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Thema: Apotheke eröffnen oder übernehmen - Kosten ??!

  1. #21
    Benutzer
    Registriert seit
    10.11.2013
    Ort
    Nordhessen
    Beiträge
    43
    PTA seit 1997
    ich bin PTA und lese mit großem Interesse diesen Thread hier.
    von meinem Standpunkt und meiner Erfahrung hat der Gewinn einer Apotheke mit vielen Dingen zu tun
    Lage
    - wieviele Ärzte sind in der Umgebung, (Allgemeinmed., Fachärzte etc.)
    - also mit wievielen Rezepte kann ich rechnen, oder muß ich viel Energie in den Zusatzverkauf stecken?
    - wieviele Apotheken gibt es in der Nähe
    - lohnt sich hier eine Neueröffnung... oder eine Übernahme
    Preise
    will ich Preiskampf betreiben oder kann ich alles zum "UVP" verkaufen (also mehr Gewinn)
    - dementsprechend sollte dann auch die Offizin mit Kosmetika etc. ausgestattet sein
    Mitarbeiter
    -gut geschulte und motivierter Mitarbeiter machen lieber Zusatzverkäufe als andere das wiederum bedeutet, dass ich schulen muß und hier auch wieder Arbeitszeiten investiere (Kosten!)
    - weiterhin spielt auch die Mitarbeiterstruktur und Anzahl eine große Rolle
    - ebenso muß Urlaub und Krankheit bei der Mitarbeiterzahl miteinkalkuliert werden, damit es keine Engpässe gibt
    Anforderungen
    - und man sollte sich im klaren sein... für welche Arbeiten welche Zeiten (Rezeptur, Labor, Warenwirtschaft, Rezeptkontrolle, QMS etc) erforderlich sind und wieviel und was für Mitarbeiter ich brauche

    das sind so meine Gedanken
    Geändert von Wombeline (13.11.2013 um 14:15 Uhr)

  2. #22
    Unregistriert
    Gast

    Also...

    Das ist alles viel zu hoch berechnet...Aussenwerbung 20.000€..gehts noch?
    Ich habs grad hinter mir allerdings hat der KOMPETENTE Berater die Einrichtung vergessen hier würd ich schon, je nachdem was du willst 100.000 bis 500.000 ansetzen. Kompetent beraten lässt Du dicham besten von Leuten, die selbst Selbstständig sind (im Vergleichbaren Umsatzniveau). nicht von der Bank, vom GH, von irgendwelchen tollen Steuerbüros (Treuhand). Letztendlich machts das Bauchgefühl.
    Zitat Zitat von ApoBerater Beitrag anzeigen
    Kosten für die Neugründung einer Apotheke:

    Der Innenausbau (Böden, Wände, Decken, Elektrik, Beleuchtung usw.)
    sollte so weit wie möglich vom Vermieter übernommen werden,
    ansonsten entstehen - z.B. bei Übergabe eines Rohbaus - zusätzliche
    Kosten in Höhe von durchschnittlich ca. € 60 bis € 90 pro qm
    Auch die Kosten für die Automatiktür(en) sollten vom Vermieter
    getragen werden, eine Tür kostet je nach Größe und Ausführung
    ca. € 15.000 bis € 20.000.

    Die Außenwerbung kostet ca. € 10.000 bis € 15.000

    Für die Einrichtung müssen durchschnittlich ca. € 800 - € 1.000
    pro qm veranschlagt werden

    Das Labor (inkl. der Literatur) schlägt mit durchschnittlich ca.
    € 25.000 bis € 35.000 zu Buche. Hier sollten die technischen und
    rechtlichen Voraussetzungen gemäß der Apothekenbetriebsordnung
    frühzeitig mit dem Vermieter geklärt werden

    Die ggf. erforderlichen Planungskosten und Umbauten kosten je
    nach Art und Umfang durchschnittlich ca. € 15.000 bis € 30.000

    Die erforderliche EDV sollte möglichst geleast werden, ansonsten
    ist mit zusätzlichen Kosten in Höhe von durchschnittlich ca.
    € 35.000 bis € 50.000 zu rechnen.

    Des weiteren entstehen Kosten für Löhne und Gehälter vor der
    Eröffnung, z.B. fürs Einräumen usw. (ca. € 5.000), für die Werbung
    zur geplanten Eröffnung, z.B. Flyer usw. (ca. € 10.000) und für die
    Eröffnungsfeier (ca. € 5.000)

    Das Warenlager richtet sich selbstverständlich nach dem zu
    erwartenden Umsatz, der Apotheken-Lage und der umliegenden
    Ärzte.
    Als ungefähre Größenordnung sollte man für den Start mit ca.
    € 70.000 bis € 100.000 rechnen

    Zuletzt sollte stets noch eine Reserve für Unvorhergesehenes
    eingerechnet werden in Höhe von ca. € 20.000 bis € 30.000

    Bei einer Apothekengröße von ca. 200 qm und einem zu
    erwartenden Umsatz in Höhe von ca. € 1.500.000 ergäbe
    sich somit eine durchschnittliche Gesamtsumme in Höhe
    von ca. € 300.000 (ohne EDV-Kosten) zzgl. des Warenlagers


    Ein Innenausbau inkl. einer Automatiktür würde dann noch
    weitere € 30.000 kosten

    Für eine detailliertere und exaktere Berechnung benötigt man
    weitere Informationen über das geplante Projekt, z.B. Lage und
    Größe der Apotheke, Ärztestruktur usw.

    Der Kauf einer bestehenden Apotheke in der Umsatzklasse
    zwischen € 1,5 Mio. und € 1,7 Mio. mit einem Rohertrag von
    ca. 26% - 27% und einem Gewinn vor Steuern von ca. 7%
    schlägt aktuell mit ca. € 300.000 zu Buche (zzgl. des Warenlagers)


    Es besteht also kein großer Unterschied zwischen Neugründung
    und Kauf einer bestehenden Apotheke.
    Man sollte es sich jedoch sehr gut überlegen, ob man das Wagnis
    einer Neugründung wirklich eingehen sollte.

    Schlauer wäre es in jedem Fall eine gute bestehende Apotheke
    zu suchen und nach eingehender Prüfung diese zu kaufen.

    Man sollte sich auf jeden Fall kompetent beraten lassen!

  3. #23
    shorafix
    Gast

    Übernahme versus Neugründung

    Wir schreiben das Jahr 2014 und nicht 1964. Wer heute noch erwartet, dass bestehende Strukturen auch noch in 50 Jahren wie bisher weiter existieren werden, mag mit einer Übernahme glücklich sein. Realistisch gesehen, sollte man einen Zeithorizont von maximal 10 - 15 Jahren annehmen - je nach Lage. Warum das so ist? Arztpraxen werden oft nicht mehr mit Standort und Einrichtung verkauft, sondern lediglich der "Arztstempel", mithin die Erlaubnis für den Übernehmer eine solche Praxis im gleichen KV-Kreis zu übernehmen. Oft sind es gerade neu gegründete MVZ (Medizinische Versorgungszentren), welche diese übernehmen. Dann ist womöglich der Hauptverordnet, welcher die letzten 30 Jahre fleißig Rezepte ausgeschrieben hat, plötzlich weg. Wahrscheinlich wird es dort eine neue Apotheke geben, welche davon profitiert. Weiterhin ist insbesondere in Mittelmärkten (Gemeinden) mit einer Ausdünnung der Nahversorgung zugunsten von Fachmarktzentren zu rechnen. Auch dadurch kann sich die Kundenfrequenz schleichend nach unten bewegen. Der Umsatz nimmt ab, statt zu. Aufgrund der Erfahrung der letzten 10 Jahre wird auch der % Rohertrag der Rezepteinnahmen eher ab- als zunehmen. Zuletzt sei auch angemerkt, dass solche Übernahme Objekte oft mit einem erheblichen Investitionsstau behaftet sind. Welcher Apotheker investiert gerne 5-10 Jahre vor dem Ruhestand noch in Einrichtung und Erhaltung, geschweige denn in Modernisierung? Wer so kauft, zahlt doppelt indem er auch noch nach und nach die Modernisierung in Höhe einer Neugründung zahlt.

    Mein Rat als erfahrener Übernehmer und Neugründer: lieber eine gute Standortanalyse betreiben und das Risiko einer Neugründung übernehmen. Unabhängigkeit von Ärzten und GKV im Blick behalten. Centerapotheken sind teuer und es ist mitunter schwer in den Vertrag zu kommen. Die Vertragsmodalitäten sind zum Teil mörderisch und wenn der Mohr seine Schuldigkeit getan hat, kann er mitunter nach 10 Jahren gehen. Vielversprechender für uns war ein Konzept mit voller Baubeschreibung in Fachmarktzentren. Volle Baubeschreibung (Ausbau, Klima, Backoffice Beleuchtung, Fussboden) durch den Vermieter = Vermeidung von Mietereinbauten. Günstige Einrichtung - bloss kein Schnickschnack. Dagegen gleich zu Anfang ein volles Warenlager von 150.000 Euro. Investition ohne Warenlager etwa 350.000 Euro. Mietvertrag >= 10 Jahre mit einseitiger Option des Mieters!! Das ganze muss sich inklusive Unternehmerlohn in 10 Jahren rentieren. Ansonsten: Hände weg!

  4. #24
    Ständig
    Gast

    Apotheke eröffnen

    Ich habe selber eine Apotheke gegründet, und habe einen Jahresumsatz von 800000 Euro erzielt im zweiten Jahr. Laut Treuhand nicht ideal, aber Trodzdem habe ich einen Bruttogewinn von 200000Euro. Im dritten Jahr war es 1000000 Euro. Jetzt im vierten Jahr gibt es nur noch eine kleine Steigerung...
    Ich arbeite mit 2 Halbtagskräfte und so bleibt genau 72000 Euro vor Steuern übrig, nach Tilgung von Krediet und alle andere Kosten.
    Realistisch: Ich habe 2700Euro netto monatlich für mich selbst zum leben (plus PKW-nützung und Handy), und nach 10 Jahren ist alles abgezahlt, und kann ich statt Tilgung noch eine Kollegin extra einstellen.
    Natürlich arbeitet man viel mehr als 40 Stunden pro Woche, und hat man schlaflose Nächte... ABER ohne einen blöden Chef.
    Die Freiheit ist nur in deinem Kopf, und teuer, aber für mich ist es das Wert.

    Die Lage ist sehr wichtig.
    Durch die viele Schließungen, kann man mit ein wenig Geschick gute Schnäppchen machen für die Einrichtung. Es muss nicht immer so Hypermodern und steril sein.

    Wichtig ist: Will ich so viel Zeit von meinem Leben auf der Arbeit verbringen, oder wähle ich den einfacheren Weg, und bleibe Angestellter.
    Heute wird man nicht mehr reich als Apotheker. Nicht als neuer Selbstständiger und nicht als Angestellter. Das gehört leider die Vergangenheit an.

    Die Treuhand hat sehr gute Berater in diesen Bereich.
    Einfach Telefonnummer aus dem Internet raus suchen, und um ein unverbindliches Gespräch bitten.
    Die meiste Apotheker die verkaufen wollen, reden schon sehr lange im voraus mit ihren Steuerberater. Und da Sie sehr wahrscheinlich ihren neuen Mandanten wirst, sind die für beide Parteien neutral.
    Die geben auch Hilfe für Kreditanfrage, etc.

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