Medi verordnet hat, unweigerlich mit aufgedruckt wurden. Auch wenn er gar nicht die Dosierung meinte^^ Du könntest um sicher zu gehen auch kurz beim Arzt anrufen und nachfragen (ist aber stark vom Arzt abhängig. Manche reagieren da nicht allzu gut drauf...). In keinem Fall würde ich den Patienten verunsichern. Dann hält der Patient entweder uns oder den Arzt für inkompetent und das wäre schlecht. Wenn du dir ganz sicher bist einen Fehler bemerkt zu haben kannst du es dem Patienten sagen und Ihm die deiner Meinung nach richtige Dosierung sagen. Aber gerade am Anfang hilft es einen Apotheker zu rate zu ziehen (schließlich soll er dich ja beaufsichtigen... Dafür ist er da!)

    Aber was ich mir evtl. in diesem Fall noch vorstellen kann: Heißt es evtl. 3x tgl. Bei Bedarf? Dann nimmt er das Paracodin nur wenn nötig, dann aber 3x tgl. und das Gelo Myrtol durchgängig.

  8. #8
    Unregistriert
    Gast
    Kann mir jemand bitte erklären, was für einen Sinn ein Hustensaft haben soll, der gleichzeitig schleimlösend und hustenreizstillend wirkt? Kenne ein paar solche pflanzliche Präparate.
    Hier die Werbung für eines: "XXX-Hustensaft ist ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel* zur Linderung des Hustenreizes und zur Förderung des Abhustens von zähem Schleim bei Husten im Zusammenhang mit einer Verkühlung."
    ???
    Danke im Voraus!
    LG

  9. #9
    Unregistriert
    Gast
    Hat da wirklich niemand von euch eine Erklärung!? Würd mich echt interessieren...

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lisel
    Registriert seit
    17.05.2011
    Beiträge
    137
    Apothekerin
    Hallo Gast,

    Linderung des Hustenreizes und Hustenstiller sind zwei paar Schuhe. Ein Hustenreiz kann durch pflanzliche Mittel etwas gelindert werden, da sie sich auf die Schleimhaut legen. Ein Bronchialtee z.B. hat einen etwas komischen, schleimigen (schwer zu erklären ) nachgeschmack und lindert den Hustenreiz ein wenig, vor allem aber beruhigt er die vom Husten gereizten Schleimhäute im Rachen. Ein Hustenstiller unterdrückt bestenfalls den Hustenreiz und lindert ihn nicht nur, da er über das ZNS wirkt.

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