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Thema: Arbeitsalltag

  1. #1
    Studi Avatar von Nachi
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    Arbeitsalltag

    Hallo!
    Ich bin noch im ersten Semester und seit ich meine PTA-Ausbildung beendet habe denke ich darüber nach, in einer KH-Apo zu arbeiten. Nun weiß ich zwar aus der PTA-Schule wie in etwa eine KH-Apo aufgebaut ist, aber rein gar nichts über den Apothekenalltag. Wenn ich die Zeit dazu finde (wahrscheinlich nach dem 2. Semester) würde ich sowieso gerne kurz in eine KHA reinschnuppern. Aber ich fänd' es ganz schön, wenn hier vielleicht ein paar Leute berichten könnten, wie es sich denn so dort arbeiten lässt. Egal ob PTA, leitender oder angestellter Apotheker.

    Danke schonmal ^^!

  2. #2
    Pharmaziestudent___
    Gast
    Würde mich auch interessieren, bei mir dann eher aus der Sicht der Apotheker.
    Will auf jeden Fall eine Famulatur dort machen, obwohl mich andererseits auch noch andere Bereiche interessieren würden...
    Jedenfalls stelle ich mir vor, dass das sehr stark vom jeweiligen Krankenhaus abhängt. Manche haben vielleicht eine sehr schöne, moderne Apotheke, bei anderen findet das irgendwo versteckt im Keller statt. Auch wie die Kollegen so drauf sind und die Atmosphäre insgesamt kann man wahrscheinlich schwer verallgemeinern.

  3. #3
    Studi Avatar von Nachi
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    Gibt es auf diesem Board wirklich niemanden, der in einer KHA arbeitet?

  4. #4
    Marie
    Gast
    Also ich habe bisher zwar nur ein vierwöchiges Praktikum in einer Krankenhausapotheke gemacht, aber ich schreibe hier jetzt einfach mal die Sachen rein, die sich meiner Erfahrung nach grundsätzlich von der Arbeit in einer Öffentlichen Apotheke unterscheiden:

    Arbeitszeiten:
    In der ÖA beginnt die Arbeit ja meist zwischen acht und neun Uhr, in der KHA oft schon um sieben Uhr. Dafür ist aber auch spätestens um halb fünf, manchmal sogar schon um halb vier Feierabend.

    Zytostatikaherstellung:
    Als PTA stellst du die Zytostatika in Zweiergruppen her, als Apotheker überprüfst du im Vorraum, ob die Dosierung stimmt und dokumentierst die Herstellung. Als Apotheker kommst du also eigentlich nicht in direkten Kontakt mit den Zytostatika.

    Herstellung allgemein:
    Es wird viel mehr hergestellt als in der ÖA, u.a. Kapseln, Lösungen, Salben, aber auch sterile Arzneiformen, die unter dem Laminar Air-Flow zubereitet werden müssen. Es werden auch Arzneiformen hergestellt, die auf dem Markt nur zu unangemessen hohen Preisen angeboten werden (z.B. Fentanyl-Nasensprays, Sildenafil-Kapseln bei pulmonaler Hypertonie).

    Kistenpacken:
    Viel Zeit geht auch für das Packen von Arzneimittelkisten für die jeweiligen Stationen drauf. Es gibt zwar die Kommissionierautomaten, aber teilweise muss überprüft werden, ob wirklich alles drin ist, und die BTMs und Infusionslösungen müssen noch dazugepackt werden. Es gibt wohl viele Krankenhausapotheken, in denen nur die PTAs fürs Packen zuständig sind, aber in der KHA, in der ich mein Praktikum gemacht habe, haben die Apotheker gleichermaßen beim Packen mitgeholfen.

    Arzneimittelsortiment:
    Dies ist auch fundamental anders, als in der ÖA. Ich hatte vor meinem Praktikum schon für ein paar Monate in einer ÖA gearbeitet und ich kannte maximal die Hälfte der Arzneistoffe, die in der KHA vorrätig gehalten wurden. Außerdem gibt es meist für jeden Arzneistoff nur ein einziges Präparat, also fällt die ganze Generika-Konfusion weg.

    Stationsbegehungen:
    Einmal im Jahr geht ein Apotheker, meist zusammen mit einer PTA, auf die einzelnen Stationen der Krankenhäuser und guckt sich an, wie die Arzneimittel dort gelagert werden (Kühlschrank, Lichtschutz) und ob die Präparate noch haltbar sind. Außerdem wird geguckt, ob die Verwendung von BTMs und Blutprodukten richtig dokumentiert wurde.

    Atmosphäre und Arbeitsraum:
    Wie du schon in einem anderen Thread geschrieben hast, Nachi, ist ein definitiver Vorteil der Krankenhausapotheke, dass man dort nicht von nöligen Kunden runtergemacht wird. Man hat zwar auch viel mit (gelegentlich nöligen) Ärzten und Krankenschwestern zu tun, aber die Atmosphäre ist trotzdem wesentlich freundlicher als in einer ÖA und man muss sich deutlich seltener ärgern.

    Ach ja: Im Keller wird nicht gearbeitet ;-)
    Der Arbeitsraum ist, u.a. wegen der Zytostatika, noch strengeren Reglementierungen unterworfen als in einer ÖA und der Amtsapotheker kommt auch noch öfter vorbei, um nach den Rechten zu sehen.

  5. #5
    Studi Avatar von Nachi
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    Danke erst einmal für so viel Info, aber noch 'ne Frage. Was sollen denn Sildenafil-Kapseln bei pulmonaler Hypertonie sein? Sildenafil ist in Viagra, also ist ein Aphrodisiakum. Pulmonal bedeutet, dass es die Lunge betrifft und Hypertonie, dass das Herz einen zu hohen Druck hat. Was soll das also für ein Medikament sein ^^?

  6. #6
    Marie
    Gast
    Der Handelsname des Medikaments ist Revatio (Zulassung Ende 2005).
    Ne Monatspackung kostet knapp 900 Euro, insofern ist es klar, dass die Krankenhausapotheken versuchen, Sildenafil-Kapseln selber herzustellen, um die Therapiekosten zu senken.
    Pulmonale Hypertonie heißt, dass der Blutdruck im Lungenkreislauf zu hoch ist.
    Lernt ihr noch, bist ja erst im 1. Semester ^^

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von Robert
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    Viagra ist kein Aphrodisiakum. Und der PDE5-Hemmer Sildenafil wurde anfangs sogar für das Indikationsgebiet Pulmonale Hypertonie entwickelt - jedoch zeigten sich bei manchen Männern UAW, die für die Behandlung der pulmonalen Hypertonie nicht vertretbar waren, sich jedoch als wahre Geldquelle für Pfizer entpuppte Es wurde in einer niedrigeren Konzentration später dann jedoch trotzdem für die Therapie der pulmonalen Hypertonie zugelassen.
    Geändert von Robert (16.02.2011 um 20:19 Uhr)

  8. #8
    Studi Avatar von Nachi
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    Stimmt...sry. Aphrodisiakum war falsch gewählt ^^. Aber danke für den Hinweis. Dass Sildenafil dafür eingesetzt wird/wurde wusste ich noch nicht ^^.

  9. #9
    Stimmt es, dass ein Krankenhausapotheker nach TVöD bezahlt wird ?
    "Wer sein Ziel kennt, findet den Weg"

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von mia
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    Apothekerin
    Ich mache im Moment auch eine Famulatur in einer Krankenhausapotheke.



    Die Apotheke wurde vor einem halben Jahr umgebaut und daher eigentlich sehr modern. Nur funktioniert eben noch nicht alles so wies soll, die Zytostatikaherstellung wird leider erst nächsten Monat wieder aufgenommen da das Labor noch nicht abgenommen ist.

    Auch der Kommissionierer tut noch nicht, so das 2 Tage in der Woche der ganze Vormittag fürs Kisten packen draufgeht. Die Apotheker sind hier aber nur für die BTM's zuständig, und helfen ab und zu den PTA's beim kontrollieren ob die Kisten richtig gepackt sind.

    Eine besonderheit dieser Krankehauspotheke ist der 'Baxter-automat'. Die festen Arzneimittel werden für jeden einzelnen Patienten zentral in der Apotheke abgefasst. Für jede Einnahme, z.b. vorm Frühstück, beim Frühstück, usw. packt der Automat die Tabletten und Kapseln in ein kleines PE-Tütchen, nach Patienten und Station geordnet. Abends hohlen die Stationen die Kisten mit den tüten dann ab. 2 PTA's sind damit beschäftigt den Automaten mit Pillen zu füttern und zu kontrollieren ob jede tablette auch da ist wo sie hingehört. Bevor die Aufträge aber von den Ärtzen an den Automaten kommen, gucken vorher die Apotheker jede einzelne Verordnung durch, und prüfen auf eventuelle falscheingaben oder wechselwirkungen. Dies ist wohl deren Hauptaufgabe.

    Rezepturen werden von den PTAs hergestellt und das Protokoll von den Apothekern geprüft und unterschrieben.

    Stationsbegehungen werden alle halbe Jahre gemacht, aber nur von den Apothekern. Hierbei kann man sich auch bereiche angucken die man ansonsten wohl nie zu gesicht bekommen würde, z.b. einen OP.

    Ich glaube nicht das nach TVöD bezahlt wird, aber ich habe noch nicht allzu genau nach den Gehältern gefragt. Die eine PKA sagte nur mal sie sei mit mehr als 10 Jahren Berufserfahrung an der höchsten Gehaltsstufe angekommen und verdiene etwa 1900€. Das passt nicht in die Tarife der öffentlichen Dienstes rein.

    Meine Erste Famulatur habe ich einer öffentlichen Apotheke gemacht, und ich hoffe das ich im Haupstudium nochmal ein Praktikum in der Industrie machen kann.

    Krankenhaus gefällt mir aber bislang sehr gut, keine ärgerei mit Rabbattverträgen, keine nervigen Kunden, nervige schwestern darf man im gegensatz zu kunden zurechtweisen,....

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