• Studieren an der Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald

    Die Stadt

    Greifswald besitzt ca. 54.000 Einwohner. Der Marktplatz ist aufgebaut wie ein Quadrat, begrenzt von sehr schön verzierten älteren Gebäuden. Das Theater wurde erst neu renoviert und ist nun auch sehr schön anzusehen. Aber es gibt natürlich auch weniger schöne Seiten in Greifswald, die es jedoch überall gibt, wenn man ehrlich ist. Nervig ist es dann meistens nur, wenn in der Prüfungszeit der sowieso schon zu kurze Schlaf gestört wird. Man wird, wenn man neu in Greifswald ist oft gewarnt, dass die Diebstahl-Rate an Fahrrädern sehr hoch ist. Auch ich musste es leider am eigenen Leib erfahren. Das kann einem jedoch in jeder Stadt ebenso passieren. Auf den ersten Blick eine schöne ältere Stadt, bloß an die Mentalität muss man sich eben gewöhnen.

    Die Universität

    Die Uni zählt etwas mehr über 12.000 Studenten, 5.000 Universitätsangehörige und bietet rund 50 Studiengänge an. Studiengebühren gibt es nicht, jedoch einen Semesterbeitrag in Höhe von ca. 50 Euro. Es gibt kein Semesterticket, weil sich das für Greifswald nicht lohnen würde, da alles recht gut mit dem Fahrrad erreichbar ist. Jedoch könnte man über ein Angebot für Studenten aus der näheren Umgebung nachdenken, ob man denen anbietet ein billiges Ticket für die Bahn anzubieten. Studenten fahren ja nicht selten nach Hause am Wochenende. Der Studentenausweis wurde vor einem oder zwei Jahren neu gemacht. Ein persönlicher Verbesserungsvorschlag: Man könnte eine Karte für alles einrichten. Sprich, dass der Studentenausweis ebenfalls in Chipkartenform erscheint und die Funktionen der Mensa-Card, der Kopierkarte und des Ausweises der Universitätsbibliothek mit übernimmt.

    Verkehrssituation

    In Greifswald benötigt man eigentlich definitiv ein Fahrrad, weil es an Parkplätzen in der Stadt mehr als mangelt. Auf dem "neuen Campus" gibt es zwar Parkmöglichkeiten, jedoch sind diese immer sehr schnell besetzt, weil es nicht viele sind. Aber das mit dem Parken ist natürlich in jeder Stadt ein bekanntes Problem. Bus bin ich nie gefahren, da wie schon erwähnt, alles mit dem Fahrrad recht gut erreicht werden kann. Man ist auch schneller unterwegs, da die Busse ja nicht die direkten Wege fahren, um möglichst die ganze Stadt an den öffentlichen Verkehr anzubinden.

    Winterdienst ist leider nicht so gut, zum Teil natürlich auch verständlich, jedoch nach mehreren Wochen schon ein wenig enttäuschend. 10-20cm dicke Eisplatten auf den Fahrradwegen und Straßen (auch Hauptstraßen) in ganz Greifswald und auf dem ganzen Campusgebiet (auch dem Parkplatz) machten das Fahrrad fahren nahezu unmöglich. Die Einkaufsmöglichkeiten für Essen und Trinken sind jedoch wirklich gut, weil man an jeder Ecke Discounter wie Lidl, Netto, Aldi oder Penny findet. Im Elisenpark, einem Einkaufscenter findet man neben Real, Netto und Rossman auch Bekleidungsgeschäfte und einen Mediamarkt und Praktiker.

    Die Pharmazie

    Das Institut der Pharmazie befindet sich mit auf dem neuen Campus, ist aber ein älteres kleines Gebäude. Direkt daneben wird derzeit ein neues Gebäude errichtet, das C-DAT (Center of Drug Absorption and Transport). Bezogen wird es aber voraussichtlich erst Ende 2011, aber wovon genau weiß ich nicht.

    Zukünftigen Studenten der Pharmazie bleibt es dann erspart zwischen den Vorlesungen zwischen Campus und Stadt pendeln zu müssen. In den ersten Semestern finden die Praktika in der Biochemie statt. Ein schönes neues Gebäude mit sehr guter Ausstattung, ebenso wie die Physik. Das Hauptstudium absolviert man dann im eigentlichen Pharmazie-Gebäude, aber wie schon erwähnt, weiß ich nicht inwiefern Praktika oder Seminare in das neue Gebäude überführt werden.

    Ein großer Vorteil ist, dass die Einschreibung ist im Winter- und im Sommersemester möglich ist (ich weiß nicht wie es an anderen Universitäten ist). Im Wintersemester sind es ca. 60 Studenten und im Sommersemester ca. 40 würde ich mal schätzen. Eigentlich gibt es kaum Platzprobleme, jedoch kann es, wenn die Studenten zu gut sind, sicherlich mal vorkommen. Leider leider wurde im Labor sehr viel geklaut von den Kommilitonen. Das kommt natürlich immer auf die Menschen an und kann nicht verallgemeinert werden. Es ist nur eine persönliche Erfahrung.

    Die Betreuung durch die Dozenten war sehr unterschiedlich. Es gibt sicherlich überall an jeder Universität schwarze Schafe. Zu einem Teil natürlich auch verständlich, wenn man bedenkt, dass manche an die Universität gehen, um zu forschen und nicht zu lehren. Nicht jedem wird so ein Talent in die Wiege gelegt. Aber eigentlich konnte man mit Fragen und Problemen nach den Vorlesungen immer zu den Dozenten und hat Antwort bekommen, oder hilfreiche Literatur empfohlen bekommen. Bei schwierigeren Fragen wurde auch recherchiert und da nächste Mal erläutert.

    Ziemlich enttäuschend war leider, dass man sein Zeugnis sehr sehr spät bekommt. Das ist natürlich nicht die "Schuld" der Universität, sondern die Zeugnisse werden vom Landesprüfungsamt angefertigt. Man würde sich jedoch als Absolvent freuen, wenn die Universität einen in sofern unterstützt, dass sie mit dem Landesprüfungsamt eine Vereinbarung treffen würde, dass das Zeugnis nach 2-3 Wochen zugesendet werden soll, und nicht erst nach 11-12 Wochen. Man bekommt starke Probleme bei der Bewerbung. Es wäre eine nette Geste von der Uni und würde sicherlich weniger Frust bei etlichen Studenten verursachen, sondern öfters ein Lächeln zaubern. Von alten Freunden und anderen Bekannten von anderen Universitäten weiß ich, dass die ihr Zeugnis schon kurze Zeit später hatten.

    Alles in Allem kann man jedoch sagen, dass die Universität Greifswald eine nette kleine Universität ist und man durchaus Spaß und Freude haben kann, wenn man dort studiert. Die Nähe zur Ostsee ist natürlich auch ein überaus positiver Nebeneffekt. Man ist schnell mal mit dem Fahrrad am Wasser, um zu entspannen oder auch am Strand zu lernen. Natürlich haben die Pharmazeuten nur wenig Zeit dafür, aber es ist nicht unmöglich mal etwas zu unternehmen.

    In diesem Sinne wünsche ich allen Studenten noch ein fröhliches und erfolgreiches Studium.
    Kommentare 2 Kommentare
    1. Avatar von Unregistriert
      Unregistriert -
      Hallo,

      absolvierte einen Teil meines Grundstudiums auch in Greifswald. Ich würde es nie wieder tun.

      Die Stadt ist winzig und dennoch kommt man kaum von A nach B. Klar, mit dem Fahrrad. Wer kein Auto besitzt ist ziemlich eingeschränkt. Vor allem im Winter.
      Zudem ist kaum etwas los. Es gibt sehr wenige Clubs und selbst die, die von der Studierendenschaft betrieben werden haben ein ziemlich niedriges Niveau. Das Studentenleben ist recht anspruchslos und auf wenige Möglichkeiten beschränkt. Nach 2 Monaten hat man wirklich alles gesehen und wahrscheinlich auf das meiste schon keine Lust mehr.
      An Geschäften gibt es das nötigste. Hier und da ein Discounter, Bäcker, etc. Nichts, was einen wirklich begeistert. Problematisch ist beim Einkaufen wieder, dass man meist mit dem Fahrrad unterwegs ist. Wer nicht nah genug an einem Discounter wohnt (in der sehr zentralen Fleischervorstadt gibt es beispielsweise keinen einzigen mehr!) hat Probleme sein Zeugs nach Hause zu kriegen.
      Stellvertretend dafür steht vielleicht auch die Dompassage. Noch nie habe ich so einen Reinfall gesehen, wie diese "Einkaufscenter". Es steht mitten in der Stadt, ist recht groß. Innendrin befinden sich eine handvoll Geschäfte, werden gefühlt auch jede Woche weniger. Meist ist man der einzige Kunde, der durch die leeren, menschenverlassenen Gänge schlürft. Ziemlich traurig.

      Die Universität selber ist in Ordnung. Ich kann nur für mich sprechen, aber man hat mir zuminest das nötige Wissen vermittelt. Allerdings gab es auch hier nichts, was ich besonders positiv hervorheben würde. Die Organisation der Uni ist aufgrund ihrer Größe eher mittelmäßig. Es wird oft davon gesprochen, dass man hier mehr Zusammenhalt und familiäre Verhältnisse vorfindet, als an anderen Universitäten. Dem muss ich widersprechen. Ich fand es sogar eher kalt und unpersönlich. Der Kontakt zum Personal und zu den Professoren war auch nicht besser als an anderen Universitäten, ich hatte sogar das Gefühl, dass man die gesuchten Personen eher selten antraf, wenn man sie denn brauchte.
      Zwischen den Studierenden herrschte in meinen Augen auch oft eine eher kühle Stimmung. Klar, mit vielen verstand man sich gut, aber es gab teilweise so extreme Grüppchenbildung, dass ich mich in meine Grundschulzeit versetzt fühlte.
      Dazu kommt auch, dass die Uni kaum Identität bietet hat. Der Name, übrigens von Hermann Göring (NSDAP) ausgewählt, sorgt schon seit Jahren für Streit (zu Recht, wie ich finde) und sorgt dafür, dass man einfach nicht das Gefühl bekommt, dass man zu etwas dazu gehört. Es kam nie das Gefühl auf "wir sind die EMAU-Greifswald!". Vielleicht versteht ihr, was ich meine. Es war eher "ja okay, wir studieren hier halt".

      Ich würde nie wieder in Greifswald studieren, werde die Stadt wahrscheinlich auch nie wieder sehen. Es gibt einfach nichts, was eine Fahrt dorthin lohnenswert macht. Das klingt hart, ist aber gar nicht so böse gemeint. Man kann dort studieren, Abschluss ist Abschluss. Aber ich hatte immer das Gefühl dort meine Jugend zu verschwenden. Und die war mir zu schade.
    1. Avatar von Wombeline
      Wombeline -
      Ich habe 1997 ein Semester in Greifswald studiert, ich habe mir extra ein Auto zugelegt, da ich auch in Mesekenhagen eine Anliegerwohnung finden konnte.
      Klar Parkplätze gab es auch damals schon nicht und so kam es dass ich in 3 Monaten 4 Knöllchen wegen Falschparken gesammelt hatte...
      Aber ich fand es da sehr witzig und habe es genossen an der See zu sein...
      doof war, dass das Studium nur zum Wintersemester anfing, man also bei evtl. nicht schaffen von Klausuren ein ganzes Jahr trocknen mußte. Ist das heute immer noch so???
      Da Greifswald damals 600km von meinem Heimatort weg war und um Greifswald herum die nächste Autobahn 200km entfernt war, bin ich dann nach Düsseldorf gewechselt... ganz andere Anforderungen... und das habe ich dann leider nicht mehr gebacken bekommen und das Studium 1999 an den Nagel gehängt.
      Mir hat es in HGW damals gefallen und ich würde da jederzeit wieder studieren, wenn es nicht so weit weg wäre und wenn ich studieren wollte.
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