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Thema: Apotheke eröffnen oder übernehmen - Kosten ??!

  1. #11
    ehem. zweigstellenleiter
    Gast
    wenn man einen gewinn von 100 000 E sieht, dann kann man neidisch werden auf einen angestellten, der 1800 E netto verdient, aber denkt mal nach, von den 100 000 muss auch noch ein kredit abgezahlt werden.

    als ich 2004 gerade mein 3. examen machte, hatte zum 01. januar eine fiese reform reingehauen, die den apotheken die gewinne versaute. wer 2003 noch eine apotheke zu alten gewinnen und geschaeftszahlen kaufte oder pachtete und sich 2004 in der sch... wiederfand, der konnte noch nicht mal mehr den teuren kaufkredit tilgen, indem er die apo einfach wieder verkauft haette. der sass foermlich in der sch...

    deshalb mein rat : wer sich eine apotheke kauft, sollte sehen, dass er eine laufende apo kauft, in der geschaeftszahlen vorhanden sind und die einen signifikanten teil des gewinns gesundheitsreformunabhaengig erwirtschaftet, d.h. im bereich otc, apothekenuebliche waren, kosmetika etcetera.

    ich selber habe es dann doch vorgezogen keine eigene apotheke zu haben, andere widerrum haben den schritt gewagt. ich selber bin in die schweiz ausgewandert.

    daniel !

  2. #12
    Gast0210
    Gast
    Zitat Zitat von ehem. zweigstellenleiter Beitrag anzeigen
    wenn man einen gewinn von 100 000 E sieht, dann kann man neidisch werden auf einen angestellten, der 1800 E netto verdient, aber denkt mal nach, von den 100 000 muss auch noch ein kredit abgezahlt werden.
    Sicher, aber wenn der Kredit z.b. 300.000 Euro betrug (wie in dem Beispiel, plus vielleicht 100.000€ Eigenvermögen), kann das ja schon in 5-7 Jahren beendet sein?

    Zitat Zitat von ehem. zweigstellenleiter Beitrag anzeigen
    deshalb mein rat : wer sich eine apotheke kauft, sollte sehen, dass er eine laufende apo kauft, in der geschaeftszahlen vorhanden sind und die einen signifikanten teil des gewinns gesundheitsreformunabhaengig erwirtschaftet, d.h. im bereich otc, apothekenuebliche waren, kosmetika etcetera.
    Danke für den Rat! Wofür steht otc?

    Zitat Zitat von ehem. zweigstellenleiter Beitrag anzeigen
    ich selber habe es dann doch vorgezogen keine eigene apotheke zu haben, andere widerrum haben den schritt gewagt. ich selber bin in die schweiz ausgewandert.

    daniel !
    Wie ist die Situation in der Schweiz (besser/schlechter/was ist anders?)

  3. #13
    Administrator Avatar von ooonja
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    Tübingen
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  4. #14
    ehem. zweigstellenleiter
    Gast
    also, die situation in der schweiz :

    1. das gesundheitssystem ist nicht kaputtreformniert wie in d-land
    2. ja es gibt auch hier inzwischen finanzielle probleme

    aber :

    die aerzte werden noch nach leistung entlohnt und nicht mit pauschalen, d.h. der service stimmt und die verguetung auch, ich habe nochj nie laenger als 10 min.beim arzt warten muessen !!! ehrenwort !!!

    die apotheken haben gute aufschlaege, die gewinne stimmen, schweizer apotheken kennen die deutsche hektik von zu wenig personal weniger, natuerlich gibt es auch hier stressige apotheken.

    die gehaelter der angestellten sind viel besser ! ja, die schweiz ist teurer, aber es bleibt auch mehr uebrig, denn man verdient besser !

    alle sind hier privat versichert, man zahlt bis zur hoehe seiner eigenbeteiligung alle behandlungen und medis selber, danach noch 10%, ab weiteren 700 chf uebernimmt die krankenkasse zu 100%.

    man ist fuer unfaelle, privat oder beruflich zu 100% abgesichert mit 2 jahren lohnfortzahlung zu 70% des gehaltes, wenn ich mich recht erinnere.

    die kunden sind relaxter :

    z.b. kann der arzt dauerrezepte ausstellen z.b. fuer 5 abgaben oder fuer einige monate bis 1 jahr. dann geht der kunde in seine apotheke, wo das rezept im computer gespeichert ist, und dort kann er dann wieder sein medikament beziehen, ohne wieder zum arzt zu gehen. generell sind rezepte 1 jahr gueltig, bzw. bis sie eingeloest sind oder abgelaufen sind. aber man darf sie 1 jahr lang einreichen.idiotische regeln wie 1 woche bei btm oder isotretinion gibt es nicht. nur antibiotika und btm darf man nicht repetieren.

    im bedarfsfall, dar der apotheker einen vorbezug machen, d.h. dauerrezept abgelaufen, kunde braucht sein medikament, er bekommt es, unterschreibt einen zettel, auf dem steht, diese und jene medis, der unde der arzt, ich verspreche das rezept nachzureichen. der kunde kann einen weiteren zettel mitbekommen, auf dem sein name und seine adresse stehen, die des arztes, der arzt unterschreibt und stempelt, der kunde bri8ngt es in die apo zurueck, das ist dann ein rezept.

    im notfall darf fast alles sogar ohne rezept verklauft werden. das ist besonders bei antiepileptika oder asthmamitteln der fall. hier hat jeder betrieb seine eigene ethik. wir machen eher einen vorbezug anstatt einer abgabe ohne rezept. andere verkaufen und dann ists gut !

    rezepte sind an keine formen und formblaetter gebunden, der nachteil ist, dass sie deswegen oft noch handschriftlich sind und manchmal schwer zu entziffern.

    haessliche diskussionen mit kunden und aerzten sind selten, die chefs sind grosszuegiger.

    aber : man ist als deutscher hier nicht nur wohlgelitten. probleme hatte ich keine, nein, so ists denn auch wieder nicht, aber es sind inzwischen 20% der arbeitnehmer in zuerich deutsche und das boot ist nun mal voll. man fuehlt sich evtl. ein wenig bedroht der deutsche invasion wegen, aber so schlimm ist das letzlich nicht, im privaten bereich spielt das kaum eine rolle, es ist eher ein politikum. trotzdem sind schweizer reservierter und distanzierter als deutsche und es ist nicht unbedingt leicht hier schweizer freunde zu finden, aber es sind ja genug deutsche hier, und ueber die jahre mischt sich alles.

    insgesamt ist das leben hier toll, schoene kulturangebote, berge, seen, gute loehne, niedrige steuern, ich verdiene netto fast das doppelte von d-land, das leben ist ruhiger, man lebt in einem land, das neutral ist, nicht zur EU gehoert, keine staatsschulden hat und trotz seiner leichten konservativitaet zur weltspitze gehoert. beim vergleich des lebensgluecks der einwohner schneidet die schweiz deutlich vir d-land ab, und das merkt man auch, ich jedenfalls gehe nie mehr zurueck.

    daniel !

    so, genug gesuelzt !

  5. #15
    Zitat Zitat von Gast0210 Beitrag anzeigen
    Danke für diesen sehr interessanten Beitrag
    Zitat Zitat von Göran Beitrag anzeigen
    Bei Übernahmen muss ein (ideller) Geschäftswert bezahlt werden. Der lag lange Zeit "um" die 25 % vom Nettoumsatz. Jetzt gibt es zwischen 0 (schlechte Lage, schlechte Prognose) und < 30 (Spitzenlage und -ertrag, gute Prognose) alles.
    Verstehe ich das richtig, im Zweifel bekommt man sie geschenkt?

    Man bekommt die Apotheke sicher nicht im wirklichen Sinne geschenkt, aber es ist richtig das oft kein idieller Geschäftswert mehr fällig wird.
    (Lange Zeit stellte dieser Geschäftswert einen beträchtlichen Teil der Altersvorsorge der betr. Apotheker dar, diese wurde dank Reformwut der letzten Jahre aber gründlich beschnitten :@)
    Bezahlen muß man aber schon das Warenlager und einen Wertanteil für die Einrichtung.
    Ein idieller Geschäftswert bezog sich ja auch immer auf vergangene Rahmenbedingungen.
    Mit jeder Reform werden diese ja verändert...und das Risiko für den Käufer wäre dann bei einem übertriebenen Geschäftswert natürlich unüberschaubar und man würde schwerlich einen Nachfolger finden.
    Allerdings können Toplagen mit entsprechenden Umsätzen und Prognosen immer noch beträchtliche Geschäftswerte erzielen.

  6. #16
    Ich bin neu hier im Pharmaboard und habe gerade eure Diskussion gelesen.

    @gast0210: zu deiner Frage nach spezialisierten Beratern: Ein Bekannter von mir arbeitet bei so einem Anbieter, der Pharmazeuten rund ums Thema Apothekenneugründungen betreut, so eine Art professioneller Standortentwickler. Wenn du möchtest, kann ich gerne die Kontaktdaten für dich herausfinden?!


  7. #17
    Ulf R.
    Gast
    wenn man das so liest, stellen sich einem die Haare hoch. Wer sich auf Basis solcher Diskussionen selbsständig macht, muss einkalkulieren, dass er sich erhebliche Teile seines Lebens versaut.
    Ich bin seit zehn Jahren selbsständig und zufrieden damit, was aber sicher daran liegt, daß wir deutlich mehr als die zitierten 1,7 Mio p.a. umsetzen.
    Ich fassen mal zusammen, was ich hier gelesen habe:
    Ein angestellter Apotheker verdient ab dem 10. Berufsjahr ca. 60 T€ im Jahr lt. Tarif. Zuzüglich Arbeitgeberanteilen bedeutet das also 72 T€, denn die muß man ja dann als Selbsständiger in Ermangelung eines Arbeitgebers selbst bezahlen. Außerdem war hier zu lesen, dass man als Selbsständiger durchaus bis zu 50h / Woche arbeitet, was ich für realistisch halte. Merkt eigentlich jemand, dass das 25 % über der tariflichen Arbeitszeit liegt? Also wäre es doch realistisch, sein Gehalt mal auf 90 T€ festzusetzen (entspricht schließlich dem Tarif).
    Mal so als Hinweis: von diesen 90 T€ zahlt man ja Steuern Altersvorsorge und Krankenversicherung .... Beitrag fürs Versorgungswerk p.a. ca. 11 T€, Krankenversicherung für einen selbst und beispielsweise für zwei Kinder ca. 10 T€ , Spitzensteuersatz (fällig ab ca. 62 T€) 42 + 3 % , zusätzliche Altersvorsorge, Berufsunfähigketsversicherung ....
    Nun zum Thema Kapitaleinsatz: es war zu lesen, dass Kauf oder Eröffnung einer Apotheke ca. 300 T€ zzgl. Warenlager kostet, also ca. 400 T€.Wer die übrig hat, kann sie ja ganz konservativ für 3,5 % p.a. anlegen macht dann 14 000 € Zinsen pro Jahr.
    Ich fasse zusammen: ein angestellter Apotheker, der mit seinem Chef vereinbart 50h/Woche zu arbeiten (wenn dazu jemand bereit ist, ich stelle ihn/sie sofort ein) und 400 T€ auf der hohen Kannte hat verdient 104 T€ p.a., hat aber kein unternehmerisches Risiko.
    Sollte jetzt jemand unter Euch sein, dem die 400 T€ fehlen, der sich aber trotzdem selbsständig machen möchte, der wird sich das Geld wohl borgen müssen. Das kostet nach meinen Erfahrungen Zinsen .... sagen wir mal ganz konservativ 4 % p.a.,macht also 16 T€ und die vermindern das Einkommen! Wer dann noch etwas von seinem Kredit tilgen möchte (z.Bsp. 20 T€ / Jahr) muß das dann wohl auch vom Gewinn der Apotheke bezahlen. Er/ Sie braucht dann 20 Jahre, um den Kredit zurückzuzahlen. In diesen 20 Jahren verdient man dann eben doch weniger als im Tarifvertrag steht und hat noch keine Investitionrückstellung gebildet .....

  8. #18
    Unregistriert
    Gast
    Seit wann verdient man als angestellter Apotheker 60 000 Euro pro Jahr? Wenn ich das ausrechne (selbst mit 13. Monatsgehalt) komme ich auf knapp 49 000 Euro.
    Mir persönlich gefällt dieser Verdienst nicht, weil man damit nicht über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt und sich somit nicht privat krankenversichern kann. Insofern wäre ich ja froh über die 60 000 Euro...

  9. #19
    Unregistriert
    Gast
    Hallo zusammen,

    Ich hätte eine Bitte an Erwine. Könntest du bitte die Kontaktdaten von deinem bekannten Apotheken-Berater geben?

  10. #20
    apogast
    Gast

    " ..im Zweifel bekommt man sie geschenkt...."

    Über dieses "Geschenk" braucht man sich aber i.d.R.nicht übermäßig freuen,
    bedeutet es doch wahrscheinlich, daß man eine aus verschiedenen Gründen
    unrentable Anlage mit düsteren Aussichten erwirbt.
    Der Kaufpreis mag günstig erscheinen, die Folgekosten können sich als Faß
    ohne Boden entwickeln.

    "...kein schlechter Jahresverdienst...."

    Läßt man außer Acht, daß man von diesem Betrag die eingegangenen finanziellen
    Verpflichtungen tilgen soll ( eine Tilgung ist natürlich noch nicht berücksichtigt
    bei dem Beispiel) und genug finanzieller Background für die monatlichen Groß-
    handelsabbuchungen bereitstehen sollte ( manche Großhändler liefern nur mehr
    gegen Vorkasse ) dann ja. D.h., daß man den Banken gegenüber schon immer
    ein Polster vorweisen können sollte, um im Falle größerer Abbuchungen kreditwürdig
    zu bleiben. Der " Verdienst", der verkonsumiert ist, steht für diese Aufgabe nicht
    mehr zur Verfügung.

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