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Thema: Minderwertigkeit von Generika

  1. #1

    Minderwertigkeit von Generika

    ich habe eine Frage aus dem Apothekenalltag und zwar- wie erklärt ihr dem Kunden den Fall, dass der Rabattartikel (sage ich mal Generikum oder was auch immer) preiswerter ist als das Präparat, das die immer geholt haben. Beispielsweise: Blopress, das 80€ kostet und Candesartan (für 20€), oder Attempta von Ratio und Diane von Bayer. Nennt ihr konkrete Beispiele, bringt konkrete Argumente vor? Die 99% Kunden sind überzeugt, dass das minderwertige Präparate sind. Stellt ihr vor, dass ich eine Kundin bin Danke!
    Geändert von Ewa (26.01.2013 um 19:35 Uhr)

  2. #2
    Benutzer Avatar von Helios
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    Pharmaziestudent
    Meine Mutter sagt immer, das es der gleiche Wirkstoff ist, nur billiger. Andere Argumente kannst du kaum benutzen, mir fällt jetzt nichts ein ^^ Ein Großteil unserer Stammkundschaft nimmt das dann auch, da wir die eben schon länger zu ihrer Zufriedenheit beliefern. Bei anderen Kunden ist das so die Sache, meistens wissen die schon vorher, was die wollen. Und wenn du ihn nicht beim ersten Mal überzeugen kannst, was solls, ist ja nicht dein Geld.
    Geändert von Helios (26.01.2013 um 21:20 Uhr)
    wibbly wobbly timey wimey

  3. #3
    PhiP
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    Ich würde gar nicht mit billig und teurer argumentieren (weil das deutet bei den Patienten auf gut/schlecht hin). Erklär dem Kunden, dass die Krankenkasse mit gewissen Herstellern Verträge macht und die Apotheke dementsprechend bestimmte Firmen (mit gleichem Wirkstoff) abgeben muss. Bei Blopress erklär ich zudem, dass hier das Patent auf den Wirkstoff einfach weggefallen ist und Ratiopharm und Co das nun "nachmachen" dürfen. In der Regel akzeptieren das die Kunden.
    LG

  4. #4
    Apothekerin Avatar von 1981engelchen
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    Moin,
    also ich erkläre das auch häufig anhand des Patentschutzes. Klappt natürlich nur, wenn die Leute auch ne Minute Zeit haben und dir wirklich zuhören wollen, einigen geht es ja nur drum zu schimpfen bzw. haben sie kein wirkliches Interesse daran, das Ganze zu erfassen und dann kann man sich die Mühe sparen. Aber ansonsten kann man recht gut erklären, dass der ursprüngliche Originalhersteller eben lange forschen musste, dafür brauchte er Labore, Mitarbeiter und Zeit, was natürlich einiges an Kosten verschlingt, daher ist es natürlich (ein wenig) teurer. Damit die Kosten in gewissem Umfang wieder eingespielt werden können, hat es der Gesetzgeber auch so geregelt, dass es eine gewisse Anzahl an Jahren gibt, wo NUR dieser Orginalhersteller sein Präparat vermarkten darf. Ist dieser Patentschutz abgelaufen, darf nun jeder Hersteller das Präparat nachmachen, was natürlich viel einfacher und billiger ist, jetzt, wo einmal alles dazu erforscht wurde. Deswegen ist aber das nachgemachte Präparat eben nicht schlechter, es wird nur von einer anderen Firma und vllt auf ner anderen Maschine hergestellt, aber die Ausgangsstoffe und Methoden wie es hergestellt wird, werden ja sozusagen nur abgekupfert. Aber durch das Nutzen der langjährigen Forschungsergebnisse kann man natürlich immense Kosten sparen und das Produkt daher viel günstiger anbieten... manchmal hilft es auch zu erzählen, dass ja auch die Originalhersteller nach Ablauf der Patentfrist zusätzlich zum Original ihre eigenen Generika auf den Markt bringen (Pantoprazol NYC statt Pantozol, Latanoprost Pfizer statt Xalatan), ist ja dann auch genau identisch udn wird mitunter im selber Haus auf den gleichen Maschinen und von den gleichen Menschen produziert...Pharmaindustrie ist halt kompliziert.
    Auch n ganz gutes Argument ist auch, dass es ja durchaus Präparate gibt, wo kaum wer das Original kauft oder überhaupt kennt - wer kauft heute noch Benuron für den 3fachen Preis vom Paracetamol xyz-Pharma?
    Man muss den Leuten auch erklären, dass es nicht unbedingt ein billigeres Präparat ist, was die Leute bekommen. Ich sage den Patienten auch manchmal, das was der Dr. verordnet hat, wäre sogar xy cent günstiger vom Listenpreis her als das, was ich jetzt mitgebe. Das liegt einfach daran, dass die AOK Verträge mit Firmen aushandelt. Da wird dann von der AOK gesagt, wir haben 10 Millionen Patienten, die brauchen jedes Jahr 4 Packungen ihres Medikamentes, also was bieten sie uns für einen Preis?! Das bedeutet, sie als Patient bekommen ein eigentlich höherwertiges Präparat, was aber durch die guten Verhandlungen iher Krankenkasse mit den Herstellern am Ende günstiger ist! Und so haben alles was davon, sie haben ein gutes AM und die Krankenkasse spart Kosten, was sich ja letztendlich auch in ihrem Geldbeutel widerspiegelt. Gutes Argument ist hier ja zur Zeit das Wegfallen der Praxisgebühr seit Januar 2013!
    Ganz witzig finde ich auch, dass es ja hin und wieder vorkommt, dass Krankenkassen Rabattverträge für die Orignale augehandelt haben und nun bekommt der Patient plötzlich statt dem altbekannten Enalapril xy-Pharme Corvo und ist auch ganz unglücklich, obwohl es das Original ist. Das kann man dann auch schlecht erklären ;-).
    So, das war jetzt wahrscheinlich ziemlich viel auf einem Haufen, aber das sind so ein paar Argumente, die bei mir immer ganz gut klappen, je nach Patient und Situation natürlich. Im Allgemeinen sollte man auch versuchen, negative Worte wie "billig" oder "Rabatt" zu vermeiden! Viel Erfolg!
    Geändert von 1981engelchen (27.01.2013 um 11:06 Uhr)

  5. #5
    Herzlichen dank, ihr habt mir sehr geholfen

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