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Thema: Warnung vor der Pharmazie Hamburg!

  1. #1
    Tina
    Gast

    Warnung vor der Pharmazie Hamburg!

    Hi,
    allen, die noch nicht genau wissen, wo sie denn Pharmazie studieren wollen, möchte ich einige Ratschläge geben:

    Also hier in Hamburg in unserem kleinen Pharmazie-Institut ist die Personalsituation sehr schlecht. Das heisst, es sind jetzt schon Engpässe in der Lehre vorhanden und sie werden in den folgenden Jahren um einiges stärker werden. zB sucht unser Institut seit 3 Jahren einen neuen Chemie-Prof und schafft es nicht einen neuen zu finden. Außerdem verlässt im Schnitt jedes Semester eine Lehrkraft unser Institut, zum einen wegen der Emeritierungen, zum anderen da befristete Verträge auslaufen, oder da sie woanders bessere Stellen bekommen bzw gar aus unserem Institut rausgeekelt werden (das ist kein Scherz, zwischen den Profs bei uns tobt eine Art Machtkampf, viele hassen sich gegenseitig).
    Es ist schon traurig, wenn viele (Ex)Dozenten einem Gesicht sagen, dass das Institut "scheiße" sei, alles nur bergab gehe usw. Es findet bei uns regelrecht eine Abwanderung des Lehrkörpers an andere Unis/Unternehmen etc pp statt.
    In den künftigen Jahren werden wir hier noch weniger Profs und Dozenten haben, niemand weiß wie es genau weitergehen soll. Es wird gemunkelt, dass zB im Hauptstudium jedes Semester ein anderer Prof die Chemie-Vorlesung machen soll (je nachdem wer gerade den Lehrauftrag bekommen hat) , und wenn dann ein Prof das 2. Staatsexamen abnimmt, aber nur das 8. Semester hier Vorlesung gemacht hat und nur fürs 8. Sem. genau weiß, was drankam - na dann gute Nacht.

    Im 3. Semester gibt es zB gar keine Vorlesung in organischer Chemie, sondern nur ein Seminar 2 mal die Woche, wo ganz schnell die Ergebnisse der Aufgaben abgeglichen werden (meist werden die Zettel nicht zu Ende besprochen, ausreichende Erklärungen fehlen ebenfalls). Das wirkt sich auch ganz klar auf die späteren Chemie-Kenntnisse und Staatsexamen-Ergebnisse aus.

    Auch das Klima innerhalb der verschiedenen Fachsemester ist gelinde gesagt nicht das beste. Es finden gleich zu Beginn des 1. Semesters Gruppenbildungen statt, es herrscht eine Stimmung der Arroganz, Desinteresses und des "Gegeneinander" statt miteinander. Auf den veranstalteten Parties findet man auch nur einen Bruchteil der Studierenden...

    Die Laborgruppen sind meistens 3er, 4er oder 5er Gruppen, wo jede(r) Einzelne nicht wirklich viel lernt, da die zu erledigende Arbeist meist von einer Person durchgeführt werden kann und die anderen stehen daneben und gucken zu. Effizientes Lernen durch praktisches Arbeiten sieht anders aus.

    Auch die Evaluationen der Lehrveranstaltungen laufen gehörig schief: So ist es hier gang und gäbe, dass die betreffenden Profs/Dozenten die Evaluationsbögen selbst einsammeln, kritische aussortieren und besonders Untergebene Kommilitonen dann losschicken um die Verfasser dann ausfindig zu machen. Anschließend wird vor den Semestern dann mit rechtlichen Schritten etc gedroht.

    Es werden auch Listen von Studierenden ausgehangen, welche eine Klausur nicht bestanden haben, das ganze findet dann unter dem Deckmantel "Studierende die an der Wiederholungsklausur teilnehmen möchten, müssen sich bitte hier eintragen" statt.

    Auf den Fachschaftsrat kann man sich leider auch nicht wirklich verlassen, da wird nicht viel gemacht, außer dass zu Beginn des Studiums ein Mitglied des Fachschaftsrates von jedem Erstie erstmal 15 Euro "jährlichen Mitgliedsbeitrag" kassiert hat, denn "wer Pharmazie studiert, ist automatisch Mitglied im BpHD (so ein Verein)" . Eine Möglichkeit der freiwilligen Mitgliedschaft wurde uns nicht angeboten. Gemeckert hat keiner, denn niemand wollte gleich in der OE-Woche schlecht auffallen. Nur merkwürdig, dass man später keine Bestätigung von diesem Verein bekommt (ein Formular oder sonstiges mussten wir auch nicht ausfüllen), auch Post von denen bekommt man nicht und weitere Jahresbeiträge wurden auch nicht erhoben. Ganz zufällig ist die Schatzmeisterin des BpHD bei uns im Fachschaftsrat und auf der Homepage dieses Vereins war zu lesen, dass es erhebliche Geldprobleme gebe.
    Die Verknüpfung dieser Fakten sei mal jedem selbst überlassen...

    Auch eine subtile Benachteiligung von Studierenden mit Migrationshintergrund findet statt, welches vor allem in den Laborpraktika und gewissen Seminaren erkennbar wird. Das ist insbesondere Schade, da es sich bei Hamburg um eine weltoffene Stadt handelt.

    Ich habe den Eindruck, in dem Institut geht es größtenteils nur darum, die Studierenden unterzubuttern: zB wenn eine Scheinvergabe stattfindet, dann muss es auch "Montag den xx.yy. zwischen 12.45 Uhr und 13 Uhr" sein. Kommt man eine Minute später, muss ein neuer Termin gemacht werden. Bis ein Schein überhaupt fertiggestellt wurde, kann das schon mal 10 Monate (!!!) dauern (Es ist nicht bei allen Dozenten so, ist aber schon vorgekommen).

    Auch wird Menschen, die dort promovieren möchten, es erheblich schwer gemacht: So wurden den Betreffenden einfach das Arbeiten im Labor verboten (was für die Promotion aber absolut notwendig ist), Abbrüche der Doktorarbeiten waren die Folge.

    Diese Liste ließe sich noch viel weiter führen, würde aber den Rahmen hier sprengen.

    Zusammenfassend hat die Hamburger Pharmazie keine große Zukunft, viele vermuten eine baldige Schließung. Auch die prekäre Wohnsituation (zu wenige Wohnungen und zu teure Mieten) und dass Studiengebühren gezahlt werden müssen, sind noch zu berücksichtigen. Also lasst euch nicht von dem Spruch "Hamburg - schönste Stadt der Welt" verleiten.

    Last but not least: Dies hier soll kein Racheakt oder Ähnliches sein, ich möchte lediglich auf die Situation hier im Institut hinweisen, viele der oben genannten Dinge bekommt man auch in den ersten Semestern auch gar nicht so mit sondern werden erst schleichend oder durch vertrauliche Gespräche klar. Den massiven Bemühungen des Instituts um ein positives Image soll hier mal mit der Wahrheit einhalt geboten werden.

    Meine Schilderungen sollen letzendlich nur eine Entscheidungshilfe für euch sein, ob ihr wirklch in Hamburg studieren wollt?



  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von Thomas
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    Hmm habe jetzt schon öfters gehört das unsere Quasi-Nachbar Uni nicht so der Bringer sein soll und Hamburg schon das Pharmastudium komplett nach Kiel outsourcen wollte(angeblich gescheitert, da Hamburg aber kein Cent an S-H zahlen wollte)...klingt ja nicht so doll alles, ich schau mich mal nachher auf der Seite der Uni-Hamburg um und stell dann sicher noch ein paar Fragen
    Geändert von Thomas (29.12.2010 um 14:11 Uhr)

  3. #3
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    Hallo,

    na ja, ich finde den Titel "Warnung" und dann noch den Hinweis darauf, dass es kein Rachefeldzug ist, etwas merkwürdig - das macht dann leider gerade den Eindruck, als ob es hier um eine persönliche Sache geht.

    Ich bin ja noch nicht lange im Studium, aber zu einigen Punkten möchte ich dochmal etwas sagen:

    zB sucht unser Institut seit 3 Jahren einen neuen Chemie-Prof und schafft es nicht einen neuen zu finden.
    Wenn ich das auf der Vollversammlung vor Weihnachten richtig in Erinnerung habe, ist doch jetzt einer gefunden und fängt demnächst an, oder ?!

    Auch das Klima innerhalb der verschiedenen Fachsemester ist gelinde gesagt nicht das beste. Es finden gleich zu Beginn des 1. Semesters Gruppenbildungen statt, es herrscht eine Stimmung der Arroganz, Desinteresses und des "Gegeneinander" statt miteinander. Auf den veranstalteten Parties findet man auch nur einen Bruchteil der Studierenden...
    Eine arrogante Stimmung oder ein Gegeneinander kann ich in unserem Semester bis her nicht feststellen. Die Norddeutschen sind halt nun mal etwas distanzierter.
    Gruppenbildung ist aber doch ein ganz normaler Prozess, der in größeren Gruppen immer stattfindet. Hab ich zumindest noch nie irgendwo anders erlebt.

    Auch die Evaluationen der Lehrveranstaltungen laufen gehörig schief: So ist es hier gang und gäbe, dass die betreffenden Profs/Dozenten die Evaluationsbögen selbst einsammeln, kritische aussortieren und besonders Untergebene Kommilitonen dann losschicken um die Verfasser dann ausfindig zu machen. Anschließend wird vor den Semestern dann mit rechtlichen Schritten etc gedroht.
    Bei uns läuft es jetzt so, dass der Semestersprecher die Evaluationsbögen in einem geschlossenen Umschlag sammelt und dann ans Sekretariat (?) weiter gibt, das scheint sich also geändert zu haben. Es wurde aber auch erwähnt, dass es da in der Vergangenheit Ärger gab.

    Auch eine subtile Benachteiligung von Studierenden mit Migrationshintergrund findet statt, welches vor allem in den Laborpraktika und gewissen Seminaren erkennbar wird. Das ist insbesondere Schade, da es sich bei Hamburg um eine weltoffene Stadt handelt.
    Auch das kann ich bei uns bisher nicht bemerken. Kann ich mir auch nur schwer vorstellen, da dann circa 1/3 des Semesters benachteiligt werden müsste.

    Ich fühl mich bisher an der Uni ganz wohl und bereue es nicht, in Hamburg geblieben zu sein. Wie es dann in ein paar Semestern sein wird, wird man ja sehen, aber generell die Hamburger Pharmazie zu verteufeln halte ich nicht für angebracht.

    LG,
    Steffi

  4. #4
    Wildsau
    Gast
    @Tina: Habe selbst in Hamburg Pharmazie studiert und kann dir einfach nur recht geben!

  5. #5
    Herbert
    Gast
    Das ist absolut nichts neues dass die Pharmazie in Hamburg total fürn A**** ist.

    Selber schuld wenn du dich da eingeschrieben hast...

  6. #6
    hausmeister Avatar von wundi
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    Hm, ich hab Kontakt zu Hamburger Studenten, welche sich dort recht wohl fühlen...

  7. #7
    Objektiver Betrachter
    Gast
    Zugegebenermaßen ist nicht alles ideal, aber so wie es beschrieben wurde ist es einfach viel zu übertrieben. Fakt ist, dass der momentane Stand was die Lehre betrifft etwas suboptimal ist, sich aber jedoch ausgiebig darum gekümmert wird - von Seiten der Professoren/Doktoren/Dozenten und auch Seiten der Fachschaft - und die Probleme im Prozess der Lösung sind (man kann nicht von einem Tag auf den anderen einen neuen Professor finden [und die derzeitige Situation des fehlenden Chemieprofessor basiert darauf, dass ein Professor einer anderen Uni nicht dazu in der Lage war kompetente Arbeit zu leisten und eine Entscheidung zu treffen!] oder jemanden innerhalb eines Tages in ein komplett neues Fach einlernen). Viele der angesprochenen Punkte sind übrigens in anderen Fächern Gang und Gebe odder noch "schlimmer", man betrachte mal die Medizin oder Jura; dagegen ist es in der Pharmazie noch echt kuschelig!

    Man sollte sich also nicht durch eine subjektive Meinung zu einer Entscheidung führen lassen (zumal man sich nicht anmaßen kann zu meckern, wenn man nicht selber was zu einer positiven Veränderung beiträgt und nur andere machen lässt ).

  8. #8
    Was mache ich nun?! Hier wird geschrieben, dass die Uni in Hamburg nicht so gut sei.
    Ich bin von Beruf PTA und möchte gerne Pharmazie studieren.
    Wohin gehe ich nun? Was empfiehlt ihr mir?

    Ich bin dankbar für jede Antwort und jeden Ratschlag

    Danke!

  9. #9
    Erfahrener Benutzer
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    Apothekerin
    Hallo,

    lies dir mal den zweiten Beitrag durch. Ich halte diese Warnung hier für sehr übertrieben und habe auch noch von keinem im Institut derartige Kritik gehört. Mir gefällt's in Hamburg.

    Lg,
    Steffi

  10. #10
    Alejandro
    Gast
    Da kann ich nur Steffi recht geben. Hamburg ist eine schöne Stadt und bis zum heutigen Tag habe ich nicht bereut, hier angefangen zu haben.
    Ich weiß wirklich nicht warum Tina sowas schreibt. Es gibt sicherlich bessere Unis, aber Hamburg so darzustellen finde ich nicht okay.

    "Gruppen bilden"? gehört die Tina zu keiner Gruppe? Dann kann ich mir schon Tina vorstellen. Es ist klar, dass sich kleine Grüppchen bilden, aber man gehört immer irgendwohin und es ist auch gut so.

    Die Lehre wird immernoch verbessert, dafür sind die Dozenten sehr hilfsreich und die Fachschaft sehr aktiv.

    Habe nichts mehr zu sagen.... Macht euch keine Sorge... Hamburg lohnt sich^^

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