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Thema: Trinkmenge und Antibiotika (Monuril)

  1. #1
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    Trinkmenge und Antibiotika (Monuril)

    Hallo,

    ich habe eine Blasenentzündung und deshalb Monuril (Wirkstoff: Fosfomycin-Trometamol) verschrieben bekommen. Nun steht in der Packungsbeilage (Stand: März 2011), dass man während der Antibiotika-Therapie mit Monuril und auch allgemein während einer Antibiotika-Therapie bei Harnwegsinfektionen NICHT viel trinken soll (nur die üblichen 1-2 l/d), weil sonst das Antibiotikum in der Blase zu stark verdünnt und zu schnell ausgeschieden wird. Nun bin ich geplättet, weil ich immer nur den Ratschlag "trinken, trinken, trinken" bei Blaseninfektionen kenne. Ist das jetzt also eine neue Erkenntnis, die in der Packunsgbeilage steht, oder einfach nur kompletter Blödsinn?

    Wäre froh, wenn mir jemand was dazu sagen könnte!

    Viele Grüße

  2. #2
    N06BC01 Avatar von Shimone
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    Also der einzige Grund den ich mir vorstellen kann ist das man den Wirkstoffspiegel hoch halten möchte, da man nicht mehr wie früher 2 Wochen sondern inzwischen nur noch ~5 Tage Therapiert.
    Und in diesem Fall wäre es halt wirklich so das die Konzentration irgendwann zu gering wäre wenn man mehr/viel trinkt um die Bakterien Effektiv abzutöten.
    Und ich so: "Jetzt guck doch mal über den verdammten Tellerrand hinaus"
    Und er so: "Ah da ist der Löffel"

  3. #3
    Studi Avatar von Nachi
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    Würde auch sagen, dass das in diesem speziellen Fall kein Schwachsinn ist. Wenn man nur eine leichte Entzünung hat und nicht mit Antibiotika therapiert, ist "trinken, trinken, trinken" immer noch die Devise.

  4. #4
    Unregistriert
    Gast
    Danke für eure Antworten! Also dann werde ich Leuten ab jetzt den Rat geben, nicht mehr als 2 Liter am Tag zu trinken, wenn sie ein Antibiotikum wegen einer Blasenentzündung bekommen.

  5. #5
    Apothekerin Avatar von 1981engelchen
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    Monuril nimmt man doch aber nur als Einmaldosis ein...

  6. #6
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    Also ich zitiere jetzt mal aus dem Monuril-Beipackzettel:

    "Damit Monuril möglichst intensiv in der Harnblase wirken kann, sollten Sie nur die üblichen 1,5-2 Liter Flüssigkeit pro Tag trinken. Sehr viel größere Trinkmengen, wie sie zur Vorbeugung von Harnwegsinfektionen empfohlen werden, sind während JEDER antibiotischen Behandlung der Blaseninfektion nicht empfehlenswert. Durch übermäßiges Trinken kann das Antibiotikum im Harn stark verdünnt bzw. zu schnell ausgespült werden."

    Und weiter unten steht:

    "Trinken Sie viel und leeren Sie Ihre Blase regelmäßig, um Bakterien auszuschwemmen. Trinken Sie aber nicht übermäßig, wenn Sie Ihre Harnwegsinfektion mit Antibiotika behandeln."

    Also ich finde schon, dass das Argument des schnelleren Ausschwemmens des Antibiotikums und dessen stärkerer Verdünnung Sinn macht, aber ich würde vom Gefühl her sagen, dass die Antibiotika in so starker Überdosierung gegeben werden, dass man trotz der oben genannten Gründe noch eine ausreichend hohe Konzentration in der Blase erreicht. Und insofern sagt mir mein Gefühl auch, dass es trotzdem noch empfehlenswert ist, mehr als gewöhnlich zu trinken, um eben die Bakterien aus der Blase auszuspülen. Nur leider kenne ich keine Expertenmeinungen bzw. Studien zu dem Thema, mit denen ich mein Gefühl bestätigen oder widerlegen könnte.

    Weiß jemand zufällig, was die Deutsche Gesellschaft für Urologie dazu sagt? Denn in deren Leitlinien habe ich nichts zu dem Thema gefunden.

  7. #7
    N06BC01 Avatar von Shimone
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    Also ich möchte jetzt nichts pauschal zu Antibiotika sagen, aber beim Monuril sprich Fosfomycin-Trometamol würde ich schon eher sagen ein Schluck weniger ist besser.
    Es ist nämlich so, das schon bei normalem Trinkverhalten ~90% des Wirkstoffes innerhalb der ersten 4std. wieder über den Urin/die Blase ausgeschieden werden.
    D.h. zwar das man nach 4std. zwar immer noch ein ausreichenden Wirkstoffspiegel hat, aber dieser natürlich sinkt wenn man besonders viel trinkt.

    Viele Menschen trinken ja auch ansich zu wenig, deswegen steht vermutlich in einem zweiten Satz "Trinken sie viel"

    Ich kann mir gut vorstellen das es sich bei anderen Antibiotika bei Harnwegsinfekten ähnlich verhält.
    Und ich so: "Jetzt guck doch mal über den verdammten Tellerrand hinaus"
    Und er so: "Ah da ist der Löffel"

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